Kreisweit 400 Fälle im ersten Halbjahr / Häuser in Autobahnnähe oft betroffen

Zahl der Wohnungseinbrüche steigt drastisch an

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Gerade in der Urlaubszeit machen sich Einbrecher oft ans Werk.

Minden-Lübbecke - Die Zahl der Einbrüche im Kreis Minden-Lübbecke steigt drastisch an. Im ersten Halbjahr dieses Jahres machten sich Diebe in insgesamt 400 Fällen in fremden Wohnungen auf die Suche nach Beute, im Vorjahreszeitraum waren es noch 314 Kriminelle – ein Anstieg von fast 30 Prozent. Das geht aus einer Statistik hervor, die Innenminister Ralf Jäger (SPD) der FDP-Landtagsfraktion auf offizielle Nachfrage zur Verfügung gestellt hat.

Damit ist der Anstieg im Mühlenkreis prozentual fast doppelt so hoch wie der durchschnittliche Trend in Nordrhein-Westfalen: Landesweit ist die Zahl der Wohnungseinbruchsdiebstähle um rund 15 Prozent auf mehr als 33500 gestiegen.

Die Diebe haben es jedoch nicht nur auf Wohnungen abgesehen: Die Zahl schwerer Diebstähle aus Diensträumen stieg um 16 auf 22 Fälle, aus Büros um 30 auf 67 Fälle und aus Kantinen und Gaststätten um 13 auf 33 Fälle.

Dennoch erhöhte sich die Zahl aller Einbrüche im Kreis – hierzu zählen auch solche aus Fabrik- und Lagerräumen, Hotels und Werkstätten – seit Anfang des Jahres lediglich um elf Fälle auf insgesamt 735. Ursache für diesen im Ergebnis verhältnismäßig geringen Zuwachs ist laut der Statistik unter anderem, dass sich Diebe nur 43 Mal an Kellern und Waschküchen zu schaffen machten – rund 130 Mal weniger als im ersten Halbjahr 2014.

2014 entstand durch Wohnungseinbrüche ein Schaden von insgesamt 954627 Euro, durch alle Arten von Einbrüchen zusammen 2269072 Euro. Die bisherigen Schadenshöhen in diesem Jahr wurden noch nicht veröffentlicht.

Warum Kriminelle immer häufiger in Wohnungen einbrechen, kann Thomas Bensch, Pressesprecher der Polizei, nur mutmaßen. Aber die Polizei habe eine Entwicklung beobachtet: „Vielen Taten finden seit geraumer Zeit in Autobahnnähe statt“, erzählt der Polizeihauptkommissar auf Nachfrage. „Man kommt schnell hin und ist schnell wieder weg.“ Laut Bensch stammen die meisten Täter nicht aus der Region. „Es liegt die Vermutung nahe, dass osteuropäische Tätergruppen nicht unwesentlich beteiligt sind“, sagt er.

Um gegen Einbrüche anzugehen, lege die Polizei vermehrt Wert auf Präventionsarbeit. Es gebe viele Beratungsangebote wie ein Präventionsmobil und die Kampagne „Riegel vor!“. Auch Hausberatungen seien „stark nachgefragt“. Zudem führe die Polizei verstärkt Kontrollmaßnahmen durch, berichtet der Pressesprecher. „Wir kümmern uns sehr intensiv darum“, versichert Bensch. Die Polizei sei auf Hinweise angewiesen, betont er und rät, im Zweifelsfall den Notruf 110 zu wählen: „Wir kommen lieber einmal zu viel als zu wenig.“

ks

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