Kinder testen bei Aktionstag am Museumshof Waschbrett und Stampfer

Wäschewaschen wie zu Omas Zeiten

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Die achtjährige Elisa-Sophie (l.) wusch wie in alten Zeiten. Hilde Griepenstroh half ihr dabei.

Rahden - Von Katharina Schmidt. An einem schönen Sonntag gehört Wäschewaschen eigentlich zu den Dingen, die man lieber vermeiden möchte. Ganz anders gestern: Bei einem Aktionstag auf dem Museumshof Rahden im Rahmen des LandArt-Festivals faszinierte diese Tätigkeit insbesondere Kinder. Denn statt der Waschmaschinentrommel dabei zuzusehen, wie sie ihre Runden dreht, wurde dort gewaschen wie zu Omas Zeiten: Mit Stampfer, Waschbrett und jeder Menge Muskelkraft.

Das einmal auszuprobieren, fand zum Beispiel die achtjährige Elisa-Sophie aus Dielingen gut. Aber es sei auch anstrengend, gab das junge Mädchen zu, nachdem sie ein Trockentuch über das Waschbrett gescheuert, ausgewrungen und zum Trocknen neben alte Wäschestücke gelegt hatte. Wie die Achtjährige probierten sich viele am altmodischen Waschverfahren – die meisten waren jedoch froh, ihre Wäsche nicht immer so waschen zu müssen.

Wenige Schritte von der „Waschküche“ entfernt lagen Leinentücher zum Bleichen aus. Laut Hilde Griepenstroh vom Museumshof-Team benötigte man dafür damals nur drei Dinge: Wasser, Rasen und Sonne. Die Tücher mussten immer wieder befeuchtet werden, teilweise bis zu drei Wochen lang. „Der Rasen durfte vorher nicht gemäht werden“, informierte sie die Besucher – dann hätte sich der Stoff grün verfärbt.

Passend zum Thema Waschen konnten sich Kinder auch aus geraspelter Kernseife, Blüten, Duftölen, Wasser und Olivenöl ihre eigene Seife herstellen. Am liebsten verwendeten sie das Reinigungsmittel allerdings nicht, um Wäsche sauber zu bekommen, sondern um schillernde Riesen-Seifenblasen durch die Luft fliegen zu lassen. Hierzu hatten die Kleinendorfer Landfrauen und das Museumshof-Team das entsprechende „Werkzeug“ bereitgestellt.

All diese Aktivitäten passten zu dem Motto des LandArt-Festivals: „Wasser – Element, Elixier, Emotion“. Bereits seit Mitte Juni läuft mit dem Festival eine künstlerische und kulturelle Entdeckungsreise durch den Mühlenkreis.

Der Aktionstag war mit einem Kunsthandwerkermarkt mit mehr als 30 Ausstellern verbunden. Diese boten unter anderem Honig, Marmeladen, Kräuter, Dekoration, Schmuck sowie Selbstgemachtes aus Ton, Stoff und Holz an. Außerdem konnten Besucher der Strickgruppe über die Schulter schauen, sägen, Kuchen aus dem Steinbackofen essen, eine Runde mit der Kutsche fahren und einen Blick in die jüngst in Schuss gebrachte Rossmühle werfen.

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