Schnauferl der Oldtimer-Weserberglandfahrt halten beim Hoffest in Tonnenheide

150 Kilometer mit dem Laubfrosch und Opel-Rekord

Ob Jung oder Alt – die Fahrzeuge, die im Rahmen der Rintelner Oldtimer Weserbergland-Jubiläumsfahrt auf dem Hof Winkelmann in Tonnenheide Halt machten, zogen großes Interesse auf sich. - Fotos: Bokelmann

Tonnenheide - Auf den Tonnenheider Straßen war es am Sonntag voll. Neben den Besuchern, die von Nah und Fern das Hoffest des Spargelhofs Winkelmann ansteuerten, waren 175 Oldtimer-Fahrzeuge mit dem gleichen Ziel unterwegs. Die Teilnehmer der 20. Rintelner Oldtimer-Weserberglandfahrt legten gegen Mittag einen Halt in der Rahdener Ortschaft ein und zogen bei ihrer An- und Abfahrt zahlreiche Blicke auf sich.

Während sich die Fahrer am Spargelbüfett stärkten, beäugten zahlreiche Schaulustige die historischen Autos und motorisierten Zweiräder. Da gab es neben einem Daimler Benz und einem Ford Model A Tudor Sedan aus dem Baujahr 1930 auch einen Buick aus den 20er-Jahren zu bestaunen und das als Laubfrosch bekannt gewordene Opel-Modell reihte sich unter die Oldtimer, die während der Ausfahrt insgesamt 150 Kilometer zurücklegten. Vom Start auf dem Marktplatz in Rinteln ging es über Vlotho, Wulferdingsen und Tengern sowie Lübbecke nach Rahden und von dort über Bierde, Bad Eilsen und Möllenbeck schließlich zum Kirchplatz nach Rinteln zurück. Entlang der Straßen mussten die Fahrer verschiedene Prüfungen absolvieren, denn schließlich kommt es bei einer Oldtimer-Rallye nicht auf Schnelligkeit, sondern vielmehr auf fahrerisches Geschick an.

Das weiß auch Peter Arnold aus Unna. Gemeinsam mit seiner Frau war er bei der Ausfahrt dabei und berichtete stolz, wie er zu seinem Opel Rekord, Baujahr 1953, gekommen ist. „Der Wagen wurde ursprünglich nach Bern ausgeliefert. Vor zehn Jahren habe ich ihn nach Deutschland zurückgeholt und wieder zum Leben erweckt“, so der Rentner. Etwa drei bis vier Mal im Jahr holt Arnold den Wagen, der einst als Fahrzeug der gehobenen Mittelklasse gehandelt wurde, aus der Garage und unternimmt eine Tour.

Peter Arnold überprüfte nach der Ankunft in Tonnenheide zunächst den Motorraum seines Opel Rekord.

Zur Rintelner Weserbergland-Rallye war er von Unna aus mit seinem „normalen“ Auto gefahren – der Oldtimer durfte bis zum Start auf dem Anhänger mitfahren. „Nach jeder Fahrt wasche ich den Opel von unten und sprühe ihn mit Bienenwachs ein“, erläuterte Arnold die Pflege des Schnauferls, mit dem der Eigentümer im vergangenen Jahr sogar an der Fifa-World-Rallye in der Schweiz gestartet ist. „Ich hoffe, dass der Rekord noch lange hält“, wünschte sich Arnold. Mit 45 PS kam er am Wochenende neben 174 weiteren Oldtimer-Besitzern auf dem Tonnenheider Spargelhof der Familie Winkelmann an.

Dort bot sich den Besuchern beim Hoffest die Möglichkeit, verschiedene Köstlichkeiten rund um den Spargel zu probieren. An den Ständen heimischer Anbieter gab es zudem Gartendeko, Schmuck, Kaffeekreationen und mehr zu bestaunen und zu erwerben. Zudem hatte der Hofladen geöffnet und war mit allerlei frischen Waren ausgestattet. In der großen Halle des Spargelhofes hatten die Tonnenheider Landfrauen ihre selbstgebackenen Kuchen und Torten arrangiert und reichten Kaffee dazu.

Die Tonnenheider Schützen präsentierten ebenfalls ihr Können und luden zu einem Probeschießen am Gewehrstand ein, bei dem dann auch Preise winkten. Für das musikalische Rahmenprogramm hatten die Organisatoren neben den Musikern von den Essern Highlanders, einer Dudelsack-Band aus Essern und Umgebung, die schottisches Flair nach Tonnenheide brachte, auch das Duo Leuchtfeuer für das traditionelle Fest gewinnen können. Zu deren Klängen fertigten die Mitglieder der örtlichen Strickeschläger-Gruppe verschiedene Taue an und beantworteten die Fragen der interessierten Gäste.

Für die hielt auch Karl-Heinz Struck Infos parat. Der Mitarbeiter des Spargelhofes stellte den Betrieb vor und hatte einige Zahlen zusammengetragen: Auf 500 Hektar baut Winkelmann weißen, auf 20 Hektar grünen Spargel an. In der Saison kommen laut Strunk vier bis fünf Tonnen des edlen Gemüses pro Hektar zusammen. „Zu Spitzenzeiten im Mai ernten unsere Helfer rund zehn Tonnen pro Tag“, so Strunk. Besonders stolz ist man auf die familiäre Atmosphäre unter den Erntehelfern, die meist mehrere Jahre in Folge nach Tonnenheide kommen. „Sie bekommen einen Mindestlohn von acht Euro sowie eine Prämie nach Kilo“, erklärte Strunk. Die Unterkunft und eine tägliche warme Mahlzeit gibt es oben drauf.

Neben dem Spargel, für den Angaben des Mitarbeiters zufolge in den nächsten Wochen mehr Sonne wünschenswert ist, werden auf 100 Hektar Erdbeeren und auf 40 Hektar Heidelbeeren angepflanzt. - abo

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