Manfred Riesmeier seit 60 Jahren Mitglied des Rahdener Männergesangvereins

Als junger Spund zur „Liedertafel“ gekommen

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Manfred Riesmeier (2.v.l.) ist seit 60 Jahren ein Sangesbruder der Rahdener „Liedertafel“. Wolfgang Janetzki (v.l.), Herbert Neumann und Klaus Möller gratulierten.

Rahden - Die Leidenschaft für den Gesang begleitet Manfred Riesmeier schon seit seiner Schulzeit. Sein Lehrer Heinrich Wagenfeld habe ihn dann zum Männergesangverein „Liedertafel“ Rahden gebracht, den er zu jener Zeit leitete.

Im September 1955 folgte Riesmeier der Einladung Wagenfelds und nahm zum ersten Mal an einer Probe des 1887 gegründeten Chores teil, dem er bis heute treu blieb. Am Dienstagabend ehrten ihn seine Sangesbrüder für 60 Jahre aktives Singen in der „Liedertafel“. Der Probenabend in den Rahdener Altstadt-Stuben lief denn auch etwas anders ab als gewohnt.

Klaus Möller hielt die Laudatio, Vorsitzender Herbert Neumann gratulierte und Wolfgang Janetzki, Ehrenvorsitzender der Bezirksgruppe Lübbecke-Hille im Chorverband NRW, überreichte die Urkunde nebst Ehrennadel. Auch die Sangesbrüder aus Rahden, Espelkamp und Stemwede – der MGV Haldem bildet seit einiger Zeit eine Gemeinschaft mit der „Liedertafel“ – gratulierten.

Den ersten Probenabend besuchte der heute 79-Jährige allerdings nicht allein. Landwirt Willi Schlüter aus der Nachbarschaft begleitete ihn. Zuerst verstärkte der Rahdener den Chor als erster Tenor, später wechselte er in den ersten Bass.

Manfred Riesmeier übernahm aber auch Verantwortung. Als Chorleiter Siegfried Rose den Dirigentenstab 1976 aus Krankheitsgründen abgeben musste, sprang er ein, bis 1979 der Lehrer Volker Schmitz die Leitung übernahm.

Heute, so befand Klaus Möller in seiner Laudatio, sei es nicht mehr vorstellbar, dass ein 19-jähriger musikbegeisterter junger Mann in einen Männergesangverein mit überwiegend schon betagteren Sangesbrüdern eintrete. Denn 1955 habe die „Liedertafel“ überwiegend aus Sängern der Vorkriegszeit bestanden, die ein Liedgut aus den Zeiten der Romantik gepflegt hätten. Aber Chorleiter Heinrich Wagenfeld habe den „musikalischen jungen Mann“ entdeckt und überzeugt, in der „Liedertafel“ mitzuwirken.

Die Freude an der Musik beschränkte sich bei Manfred Riesmeier nicht auf den Gesang. Er habe sich selbst das Akkordeonspielen beigebracht und sei dann auch im seinerzeit gegründeten Akkordeonclub „Cantulianer“ aktiv gewesen. Bei Klavierlehrerin Margarete Menzel, so berichtete Möller, habe Riesmeier Klavierunterricht genommen.

Besonderen Auftrieb erlebte die Rahdener Musikwelt, als Siegfried Rose 1960 neben der Leitung der Kapelle Rose auch die „Liedertafel“ übernahm – und Manfred Riesmeier war Vorsitzender des Akkordeonclubs. Erfolgreiche Jahre seien für die Rahdener Musikwelt gefolgt, so Möller. Und auch Riesmeier kann sich gut daran erinnern. In den Altstadt-Stuben hängen einige historische Aufnahmen aus mehr als 125 Jahren „Liedertafel“. Eine davon stammt aus dem Jahr 1961 und zeigt die „Cantulianer“ vor einem Konzert in Amsterdam. Der niederländische Akkordeon-Club „Marinucci“ hatte die „Cantulianer“ zu einem großen Konzertabend eingeladen – und die Rahdener „Quetschkommoden-Spieler“ wurden von der „Liedertafel“ und der Kapelle Rose verstärkt. Riesmeier war dabei. Stolz zeigte er auf das Foto, auf dem auch ein junger freundlicher Mann mit Akkordeon zu sehen ist. Das sei er.

Es folgten viele Auftritte in größerer Runde: Konzertnachmittage, Sängerfeste in Rahden und auf Bezirksebene. Mit einem rauschenden Fest feierte die „Liedertafel“ 1971 auch den letzten Sängerball im damaligen Zentralhotel Braun – bevor es dem Neubau der Stadtsparkasse weichen musste. Eigens dafür hatte Riesmeier einen kleinen Chor aus jüngeren „Liedertafel“-Sängern gebildet – die „blauen Jungs“.

Was ihn motiviert hat, der „Liedertafel“ 60 Jahre die Treue zu halten? Manfred Riesmeier muss nicht lange überlegen. „Die Freude an der Musik und am Gesang.“ Auch die Kameradschaft sei schön. „Und wenn man so lange dabei ist, dann möchte man das nicht mehr missen.“

DK

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