Landwirtschaftlicher Kreisverband erklärt Raps-Vorteile / Blüte später als 2014

Gelb, gesund und vielseitig

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Zwischen frischem Maigrün leuchten sie wieder, die gelben Rapsfelder – wie hier am Stemweder Berg. Je nach Witterung kann man sich zwischen zwei und vier Wochen lang über die gelbe Pracht freuen.

Minden-Lübbecke - Zwischen frischem Maigrün leuchten sie wieder: Die gelben Rapsfelder. Mit ihrem strahlenden Sonnengelb setzen sie wieder auffällige Farbakzente in der Landschaft. „Je nach Witterung können wir uns zwischen zwei und vier Wochen lang über die gelbe Pracht freuen“, erklärt der Vorsitzende des Landwirtschaftlichen Kreisverbandes Minden-Lübbecke Hermann Seeker.

Die Blüte habe zum normalen Zeitpunkt begonnen, „aber im Vergleich zum Vorjahr etwa zwei Wochen später“, stellt der Vorsitzende in einer Pressemitteilung des Kreisverbands fest. Der Raps habe im vergangenen Jahr aufgrund eines sehr milden Winters und Frühjahrs sehr früh geblüht. Doch in diesem Jahr präsentiere sich die gesamte Pflanzenwelt wieder im normalen Bereich.

Der Raps ist nicht nur Genuss für die Augen, heißt es weiter: „Er bietet den Bienen einen reich gedeckten Tisch sowie Gutes und Gesundes für den Gaumen von Mensch und Tier. Das Rapsspeiseöl ist nach wie vor Nummer eins unter den Speiseölen in Deutschlands Haushalten“, informiert der Landwirtschaftliche Kreisverband. Noch vor 15 Jahren war das Speiseöl in heimischen Küchen kaum bekannt. 2010 hat es erstmals Platz eins bei der Verwendung von Speiseöl erobert (noch vor Sonnenblumen- und Olivenöl) und diesen Spitzenplatz seit dem stetig ausgebaut. In raffinierter Form kennt es so gut wie jeder, aber auch als schonend gewonnenes natives, kaltgepresstes Öl wird es immer beliebter, heißt es in der Mitteilung.

Überzeugend seien bei seinem Siegeszug in die Küchen vor allem die „inneren Werte“: Rapsspeiseöl habe eine sehr gesunde Fettsäuren-Zusammensetzung. Es enthalte zu rund 60 Prozent einfach ungesättigte Ölsäure und zu knapp 30 Prozent mehrfach ungesättigte Fettsäuren. Mehrfach ungesättigte Fettsäuren seien lebensnotwendig, denn der menschliche Körper könne sie nicht selbst erzeugen, so der Bauernverband. Deshalb sei Rapsöl auch vorteilhaft für eine herz-kreislaufgesunde Ernährung.

Raps ist dem Verband zufolge heute die wichtigste heimische Ölpflanze, die gleichzeitig aber auch einen hohen Eiweißgehalt besitzt. Nach der anstehenden Ernte (voraussichtlich ab Ende Juli) liefern die kleinen schwarzen Rapskörner das Speiseöl. Etwa 42 Prozent enthält die Rapssaat. „Zudem fällt bei der Ölgewinnung als Koppelprodukt ein hochwertiges Eiweißfutter an“, so Seeker.

Je nach Herstellungsverfahren würde dieser Eiweißanteil Rapskuchen oder Rapsschrot genannt. Seeker: „In der Tierhaltung ist das Rapseiweiß aufgrund seiner Qualität von ganz zentraler Bedeutung.“ Rapsschrot ersetze als Proteinquelle Soja. Raps sei zudem ein Multitalent. Auch für technische Zwecke als Biodiesel, Hydrauliköl oder Schmierfett würde der nachwachsende Rohstoff eingesetzt, weiß der Landwirt aus Pr. Ströhen.

Die Ölpflanze hat laut Mitteilung außerdem ackerbauliche Vorteile. Mit Raps in der Fruchtfolge verbessere sich die Bodenfruchtbarkeit. „Die Pflanze ist ein Tiefwurzler mit ausgeprägtem Wurzelsystem, das den Boden gut durchlüftet und über die Pfahlwurzeln Nährstoffe bis aus etwa einem Meter Bodentiefe noch für die Pflanze verwerten kann“, erläutert der Vorsitzende.

Durch eine lange Vegetationsperiode – Aussaat Ende August und Ernte im Folgejahr Ende Juli/Anfang August – sei der Acker fast das ganze Jahr bedeckt. „Durch das Blätterkleid wird der Boden vor Verschlämmung und Winderosion geschützt“, unterstreicht Hermann Seeker. So würde mit dem Anbau die Auswaschung von Nitrat verringert und eine sehr gute Ausnutzung organischen Düngers erreicht.

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