Schwerer Verkehrsunfall entpuppt sich als aufwendige Übung der Löschzüge Pr. Ströhen und Rahden

Jeder Handgriff muss geübt werden

Mit dem Spreizer verschafften sich die Feuerwehrleute ganz vorsichtig Zugang zum Fahrzeug, um den „verletzten Fahrer“ bergen zu können.  - Fotos: Russ

Pr. Ströhen - Von Melanie Russ. Die Alarmierung der Leitstelle erfolgte am Montagabend um 18.17 Uhr, wenige Minuten später waren in der Ferne bereits die Sirenen des ausrückenden Löschzugs Pr. Ströhen zu hören. Die Kameraden wähnten sich auf dem Weg zu einem schweren Verkehrsunfall auf der Holsinger Straße in Höhe der Hausnummer 2 in Pr. Ströhen. Nach einer Kollision seien zwei Personen verletzt und im Auto eingeklemmt, hieß es. Am Einsatzort angekommen, dauerte es einige Minuten, bevor den Feuerwehrleuten aus Pr. Ströhen und des ebenfalls alarmierten Löschzugs Rahden klar wurde, dass es sich lediglich um eine Übung handelte.

Mitglieder der DRK-Ortsgruppen Stemwede und Wagenfeld hatten die beiden vermeindlichen Fahrer mit reichlich Kunstblut „eingesaut“, um die Rettungskräfte möglichst lange hinters Licht zu führen. Die vier Komparsen gingen voll in ihrer Rolle auf. Vor allem die beiden „Fahrer“ stöhnten und schrien während der Rettungsaktion „vor Schmerzen“. Außerdem lief eine leicht verletzte Frau unter Schock stehend durch die Einsatzstelle und musste von den Feuerwehrleuten betreut werden. Eine weitere Person hatte sich unter Schock stehend von der Einsatzstelle entfernt. Bei der Suche nach ihr bewährte sich die neue Wärmebildkamera.

Mithilfe der Rettungsschere trennten die Rettungskräfte das Dach vom Unfallwagen.

Während sich einige Kameraden bis zum Eintreffen des Rettungsdienstes um die Verletzten kümmerten, sicherten andere die Unfallstelle ab und leuchteten sie aus. Nach dem Eintreffen des Löschzugs Rahden wurden die „Fahrer“ mit Schere, Spreizer und Rettungszylinder aus den Autos befreit. Die Befreiung einer Person aus einem Fahrzeug könne schon mal eine Stunde dauern, berichtet Reiner Langhorst, stellvertretender Wehrführer und Leiter der Übung. Anders als früher befreie man Verletzte, wenn sie im Fahrzeug stabilisiert werden können, nicht mehr im Hauruckverfahren, sondern gehe sehr behutsam vor, um weitere Verletzungen und unkonrollierte Bewegungen des Fahrzeugs zu vermeiden.

Nach der Bergung wurden die „Verletzten“ dem Rettungsdienst übergeben.

Neben Langhorst waren als Beobachter Wehrführer Mark Ruhnau sowie die beiden stellvertretenden Zugführer des zweiten Zuges, Thorsten Hodde und Andreas Kolkhorst, vor Ort. Ihre Analyse nach der im Großen und Ganzen wie geplant verlaufenen Übung fiel positiv aus. So ein Verkehrsunfall-Szenario sei nichts Neues für die Feuerwehr. Es müsse aber immer wieder jeder Handgriff geübt werden, damit er im Ernstfall auch sitze, sagt Langhorst. „Als sehr gut stellte sich heraus, dass der Rettungsdienst ,real‘ mit zwei Rettungswagen vor Ort war. Die Zusammenarbeit klappte sehr gut.“ Die gesteckten Übungsziele seien alle abgearbeitet worden. Bei der Abschlussbesprechung mit allen Beteiligten und den Beobachtern wurden alle Arbeitsschritte durch- und eventuelle Optimierungen angesprochen.

Die Löschzüge Rahden und Pr. Ströhen waren mit neun Fahrzeugen und 43 Rettungskräften vor Ort. Die Einsatzleitung hatte Brandinspektor Ingo Buschendorf (Pr. Ströhen). Außerdem an der Übung beteiligt waren zwei Rettungswagen der Standorte Rahden und Lübbecke aus dem Tagesdienst, die von sieben Rettungsassistenten aus den Freischichten besetzt waren. Unter ihnen waren zwei Auszubildende, für die die Übung ebenfalls eine lohnende Erfahrung war. Ihnen dankte Langhorst ebenso wie den DRK-Ortsgruppen Stemwede und Wagenfeld sowie Carsten Strümpler, Kai und Nils Dammeyer für die Ausarbeitung der Übung und dem Autohaus Buschendorf, das die Unfallfahrzeuge zur Verfügung gestellt hatte und für den Abschleppdienst zuständig war.

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