Mehr als 200 historische Fahrzeuge

600 Kilometer mit dem Oldie: Käfertreffen lockt Autofans

Erstmalig dabei: Erik Petersen (l.) und Sohn Aleksander (13) hatten aus Dänemark mit rund 600 Kilometern die weiteste Anreise. - Foto: Schubert

Pr.  Ströhen - Mit ihren 49 Lenzen zählt „Rosa-May“ bereits zu den etwas älteren Semestern. Doch optisch ist das Mädchen ein Jungbrunnen mit bezaubernden Wesen und der Stolz ihrer Besitzerin. „Rosa-May“ ist kein Mensch und kein Tier, sondern der VW Käfer von Claudia Kramer aus Bremen. Detailverliebt restauriert und mit einem Hauch Nostalgie umhüllt, stach er am Wochenende aus der Menge luftgekühlter Fahrzeuge beim großen Käfertreffen in Pr. Ströhen ganz besonders heraus.

Mit mehr als 250 Teilnehmern wurde bei der Zusammenkunft auf Einladung des Käferclubs Lübbecker Land von Freitag bis Sonntag auf dem Pr. Ströher Sportgelände wieder deutlich: Käfer ist Kult – und die Beliebtheit des Treffens an der Landesgrenze nach wie vor ungebrochen

Innerhalb eines dreiviertel Jahres täglicher Restaurationszeit hatte die Bremerin Claudia Kramer mit Hilfe eines Kumpels ihre graue Lady, die nur ein Jahr lang gebaut wurde, in eine rosafarbene Schönheit verwandelt. „Das war mein Traum. Wir haben eine ‚Body-off’-Restauration vorgenommen, das Fahrzeug also komplett zerlegt“, so die Oldie-Liebhaberin, die vom Schrauben so gar keine Ahnung hatte und mittlerweile sogar zwei Käfer ihr Eigen nennt. Seit 2008 wird „Rosa-May“, die allein schon äußerlich mit einer alten Coca-Cola-Kiste und Holzdreirad auf dem Dachträger sowie Skiern am Heck auffällt, Stück für Stück mit liebevollen Details eingerichtet und aufgewertet.

Heckjalousie, Sonnenschute, Safety-Star, Außen-Ölpeilstab, BeKoWa-Träger und Armaturenbrettablage, mit nostalgisch-romatischem Rosenstoff bezogener Himmel und in selbem Design Sonnenblenden und Scheinwerfer gehören mittlerweile zur Ausstattung. Ebenso findet man einen batteriebetriebenen Plattenspieler, Schallplattenköfferchen, ein Schaub-Lorenz-Radio, eine Blumenvase am Armaturenbrett, Klorolle und zwei Wackeldackel mit farblich abgestimmten Halsbändern in Rosa und Rot. „Ich bin eine Käferfrau bis aufs Blut“, so Kramer strahlend.

28. Käfertreffen in Pr. Ströhen

Strahlen taten auch die übrigen Oldtimer-Besitzer. Das Käfertreffen erhielt wieder großes Lob – von den zahlreichen Stammgästen, aber auch von vielen neuen Teilnehmern, die mitunter lange Wegstrecken auf sich genommen hatten. „Wir waren letztens bei einem Treffen in Hannover und sind dort nach Pr. Ströhen eingeladen worden. Es ist toll hier“, so Erik Petersen aus dem dänischen Herning. Er hat mit Sohn Aleksander und seinem Käfer „Oda-Lise“, Baujahr 1958, die weiteste Anreise gehabt. Auch im kommenden Jahr wollen sie die gut 600 Kilometer lange Strecke in Kauf nehmen, um in Pr. Ströhen wieder dabei zu sein.

„Wir sind leider nur am Haupttag hier, das wird sich in 2017 ändern“, bedauerten Bernd Schönwald, Evelyn Gralmann, Arne Mahlecke und Stefanie Harms den zu kurzen Stopp mit ihren Buggys. Daran, dass die beiden Surfbretter lediglich Deko seien und bei der Ausfahrt zum Dümmer keiner Tauglichkeit unterzogen würden, ließen die vier Oldie-Freunde keinen Zweifel.

Die Käferfreunde Warendorf hingegen wissen seit 14 Jahren das Flair des Treffens zu schätzen. „Dabei sein ist alles“, waren sie sich mit Kind, Kegel und Hund inmitten ihrer kleinen Zeltkolonie einig, die von lediglich einem Käfer gekrönt wurde.

Mehr als 200 Fahrzeuge – Käfer, Karmann Ghia, Typ 3, VW 181 Kübel, Buggys, VW Busse sowie Sonderkarossen – tummelten sich bereits am Samstagmittag auf dem Sportgelände des Nordpunktdorfs. Kurz vor der Ausfahrt zum Dümmer gab es kaum mehr ein Durchkommen, denn rund 50 weitere Teilnehmer bevölkerten das Gelände, um zu Klönen und Fachwissen auszutauschen oder bei der Teilebörse auf Jagd nach Ersatzteilen und Raritäten zu gehen.

„Der Andrang macht mich echt sprachlos“, freute sich Manuel Hoffmann über den Zuspruch. Zudem begrüßte der Kopf des Orga-Teams mit Helmut Horn aus München einen namhaften Gast, der als Buchautor und Tuning-Experte in der Käfer-Szene längst kein Unbekannter ist.

Nach einer stimmungsvollen Party am Abend und von Vorfreude aufs nächste Jahr geprägtem Abschiednehmen, traten die Oldies am Sonntag schließlich gegen Mittag den Weg in ihre heimischen Garagen an.

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