Rund hundert Gäste folgen Einladung zum Grillabend für Einheimische und Flüchtlinge

Kennenlernen und gegenseitige Vorurteile abbauen

Begegnungen von Einheimischen und Flüchtlingen standen beim Grillabend der Gruppe „Rahden hilft“ am Donnerstagabend im Mittelpunkt. - Foto: Russ

Rahden - Der Grill war noch gar nicht angezündet, da bezeichnete Bernd Rieke den Grillabend an der Marktschänke schon als Erfolg. Zahlreiche Gäste – Einheimische wie Flüchtlinge – hatten es sich am frühen Abend bereits unter freiem Himmel gemütlich gemacht, und eine weitere Unterstützerin des Projekts „Rahden hilft“ hatte sich auch schon gemeldet.

Eine Irakerin, vor vielen Jahren selbst als Flüchtling nach Deutschland gekommen und inzwischen als Zahnärztin tätig, will bei der Organisation von gesellschaftlichen Veranstaltungen helfen, bei denen Flüchtlinge und Einheimische ungezwungen ins Gespräch kommen können.

Genau diesem Zweck diente auch der spontan von Bernd und Anja Rieke, Janine Albrecht-Koch und dem Marktschänke-Betreiber Andreas Kutsch organisierte Grillabend, der sich bis in den späten Abend zog, damit auch die Flüchtlinge teilnehmen konnten, die als praktizierende Muslime während des Ramadans erst nach Sonnenuntergang essen und trinken dürfen. Im Internet hatte es deswegen aufgeregte Diskussionen gegeben. Einige meinten, es sei respektlos, im Ramadan einen Grillabend zu veranstalten. Die rund hundert Besucher waren offenbar anderer Meinung.

„Wir wünschen uns ein friedliches Miteinander aller in Rahden lebenden Menschen“, sagte Bernd Rieke in einer kurzen Begrüßung. In Rahden werde eine sehr gute Flüchtlingsarbeit geleistet, sehr viele Mitbürger seien in diesem Prozess ehrenamtlich eingebunden. „Doch wir möchten eine außerparlamentarische und überkonfessionelle Vereinigung bilden, um noch mehr Menschen anzusprechen, um die Möglichkeit zu geben, sich einzubinden“, beschrieb er den Ansporn der neuen Gruppe, die keine Konkurrenz, sondern eine Ergänzung sein will.

Sich kennenlernen, voneinander lernen, gegenseitige Vorurteile abbauen: Das ist das Ziel dieser und weiterer ähnlicher Veranstaltungen, die die Gruppe plant. So kann sich Rieke zum Beispiel eine gemeinsame Veranstaltung vorstellen, in der Flüchtlinge den Einheimischen ihre jeweilige Landesküche vorstellen.

Um die Finanzierung langfristig zu sichern, plant die Gruppe übrigens in Kürze die Gründung eines Vereins. 

mer

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