Rahdener erörtern Vorschläge für neues Stadtfest-Konzept

Kleine Bands statt Top-Act

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Überschaubar war die Gruppe, die der Einladung Christian Bremers zu einer inoffiziellen Stadtfest-Nachlese gefolgt war. Doch sie hatte viele konstruktive Vorschläge im Gepäck.

Rahden - Von Melanie Russ. Recht erlesen war der Kreis, der sich am Mittwochabend in der Marktschänke Gedanken über die Zukunft des Rahdener Stadtfestes machte, für dessen letzte Ausgabe der Veranstalter – nicht nur berechtigte – Kritik einstecken musste. Sieben Rahdener diskutierten gemeinsam mit Christian Bremer darüber, wie sie sich ein Stadtfest vorstellen, und sammelten konstruktive Ideen, einige weitere hörten interessiert zu.

„Das Stadtfest wird im nächsten Jahr definitiv ein anderes Gesicht haben“, sagte Bremer eingangs mit Blick auf den ausgelaufenen Vertrag mit dem Veranstalter Karl-Wilhelm Bruns, der das Fest in den vergangenen drei Jahren verantwortet hatte. Man wolle Bruns nicht schlecht machen, stellte Bremer klar. „Ohne ihn würde es das Stadtfest schon gar nicht mehr geben.“ Und dass er als Geschäftsmann an dem Fest verdienen wolle, sei absolut nachvollziehbar.

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Einig waren sich die Teilnehmer aber darin, dass das Stadtfest mit einem Veranstalter ohne Gewinnorientierung besser dran wäre. „Das Stadtmarketing muss da groß einsteigen“, forderte Bremer. Kritisiert wurde aus den Reihen der Teilnehmer, dass sich die Stadt bei Organisation und Finanzierung in der Vergangenheit vornehm zurückgehalten habe. Anfangs hätten die Kaufleute das Fest gestemmt, zuletzt Karl-Wilhelm Bruns. Allerdings will man die Verantwortung auch nicht allein auf die Stadt abschieben. Einige Teilnehmer erklärten sich bereits bereit, eine Arbeitsgruppe zu unterstützen. Unter anderem signalisierte Stadtjugendförderin Vanessa Hermeling Interesse, mit dem Jugendcafé Aktionen für Kinder anzubieten. Auch den Jugendkeller und den Stadtsportverband könne man einbeziehen, schlug sie vor.

Kleiner und abwechslungsreicher

Christian Bremer sammelte Ideen für ein neues Konzept des Rahdener Stadtfests. Auch die Kinder und Jugendlichen des Jugendcafés hatten sich im Vorfeld Gedanken gemacht. „Das Engagement finde ich ganz toll“, lobte Bremer.

Die Liste der Vorschläge für ein neues Stadtfest-Konzept war lang, die Tendenz klar: Kleiner soll es sein sowohl, was den zeitlichen Rahmen angeht – Verkürzung auf zwei Tage – als auch die Künstler. „Warum brauchen wir DSDS-Stars?“, warf ein Teilnehmer in die Runde. Warum für die fünfstellige Summe, die ein Top-Act kostet, nicht lieber zehn oder zwölf heimische Bands engagieren und ein volles Programm bieten, das die Menschen zum Verweilen verleitet? Eine größere Zahl an Bands könnte zugleich das inhaltliche Spektrum erweitern. So wurde kritisiert, dass das Stadtfest für Senioren wenig zu bieten hat. Früher sei der Sonntagsfrühschoppen nach dem Gottesdienst mit Kapellen aus der Region immer gut angekommen, erinnerte Christian Bremer. Das könne man wieder aufleben lassen. Straßenmusikanten und „Walk-Acts“ könnten das Unterhaltungsprogramm ergänzen.

In der Frage der Fahrgeschäfte gingen die Meinungen auseinander. Während ältere Rahdener offenbar gut darauf verzichten könnten, steht bei den Jugendlichen ein Autoscooter ganz oben auf der Wunschliste. Wenn Fahrgeschäfte, dann sollten sie auf jeden Fall stärker ins Zentrum gerückt werden, etwa auf den Ortgies-Parkplatz. Die große Bühne sollte nach dem Wunsch der Diskutanten wieder an das Ende der Weher Straße rücken und das Areal davor freundlich gestaltet werden. Zwei kleinere Bühnen am alten Markt und an der Steinstraße könnten einen Rahmen für die stärkere Einbeziehung der gesamten Innenstadt bieten.

Ebenfalls angeregt wurde die Verlagerung des Stadtfestes auf die Parkfläche von Ortgies, Stadtsparkasse, Netto und Rossmann. Eine Sperrung der Innenstadt wäre dann nicht erforderlich, was den Geschäftsleuten sehr entgegenkommen würde. „Sobald die Straßen gesperrt sind, geht die Umsatzkurve nach unten“, beklagte ein Betroffener. Auch die Rahdener Gastronomie soll wieder in das Stadtfest einbezogen werden, etwa indem etwas wie „Rahden kocht über“ integriert wird.

Während die Zukunft des Stadtfestes noch in den Sternen steht, sind bei einer anderen Rahdener Traditionsveranstaltung keine Fragen offen. „Es wird in diesem Jahr definitiv einen Weihnachtsmarkt an der Kirche geben“, widersprach Bremer anderslautenden Gerüchten. Die Planung stehe zu 90 Prozent. Auch die Behauptung, die Arbeitsgemeinschaft Weihnachtsmarkt stehe kurz vor der Auflösung, sei völlig aus der Luft gegriffen.

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