70 Jahre Wehrtreue: Hermann Summann

„Mit früher nicht mehr zu vergleichen“

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Zugführer und stellvertretender Wehrführer Reiner Langhorst (l.) überreichte mit seinen Stellvertretern Ingo Buschendorf und Stefan Wagenfeld (r.) Feuerwehrsenior Hermann Summann die hohe Auszeichnung für 70 Jahre Wehrtreue.

Pr. Ströhen - „Es ist zutiefst beeindruckend und mit früher in keiner Weise zu vergleichen.“ Bereits vor wenigen Wochen stand Hermann Summann vor Überwältigung das Wasser in den Augen, als er bei einem Ausflug des Seniorenheimes Gärtner dem Feuerwehrgerätehaus als seiner ehemaligen Wirkungsstätte einen Besuch abstattete. Am Sonnabend wurde dem Unterbrandmeister im Ruhestand beim Kameradschaftsabend des Pr. Ströher Löschzugs bei Buschendorf für 70 Jahre Mitgliedschaft in der Feuerwehr das Feuerwehrehrenzeichen des Verbands der Feuerwehren NRW verliehen.

Als er im Januar 1946 im Alter von 19 Jahren als Feuerwehrmannanwärter der Löschgruppe Pr. Ströhen beitrat, war das Ausbildungswesen der Feuerwehr noch nicht sonderlich stark ausgeprägt. „Lehrgänge hast du nicht besucht, früher hieß es noch Learning by doing“, so der Stellvertretende Wehrführer und Pr. Ströhens Zugführer Reiner Langhorst in seiner Laudatio. Bis zum Unterbrandmeister (1978) reichte Summanns Feuerwehrkarriere, die er lieber in der zweiten Reihe absolvierte. Neben dem Feuerwehrehrenzeichen in Silber und Gold (1972 und 1985) erhielt er 2008 rückwirkend die Sonderauszeichnung für 60 Jahre Wehrtreue. Seit 1986 fühlt er sich in der Ehrenabteilung „pudelwohl“.

„Als Küchenbulle hattest du als aktiver Kamerad ein wichtiges Amt inne“, stellte Langhorst heraus. „Doch auch sonst warst du, wenn es darum ging tatkräftig anzupacken, immer zur Stelle. Auch in brenzligen Situationen hast du an vorderster Front gekämpft.“ „In der Regel handelte es sich um Löscheinsätze, da war Manneskraft gefordert. Unzählige Male haben wir mit Forke und Handschuhen Stall- und Scheunenbrände bekämpft“, erinnert sich der 89-Jährige, selbst ein Kind der Landwirtschaft.

In seiner aktiven Zeit erlebte Summann den Wandel zum Löschzug, die Anschaffung immer moderner werdender Fahrzeuge sowie den Neubau des Gerätehauses in den 60er-Jahren, das als Sozialtrakt ins heutige Domizil integriert wurde. „Was jüngst entstanden ist, macht mich sprachlos. So etwas Modernes und das mitten auf dem Dorf.“

Früher sei es im Blaumann mit Koppel und Helm zum Einsatz gegangen. „Es ist toll, dass die Einsatzkräfte angesichts der gewachsenen Herausforderungen in der modernen Ausrüstung und Technik heute solch Hilfestellung und Unterstützung finden. Doch es ist auch wesentlich mehr Arbeit, den heutigen Fuhrpark und die Gerätschaften zu pflegen“, weiß der Senior, dessen Herz unvermindert für die Feuerwehr schlägt.

Auch wenn der Fortschritt weiter um sich greift, ändern sich manche Diskussionen nie. „Blaues oder weißes Hemd“ – diese Frage beschäftigte die Kameraden zu feierlichen Anlässen damals schon“, erinnerte Zugführer Langhorst schmunzelnd. „Es blieb Jahrzehnte lang beim blauen Hemd. Erst vor drei Jahren erfolgte gemäß dem Uniformerlass der Landesregierung der Wechsel zum weißen Hemd.“

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