Kinder in Stemwede und Rahden tauchen anlässlich des Vorlesetags in fremde Welten ein

Lispelnde Hasen und begabte Biber

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Für ihre Vorleseaktion im Pr. Ströher Kindergarten hatten die Viertklässler Jarne (mit Buch) und Lasse (vorn sitzend) Papas Werkzeugschrank geplündert, um das Buch „Kasimir tischlert“ erlebbar zu machen.

Stemwede/Rahden - Kinderbuchklassiker, Neuerscheinungen und Geschichten, mit denen Kinder und Erwachsene auf eine Fantasiereise gingen – beim bundesweiten Vorlesetag waren dem Literaturspektrum keine Grenzen gesetzt. So kamen Grundschüler in Stemwede und Rahden in den Genuss, dem geschriebenen Wort zu lauschen.

In der Montessori-Grundschule in Haldem hatten am frühen Morgen die Kindergartenleiterinnen aus der Region verschiedene Geschichten für die unteren Klassenstufen vorgelesen. Bei Stefanie Klepper tauchten die Grundschüler in die Welt von „Socke, dem Raben“ ein, Christina Frobieter ließ eine Maus-Handpuppe die Abenteuer von „Mats, der kleinen Maus“ erleben. Auch Eltern und weitere Vorleser beteiligten sich an der Aktion, wofür sich Schulleiterin Martina Weiffen-Flore bedankte. „Ich habe selbst festgestellt, wie schön es ist, einfach mal zuhören zu dürfen“, berichtete sie.

Für die Schulleiterin ist es nach eigener Aussage eine wichtige Aktion, denn „Lesen hat tolle Effekte“. So zählte sie den Kindern auf, dass sie durch das Vorlesen fröhlicher und selbstbewusster werden könnten. „Die neuen Medien haben sicher ihre Berechtigung, aber die klassischen Bücher machen einfach mehr Spaß“, meint Weiffen-Flore.

Einige der insgesamt 192 Haldemer Grundschüler, darunter sechs Flüchtlingskinder, lauschten auch einer Geschichte aus Bullerbü. „Wie Ole seinen Zahn verlor“ vermittelte Stemwedes Bürgermeister Kai Abruszat den Jungen und Mädchen, während ein paar Türen weiter Bundestagsabgeordneter Steffen Kampeter aus „Goethe für Kinder“ las.

Zuvor hatte Kampeter bereits in Rahden Halt gemacht, um in der DRK-Kindertagesstätte „Wilde 13“ Jungen und Mädchen Gelegenheit zu geben, dem Alltag ein paar Seiten lang zu entfliehen. Außerdem griffen dort Bürgermeister Dr. Bert Honsel und Hans-Dieter Harland, erster Vorsitzender des DRK-Kreisverbandes Altkreis Lübbecke, zum Buch. Ihre Stimmen waren für die Kinder weitestgehend unbekannt – im Gegensatz zu denen von Anneliese Fischer, Marlis Jürgen und Reinhardt Hiller. Sie lesen ihnen regelmäßig vor.

In kleinen Gruppen machten es sich die jungen Rahdener bequem und lauschten gut zwanzig Minuten lang spannenden und lustigen Geschichten. Für die Kinder war es keineswegs ungewohnt, zuzuhören. „Wir lesen den Kindern regelmäßig vor“, erklärte Kita-Leiterin Monika Warner und verwies auf das Zertifikat „Literaturkindergarten“, das der „Wilden 13“ im Jahr 2013 verliehen wurde. Warner ist überzeugt, dass Vorlesen Grundlage für eine gute Bildung ist.

In allen Grundschulen ließen es sich auch Schüler der vierten Klassen nicht nehmen, unter dem Motto „Kinder lesen für Kinder“ den Jüngsten in den Kindergärten einen besonderen Vorlesegenuss zu bereiten. In Pr. Ströhen statteten Hannah Möller, Lenja Langewellpott, Nele Reinberger, Jarne Bollhorst und Lasse Drexhage der evangelischen Kindertageseinrichtung einen Besuch ab. Ein tolles Buch im Gepäck durfte dabei nicht fehlen. Zudem hatten sich die Schüler Gedanken gemacht, wie man das Vorlesen spannender gestalten könnte.

Mit „Kasimir tischlert“ zogen Jarne und Lasse die kleinen Zuhörer in ihren Bann. Denn für die Geschichte vom handwerklich begabten Biber hatten sie tief in Papas Werkzeugkiste gegriffen und sämtliche „Biberwerkzeuge“ wie Zollstock, Hammer, Kneifzange, Bohrer, Fuchsschwanz und Sandpapier mitgebracht, um die Geschichte erfahrbar zu machen. Natürlich wollten die kleinen Gastgeber die Werkzeuge alle einmal in die Hand nehmen.

Hase, Igel, Frosch, Möhre, Schmetterling und Co. – lustige Stabfiguren hatten Lenja, Hannah und Nele zu Hause gebastelt, um die Geschichte von „Primel, dem lispelnden Hasen“ zu erzählen. Gespanntes Zuhören bis zur letzten Minute hieß es auch hier.

„Die Kinder freuen sich jedes Jahr, wenn die Großen zum Vorlesen kommen“, so Einrichtungsleiterin Kadia Oedekoven. „Unsere Schüler sind vor Vorfreude immer ein wenig aufgeregt“, berichtete Klassenlehrerin Carolin Wippermann.

abo/Art/ ks

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