Käfertreffen glänzt mit Teilnehmerrekord und vielen alten Schätzchen

300er-Marke geknackt

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Kunterbunt: Der VW T1 von Tina Neese und Sajid Hammed.

Pr. Ströhen - Liebevoll restauriert, auf Hochglanz poliert, den Urzustand erhaltend oder reine Naturschönheiten – das große Kulttreffen des Käferclubs Lübbecker Land in Pr. Ströhen lockte am Wochenende erneut Liebhaber luftgekühlter Fahrzeuge aus ganz Deutschland an die Landesgrenze. Erstmalig wurde die 300er-Marke an teilnehmenden Fahrzeugen geknackt.

Wer als Besucher über das weitläufige „Fahrerlager“ schlenderte, wurde schnell von der familiären Atmosphäre des weitläufigen Campingareals gefangen genommen. Ruhe und Gelassenheit bildeten zu dem munteren Knattern der Fahrzeuge keinen störenden, sondern einen bereichernden Kontrast, denn Knattern war zur Begrüßung quasi eine freudige Pflicht. Man kannte sich oder lernte sich kennen, fachsimpelte – oder hatte sich einfach so jede Menge zu erzählen. Schnell wurde in spontanen Gesprächen mit den stolzen Fahrzeugbesitzern deutlich: Jedes Gefährt hat seine Geschichte – und die möchte erzählt werden.

„Das war ein alter Polizei-Bulli“, strahlte Bernhard Rittmeier beim Anblick seines grünen VW T2, Baujahr 1976. „Ich hab lediglich noch ein Hubdach eingebaut und die komplette Campingausstattung nachgerüstet.“ Als Naturschönheit möchte der Paderborner sein Fahrzeug erhalten und nicht restaurieren. „Im Winter wird lediglich ein wenig nachgearbeitet, damit er gut in Schuss bleibt.“

Vollkommen verwandelt hat sich hingegen der T1 von Tina Neese und Sajid Hammed. Aus dem ehemaligen Krankenwagen, Baujahr 1966, ist ein farbenfrohes Reisemobil geworden. „Im Zelt schlafen war nichts für uns. Daher sollte ein Bulli der ersten Serie her“, erzählte die Münsteranerin. Mit dem eigentlichen Grün konnte sie sich nicht anfreunden, da musste was passieren. Jeder kann sich nunmehr von dem rollenden Kunstwerk, dessen Fahrzeugfront als Clou ein gemalter Kamelkopf ziert, überzeugen.

„Ich war als Kind schon von diesem Fahrzeug fasziniert“, ist auch Daniel Bake aus Bückeburg dem Charme seines Kübel, Typ I, mit Feldjäger-Sonderausstattung erlegen, den er in einer Online-Auktion ersteigerte. Doch nicht nur die luftgekühlten Vehikel selbst, sondern Accessoires und mitunter auch Beifahrer waren auf dem Veranstaltungsgelände immer wieder ein Hingucker: Wie das klapprige Skelett, das Christoph Bernsmann aus Hamm zu jedem Treffen in seinem Kübel begleitet. Neben den auffälligen Blickfängen punkteten andere Fahrzeuge mit zurückhaltender Schönheit und stellten, zumindest für Laien, ihren Wert unter den Scheffel. „Dieser Sambabulli mit Faltdach, 1953 gebaut, wird mittlerweile mit 150000 Euro in der Szene gehandelt“, wusste Manuel Hoffmann vom Organisationsteam mit Blick auf einen schwarz- roten Oldie zu berichten.

Käfertreffen in Preußisch Ströhen

Bereits am Freitag schlugen die ersten Teilnehmer ihre Zelte auf und freuten sich auf eine lange Partynacht. Nach einem gemächlichen Start in den Samstag ließen sich rund 50 Fahrer am Nachmittag die Ausfahrt zum Dümmer nicht entgehen. Andere zogen es vor, bei der Gebrauchteilebörse nach Ersatzteilen zu stöbern oder auf dem Gelände zusammenzusitzen. Auch das ein oder andere Jubiläum kristallisierte sich spontan heraus. „Ich hab nur zwei Treffen ausgelassen“, freute sich Reiner Bahls aus Papenburg über sein Silberjubiläum. Auch Simon Pieper ist bereits seit den Kinderschuhen dabei. Für den erst 13-Jährigen war es die zehnte Teilnahme.

Nach dem traditionellen Spanferkelessen wurde auch am zweiten Abend gefeiert, bevor am Sonntagmorgen die Zelte abgebrochen wurden.

Art

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