Lions-Club Rahden-Espelkamp und Geldinstitute starten Wunschkarten-Aktion

Bodenständige Wünsche erschüttern immer wieder

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Anke Wicherin (v.l.), Achim Jockheck, Anette Grewe, Christa Urban und Dr. Oliver Speyer hoffen, dass sich viele Abnehmer für die Wunschkarten finden.

Rahden/Espelkamp - Eine warme Jacke, ein Winterpullover, Schuhe, ein englisches Wörterbuch – nicht unbedingt die üblichen Weihnachtswünsche von Jugendlichen. Wenn die Schüler der Bischof-Hermann-Kunst-Schule in Espelkamp solche Wünsche auf ihre Wunschkarten schreiben, überrascht das zwar nicht mehr, betroffen macht es dennoch in jedem Jahr aufs Neue.

Seit 2010 organisiert der Lions-Club Rahden-Espelkamp gemeinsam mit der Stadtsparkasse Rahden und seit 2011 auch in Kooperation mit der Espelkamper Geschäftsstelle der Volksbank Lübbecker Land die Wunschkarten-Aktion, um hilfebedürftigen Schülern zum Weihnachtsfest eine Freude zu machen. Von Anfang an erschütterten Initiator Dr. Oliver Speyer, Past-Präsident des Lions-Clubs, die fast durchweg bodenständigen Wünsche nach Dingen des täglichen Lebens. Smartphone, Spiele, Filme und ähnliches fehlt auf den Wunschzetteln.

Ausgangspunkt der Aktion war der Gedanke, wie das Fest der Liebe für Menschen ist, denen es nicht so gut geht. Der Blick fiel auf die Bischof-Hermann-Kunst-Schule. Hier gebe es viele junge Menschen, die mittellos seien, zum Teil sogar ihre Eltern verloren hätten, so Speyer. Ihnen zu Weihnachten ein kleine Freude zu bereiten, hat sich der Lions-Club zum Ziel gesetzt.

Wer einen Wunsch aufschreiben darf, darüber entscheiden die Klassenlehrer, die ihre Schüler gut kennen und genau wissen, wer bedürftig ist. Wie Lehrerin Christa Urban berichtet, werden an der Bischof-Hermann-Kunst-Schule derzeit rund 400 Schüler unterrichtet, Zweidrittel von ihnen haben einen Migrationshintergrund. Knapp 200 Schüler befinden sich in so genannten Auffangklassen, in denen sie die deutsche Sprache erlernen. „Über die Zusammenarbeit mit dem Lions-Club sind wird hoch erfreut. Es ist immer eine Riesenfreude, wenn die Geschenke verteilt werden“, erzählt Urban. Die Schüler würden sie mit leuchtenden Augen nach Hause tragen. „Das ist schon ein Ereignis.“

37 Jugendliche im Alter von 12 bis 19 Jahren durften in diesem Jahr einen Wunsch äußern. Bei der Erfüllung dieser Wünsche setzt der Lions-Club auf die Unterstützung der Bevölkerung. Die Wunschkarten hängen darum ab heute an den Weihnachtsbäumen der Rahdener Stadtsparkasse und der Espelkamper Volksbank-Filiale. Wer helfen möchte, kann sich in Absprache mit den Mitarbeitern der Geldinstitute eine Karte aussuchen, das gewünschte Geschenk besorgen und es in der jeweiligen Filiale abgeben.

Abgabeschluss ist der 15. Dezember, damit der Lions-Club genügend Zeit hat, übrig gebliebene Wünsche selbst zu erfüllen. Denn kein Jugendlicher soll ohne Geschenk bleiben, verspricht Speyer. Besonders groß ist diese Gefahr wohl nicht. „Die Kunden fragen schon, ob es die Aktion in diesem Jahr wieder gibt“, berichtet Annette Grewe von der Stadtsparkasse. Diese öffentliche Plattform hat der Lions Club laut Speyer ganz bewusst gewählt. „Die Aktion soll auf die Menschen aufmerksam machen, die es nicht so einfach haben.“

mer

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