Kosten des gemeinsamen Neubaus für Wehdem und Westrup ufern aus

Bürgermeister stoppt Pläne für Feuerwehrgerätehaus

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Am Ortsrand von Westrup sollte das gemeinsame Feuerwehrgerätehaus für die Löschgruppen Wehdem und Westrup gebaut werden. Jetzt liegen die Pläne auf Anweisung von Stemwedes Bürgermeister Kai Abruszat aber erstmal auf Eis, weil die Kosten um 50 Prozent steigen sollten.

Wehdem/Westrup - Von Anika Bokelmann. Kai Abruszat hat die Pläne für das gemeinsame Feuerwehrgerätehaus der Löschgruppen Wehdem und Westrup mit sofortiger Wirkung gestoppt. Der Grund: ein ausufernder Kostenrahmen. Die Realisierung des Neubaus an der Stemwederberg-Straße sei um 50 Prozent teurer als ursprünglich vorgesehen.

„Wenn ich erfahre, dass die Gesamtbaukosten so viel höher sind als beschlossen, darf ich nicht zulassen, dass die Pläne weiterverfolgt werden“, machte Abruszat nun deutlich. Im Investitionsplan der Gemeinde waren laut einem Beschluss des Betriebsausschusses von Mai 2015 für den Neubau rund eine Millionen Euro eingeplant. Nun habe das beauftragte Planungsbüro aus Paderborn mitgeteilt, dass sie von 1,512 Millionen Euro ausgehen.

Daraufhin hat Abruszat eine verwaltungsinterne Prüfung veranlasst. Zu deren Zwischenergebnnissen sagte der Bürgermeister, dass sich die gestiegenen Kosten aus der topografischen Lage sowie den Hochbauarbeiten ergeben würden. Unter anderem beständen Zweifel an der Geeignetheit der Fläche für das Feuerwehrgerätehaus. Sowohl die Lage am Stemweder Berg als auch die Zufahrt machten umfassende Boden- und Aushubarbeiten erforderlich, hatte das Architekturbüro mitgeteilt und diese auf rund 360000 Euro beziffert, inklusive Mehrkosten für Entwässerung und eine gedrosselte Ableitung im Vorfluter. Zusätzlich kämen Ausgaben fürs Gebäude (70000 Euro) und die technische Ausstattung (52000 Euro) hinzu.

„Das ist kein planerisches Ruhmesblatt“, kommentierte Abruzat. Was er aus der Sache mitnehme sei die Erkenntnis, dass er bei Baumaßnahmen in der Gemeinde „sowas nicht nochmal erleben will“. „Bei allem Ärger können wir froh sein, dass noch kein Geld geflossen ist“, erklärte der Bürgermeister. Schließlich habe es keine Ausschreibungen und Vergaben gegeben. „Es ist noch nicht zu spät, auf einen finanzwirtschaftlich verantwortungsvollen Kurs umzuschwenken“, so Abruszat.

Als er auf die jüngste Entwicklung aufmerksam machte, blickte er auf die Entwicklung zur Fusion der Löschgruppen zurück und machte deutlich: „Ich unterstütze es sehr, wenn Löschgruppen einen gemeinsamen Weg gehen.“

Begonnen hatte der gemeinsame Weg der Löschgruppen vor zwei Jahren, als der Rat und die Verantwortlichen der freiwilligen Feuerwehr die Entscheidung für die Zusammenlegung getroffen hatten. Daraufhin sei intensiv nach einem Grundstück gesucht worden – schließlich fiel die Wahl auf eine Fläche an der Stemweder-Berg-Straße, östlich der früheren Westruper Gaststätte Schwarz.

Die Gemeinde hatte das Grundstück, das im Flächennutzungsplan als Areal für die Landwirtschaft ausgewiesen war, gekauft und alle nötigen Schritte veranlasst, um das neue Domizil der Löschgruppe Wehdem-Westrup voranzubringen. Dazu zählte unter anderem eine Machbarkeitsstudie. Im November habe die Verwaltung schließlich die erforderlichen Anträge beim Kreis eingereicht.

Für Abruszat sind die Mehrkosten von 554000 Euro „überhaupt nicht nachvollziehbar und übersteigen meine Vorstellungskraft“. „Auf dieser Grundlage kann ich die Fortführung der Pläne nicht vertreten“, unterstrich der Verwaltungschef als Verantwortlicher für die Feuerwehr mit Blick auf die Haushaltssituation.

„Es tut mir leid, dass die Löschgruppen Wehdem und Westrup weiter warten müssen“, so Abruszat. Immerhin hätte er kürzlich mit den Verantwortlichen über einen Termin für den Spatenstich gesprochen – dieser sei für April vorgesehen gewesen. „Aber die Feuerwehrmitglieder und der Gemeindebrandmeister haben sicher Verständnis für meine Entscheidung“, ergänzte Abruszat. Schließlich wolle er eine „solide und vertretbare Grundlagen für den Bau schaffen“.

Über die Ergebnisse der weiteren Prüfungen will der Bürgermeister die Feuerwehr, den Rat und die Öffentlichkeit zeitnah informieren, versprach Abruszat. Bis zur Ratssitzung am 11. Mai soll ihm zufolge eine Entscheidung her, denn dann werde auch der Brandschutzbedarfsplan auf der Tagesordnung stehen.

Sollte sich abzeichnen, dass die Kosten bei einer Realisierung des Feuerwehrgerätehauses an der Stemweder-Berg-Straße so hoch bleiben, „ist eine erneute Suche unumgänglich“, so Abruszat.

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