Klinisches Ethikkomitee beleuchtet schwere Entscheidungen von allen Seiten

Hilfe bei ethischen Fragen

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Über einen Briefkastens im Eingangsbereich des Krankenhauses ist das Ethikkomitee nun erreichbar. Zu den Mitgliedern gehören (v.l.) Paul Alexander Lipinski, Christine Fahrinsland, Anette Stodiek, Bianca Hagemeier und Anke Teismann.

Rahden - Lebenserhaltende Geräte abschalten oder nicht? Trotz Risiko operieren? Eine Therapie beginnen, obwohl eine Krankheit unheilbar ist? In Krankenhäusern müssen oft schwere Entscheidungen gefällt werden. Denn die Möglichkeiten der modernen Medizin werfen häufig ethische Fragen auf, auf die es keine eindeutigen Antworten gibt. Das klinische Ethikkomitee am Krankenhaus Lübbecke-Rahden hilft Patienten, Angehörigen oder auch Mitarbeitern des Krankenhauses, Entscheidungen zu treffen.

Die elfköpfige Gruppe besteht seit dem Jahr 2009, ihr Angebot wurde bisher aber nur in Lübbecke angenommen. „Wir waren in Rahden nicht präsent genug“, vermutet die Komiteevorsitzende Bianca Hagemeier. Das soll sich jetzt ändern: Gestern haben die Mitglieder ihre Arbeit im Rahmen eines „Ethik-Café“ in der Cafeteria des Rahdener Krankenhauses vorgestellt. Außerdem montierten sie einen Briefkasten im Eingangsbereich der Klinik. In diesen können Hilfesuchende von nun an ein Anforderungsformular für eine Ethikberatung einwerfen. Das Formular liegt in Lübbecke und Rahden auf allen Stationen aus.

Mitarbeiter des Krankenhauses sollen künftig dreimal täglich kontrollieren, ob jemand ein solches Formular eingeworfen hat. Ist das der Fall, sollen sie das Ethikkomitee sofort informieren. „Wir wollen uns dann innerhalb weniger Stunden treffen“, erklärt Hagemeier. Dann könne man das weitere Vorgehen beraten. „So unterschiedlich die Anfragen sind, so unterschiedlich müssen wir auch reagieren“, ergänzt Krankenschwester Christine Fahrinsland, die ebenfalls Mitglied im Komitee ist.

Die Gruppe besteht aus elf Mitgliedern – einer Sozialarbeiterin, Krankenschwestern, Ärzten, Seelsorgern, einer Psychotherapeutin und einer Juristin. Alle ihre Berufe beinhalten das Thema Ethik, erklären sie ihr Engagement.

Hagemeier betont, dass das Komitee Patienten, Angehörigen oder Mitarbeitern des Krankenhauses schwierige Entscheidungen nicht abnehmen könne. Und ob eine Therapie notwendig ist oder nicht, entscheide immer noch der Arzt. Das Komitee könne jedoch mit seinem Know-how informieren und kritische Fälle von allen Seiten beleuchten.

ks

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