Sandtrift-Anwohner fordern bessere Beleuchtung

„Man wird nicht gesehen und kann nicht sicher gehen“

Helga Henke (Mitte) und Ratsfrau Marion Spreen überreichten Bürgermeister Dr. Bert Honsel eine Unterschriftenliste. Ihr Anliegen: Mehr Licht in der Sandtrift.  - Foto: Russ

Rahden - „Sie fahren in ein schwarzes Loch“, beschreibt Anwohnerin Helga Henke die Beleuchtungssituation in der Sandtrift in Rahden, die vor allem in den dunklen Wintermonaten ein Problem sei. Seit die Stadt 2012 die Milchglas-Pilzleuchten auf energiesparende LED-Leuchten umgerüstet hat, hat sich die Situation aus Sicht der Anwohner erheblich verschlechtert.

Weil bisherige Bitten an die Verwaltung, Abhilfe zu schaffen, keinen Erfolg hatten, wollten sie gestern mit der Übergabe einer Unterschriftenliste an Bürgermeister Dr. Bert Honsel Bewegung in die Sache bringen. Einen Teilerfolg haben Henke und SPD-Ratsfrau Marion Spreen bereits erreicht. Honsel sicherte zu, das Thema am 16. Juni im Betriebsausschuss Straßen beraten zu lassen. Zuvor will er sich zu später Stunde mit den zuständigen Bauamtsmitarbeitern vor Ort selbst ein Bild machen.

Sie habe keine Schwierigkeiten gehabt, die 36 Unterschriften zu bekommen, so Henke. Nur zwei hätten nicht unterschrieben. In einem Anschreiben weisen die Anwohner „auf die mangelhafte Beleuchtungssituation in der Sandtrift und die dadurch entstehenden Gefahren für Fußgänger, insbesondere der hier wohnenden Kinder hin, und fordern Abhilfe, die aufgrund des Verursacherprinzips nicht zu lasten der Anlieger erfolgen darf, sondern von der Stadt zu tragen ist“.

In der Vergangenheit sei es häufig zu gefährlichen Situationen gekommen, etwa durch Personen, die sich hinter Fahrzeugen in den Tarnzonen befanden und zu spät entdeckt wurden, oder durch Kinder und Fußgänger auf der Fahrbahn, die in den Tarnzonen nicht rechtzeitig erkannt wurden. Zudem verspürten Fußgänger ein allgemeines Unbehagen und Angst vor unerwünschten Attacken aus der Dunkelheit.

Die LED-Leuchten bieten aus Sicht der Anwohner keine normgerechte Beleuchtung. Laut Hersteller erreichen sie Lichtpunktabstände von mehr als 30 Metern, in der Sandtrift stünden die Masten aber mehr als 100 Meter auseinander. Daher seien die Leuchten absolut ungeeignet. Bürgermeister Honsel sieht das etwas anders. Verkehrstechnisch seien die Leuchten besser als die alten. „Durch Schatten-Licht-Effekte sollen sich Fußgänger und Radfahrer besser abheben“, zitiert er wissenschaftliche Erkenntnisse, die die Anwohner aus ihrer Erfahrung allerdings nicht bestätigen können. „Man wird nicht gesehen und kann nicht sicher gehen“, so Henke. „Ich bin im Dunkeln durchgefahren. Für mich ging es“, meint Honsel.

Laut Bürgermeister sind verkehrstechnisch keine weiteren Leuchten erforderlich. Die Anwohner würden sich trotzdem zwei zusätzliche Laternen wünschen, um eine gleichmäßige Ausleuchtung zu realisieren. Im Lerchenweg habe man die Anwohner gefragt, ob sie mehr Beleuchtung wollen, dort habe die Mehrheit abgelehnt, erinnert Honsel. Allerdings hätten sie sich mit 80 bis 120 Euro an den Kosten beteiligen müssen. Auch die Sandtrift-Anwohner lehnen laut Henke eine Kostenbeteiligung ab. Durch die Umrüstung auf LED-Leuchten spare die Stadt viel Geld, da müssten doch wohl 1 500 Euro für zwei Lampen drin sein, findet sie. Außerdem: Sobald man die Sandtrift verlasse, stünden auf kürzerer Distanz sieben Straßenlampen, der Nordweg beispielsweise sei so hell beleuchtet wie ein Flughafen.

Ergänzend zur Beleuchtungsfrage brachte Honsel während des Treffens die Umsetzung einer Spielstraßenregelung im gesamten Quartier zur Sprache. „Ich glaube nicht, dass die Anwohner das gut finden“, mahnte Marion Spreen an, die Anlieger bei solchen Plänen unbedingt einzubinden.

mer

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