Landwirte platzieren Banner an der B239 in Pr. Ströhen / Kritik an Lebensmittel-Konzernen und der Politik

Milchbauern setzen Zeichen

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Mit einem Banner verdeutlichen Landwirte aus Sielhorst, Ströhen, Pr. Ströhen oder auch Wagenfeld, dass sie mit der derzeitigen Politik nicht zufrieden sind. Viele sehen ihre Existenz in Gefahr.

Pr. Ströhen - Milchviehhalter aus Pr. Ströhen und Umgebung trafen sich gestern an der B239, um ein Zeichen gegen die aktuelle Milchpolitik zu setzen. Gut sichtbar platzierten sie ein Banner mit der Aufschrift: „Merkel, Schmidt und Hogan wollen lieber Milchbauern ruinieren als die Milchmenge reduzieren!“

Damit beteiligten sich die Landwirte aus Sielhorst, Pr. Ströhen, Ströhen oder auch Wagenfeld an einer Aktion des Bundesverbands Deutscher Milchviehhalter (BDM). In ganz Deutschland haben Milchbauern Plakate mit dem provokanten Spruch aufgehängt.

Der BDM wirft der Politik vor, „massive Schäden“ bei Milchbauern anzurichten. Überlegungen, die Milchmarkt-Krise zu bewältigen, würden von Agrarminister Schmidt mit Rückendeckung der Kanzlerin verhindert, kritisiert der BDM in einer Pressemitteilung zur Plakat-Aktion. Als Ursache für die Krise nennt der Verband die derzeitige Ausweitung der Milchproduktion in Deutschland und der EU.

Maxi Kolwes hat die Aktion des BDM mit nach Pr. Ströhen geholt. Sie arbeitet bei einem landwirtschaftlichen Betrieb – ihr Arbeitsplatz hängt also von der künftigen Entwicklung auf den Bauernhöfen ab.

Familienbetrieben gehe es durch die derzeitige Politik an den Kragen, befürchtet Kolwes. Obwohl die Landwirte die Lebensmittel produzieren, stünden sie in der Wirtschaft an unterster Stelle. „Das darf nicht sein“, sagt sie. Ihr ist unter anderem die Andienungspflicht ein Dorn im Auge. Die Bauern müssten die Milch abgeben, ohne über den Preis bestimmen zu können.

Dass sich etwas ändern muss, findet auch Dieter Rempe aus Wagenfeld. Er ist aktiv beim BDM – betont aber, sich in Pr. Ströhen in erster Linie als Landwirt an der Aktion zu beteiligen. „Jetzt brennt es“, veranschaulicht er die Situation vieler Milchbauern.

Rempe sieht das Problem hauptsächlich bei den Lebensmittel-Konzernen. Diese würden Einfluss auf die Politik nehmen – zulasten kleinerer Betriebe. „Damit können wir die Welt nicht verändern“, sagt er mit Blick auf das Plakat. Aber es sei eine deutliche Aussage.

„Die Situation verschärft sich dramatisch“, meint Pr. Ströhens Ortsvorsteherin Bianca Winkelmann. Ihre Kritik: Es werde immer mehr Tierwohl gefordert – aber einige Landwirte könnten sich durch die Preise für ihre Produkte kaum das Futter für ihre Tiere leisten. „Unsere hochwertig erzeugten Lebensmittel verdienen einen fairen Preis“, fordert sie und regt einen Mindestpreis an.

ks

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