25 Jahre Selbstverteidigung beim TuSpo: Interview mit Gründer Heinz Hagedorn

„Das Do ist das Ziel“

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Die Mitglieder der Selbstverteidigungsgruppen trainieren regelmäßig. Wer Lust hat, mitzumachen, kann während der Trainingszeiten (siehe Infokasten) vorbeischauen.

Rahden - Bo-Jutsu und der koreanische Kampfsport Taekwon-Do sind Elemente aus der Abteilung Selbstverteidigung, die seit 25 Jahren im TuSpo 09 Rahden besteht. Am Sonnabend, 19. September, feiert die Abteilung ihr Jubiläum mit einem Lehrgang verschiedener Kampfsportrichtungen und anschließendem gemütlichen Beisammensein. Ehemalige und aktive Sportler sind dazu eingeladen. Zum Jubiläum haben die Kampfsportler Sven und Heike Tiemann Großmeister Heinz Hagedorn besucht. Er gründete in Rahden die Abteilung Selbstverteidigung und leitete sie bis zum Jahr 2007.

Tiemanns: Welche Positionen bekleiden Sie?

Heinz Hagedorn: Mit dem Taekwon-Do (TKD) begann ich im Jahr 1973. Im TuSpo 09 Rahden war ich als Lehrer für Taekwon-Do und Selbstverteidigung tätig. Weiter war ich Vize-Präsident der International Budo Federation (IBF) Deutschland und Vizepräsident der IBF International von 1997 bis 2008. Außerdem unterrichtete ich als Lehrer für Taekwon-Do und All-Style-Karate in der IBF-Deutschland.

Wie sind Sie zum Taekwon-Do gekommen?

Hagedorn: Mit 15 Jahren, durch einen Nachbarsjungen aus Espelkamp, der immer zum Polizei-Sportverein Osnabrück gefahren ist.

Was veranlasste Sie, die Abteilung Selbstverteidigung zu gründen?

Hagedorn: Ich habe ja schon vorher im Taekwon-Do-Verein Espelkamp Erfahrung gesammelt. Dort war ich der Begründer und erster Vorsitzende. Dann habe ich den Verein nach einigen Jahren aus privaten Gründen verlassen. Der erste Vorsitzende vom TuSpo Rahden, Helmut Kummer, hat mich überredet, die Abteilung in Rahden zu gründen. Nach 18 Jahren Leitung gab ich die Abteilung Selbstverteidigung aus privaten Gründen an Meister Walter Bock, Meister Mohammed Khoudraji und Meister Stefan Lange ab.

Was hat sich beim Training im Lauf der Zeit verändert?

Hagedorn: Bei Japanern und Koreanern ist es etwas Besonderes, wenn man korrigiert wird, da man es wert ist, korrigiert zu werden. Heute geht es um Gesundheit und nicht darum, körperliche Eigenschaften zu entwickeln, die übermenschlich sind. Viele machen heute TKD, um Sport zu machen.

Eigentlich soll Taekwon-Do den Körper und Geist erhalten. Da steckt eine Philosophie dahinter, dies wird heute leider oft vergessen. Das Do („Weg“/„Lehre“) wird ja auch mit einem Bindestrich abgegrenzt. Do – dies ist eine Philosophie, eine Lebenseinstellung gegenüber seinen Mitmenschen und allen anderen – ein gewisser Respekt seinen Eltern, Mitschülern und Mitmenschen gegenüber. Und wenn man diesen nicht erweist, weil die Menschen eine andere Einstellung haben, dann passt die Philosophie nicht mehr. Dann macht man nur noch Taekwon, ohne Do.

Was ist für Sie das Wichtigste am Taekwon-Do?

Hagedorn: Taekwon-Do zu erleben und erfahren. Sich ein zu Ziel setzen und das Ziel auch immer zu verfolgen. Und Respekt gegenüber seinen Mitmenschen. Das Do ist das Ziel!

Ihre größten Erfolge sind….

Hagedorn: Dass meine Schüler bei Turnieren oft gut abgeschnitten haben, bei WM, EM, DM, Internationalen Meisterschaften und Nationalen Meisterschaften, ohne sich dabei zu verletzen. Ebenso, dass sie bei Dan- (Meister) und Kup- (Schüler) Prüfungen immer gut abgeschnitten und ihre Ziele verwirklicht haben.

Ich bin bis nach Russland gereist, dort gab ich Unterricht an der Offiziersschule in Wladimir. In Amerika durfte ich in einer der Größten der „Hall of Fame“-Veranstaltungen der World Head of Family Sokeship Council (USA) ebenfalls Unterricht geben.

Welches ist Ihre Lieblingstechnik / Tul?

Hagedorn: Eigentlich alle Techniken im Taekwon-Do. Hosinsul (Selbstverteidigung) ist aber wahre meine Leidenschaft. Deswegen habe ich auch Hapkido, Ju-Jitsu und viele andere Stile gemacht, die in diese Richtung gehen.

Hatten Sie die Gelegenheit, nach Korea zur reisen?

Hagedorn: Vor einigen Jahren hatte ich eine Einladung zu den World Games vom IOC (Weltspiele der nicht olympischen Spiele). Ich bin ja auch Hauptkampfrichter für Taekuk Musul. Leider hat dies aber aus privaten Gründen nicht geklappt. Aber die Koreaner waren hier oft in Deutschland und Europa, so hab ich bei ihnen dann Unterricht gehabt.

Was machen Sie jetzt als nächstes?

Hagedorn: Jetzt mache ich nur noch das, was mir Spaß macht, wenn es zeitlich und gesundheitlich geht. Aktuell stehen ein paar Lehrgänge in Taekwon-Do, Hapkido, All-Style-Karate und Prüfung in All-Style-Karate und TKD an.

Nähere Infos zum Jubiläum und Anmeldungen bei Stefan Lange unter Telefon 05771/9779357 oder per E-Mail an st-an@imail.de.

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