Immenklause und Bahnbrücken im Zentrum des Drohner Ortsteilgesprächs

Jeder Ort braucht einen Begegnungspunkt

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Zahlreich waren die Drohner zum Ortsteilgespräch mit Bürgermeister Kai Abruszat in die Immenklause gekommen.

Drohne - Von Melanie Russ. Zwei Themen beschäftigen seit geraumer Zeit die Drohner Bürger: die Bahnbrücken und die Immenklause. Beides stand am Dienstagabend auch im Mittelpunkt des Ortsteilgesprächs mit Bürgermeister Kai Abruszat in eben jener „sagenumwobenen“ Immenklause, von der er schon viel gehört habe, begrüßte Abruszat die zahlreich erschienen Drohner und gab damit zugleich den Ton an für eine freundlich, sachliche Diskussion.

Beim Thema Immenklause schob Abruszat Unstimmigkeiten und Absprachen der Vergangenheit gleich vom Tisch und blickte nach vorn. „Was sind Ihre Vorstellungen? Wofür möchten Sie die Immenklause nutzen?“, wollte er wissen und erhielt konkrete Antworten.

Heinrich Rennegarbe stellte das Konzept vor, dass die Dorfgemeinschaft im vergangenen Jahr erarbeitet hatte. Ursprünglich war auch die Feuerwehr in die Planungen einbezogen worden, nachdem sich herauskristallisiert hatte, dass es wohl zu einer Zusammenlegung der Löschgruppen Drohne und Dielingen kommen wird, konzentrieren sich die Planungen jetzt ausschließlich auf die Immenklause.

Mit schlüssigem

Konzept zum Erfolg

Es sei der einzige Versammlungsort für Vereine und für Beerdigungskaffeetrinken, hob Wilhelm Gülker die Bedeutung des etwas in die Jahre gekommenen, aber keineswegs maroden Gebäudes hervor. „Ich glaube, dass jeder Ort einen Begegnungspunkt braucht“, äußerte Abruszat Verständnis. Nach einem Ortstermin des Bauamts mit Vertretern des Kreises ist er zuversichtlich, dass ein Baugenehmigungsverfahren für eine Sanierung Erfolg hätte. „Das setzt aber ein schlüssiges Konzept voraus.“ Und die Dorfgemeinschaft müsse kräftig mit anpacken.

Konkrete Gedanken haben sich die Drohner bereits gemacht. Zum einen wünschen sie sich eine Trennwand – im Idealfall beweglich – um den großen Raum flexibler nutzen zu können. Auch der 70er-Jahre-Charme der Einrichtung ist nicht so charmant, dass sie nicht mal erneuert werden dürfte. Ansonsten sind die Drohner nicht besonders anspruchsvoll. Die Fenster sind laut Rennegarbe zwar noch die einfach verglasten Originale, bei 30 bis 40 Nutzungen im Jahr sei die Dämmung aber nicht so entscheidend. Ein neues Dach wäre aus Sicht der Drohner natürlich schön, aber nicht zwingend erforderlich. Falls es wieder mal rein regne, könne man das reparieren, so Rennegarbe. Außerdem soll der Anbau abgerissen werden, weil das Stuhllager nicht mehr benötigt wird.

Der Küchenbereich wurde bereits mit „ganz kleinem Geld“ entkernt und mit ein paar neuen Schränken fürs Geschirr ausgestattet. Das einzige, was dort künftig gekocht werden soll, sind Kaffee und Tee. Herde sind darum nicht erforderlich.

Rahmenentwurf mit

Blick auf die Kosten

Abruszat riet den Drohnern, einen Rahmenentwurf für die Verwaltung zu erstellen und dabei auch die Kosten im Blick zu haben. Die Betriebskosten hätten sich 2015 inklusive kleinerer Instandhaltungsmaßnahmen auf 9400 Euro belaufen. Eine Sanierung des Wellplattendachs könne um die 40000 Euro kosten, Wärmedämmung rund 35000 Euro. „Es sollte klar sein, dass es schnell Richtung 100000 Euro geht“, ergänzte ein Zuhörer. „Je mehr Sie bei den Planungen die Realisierung im Auge haben, desto schneller hat ihr Antrag im Rat Erfolg“, so Abruszat, der sich außerdem eine konkrete Person wünscht, die sich um Vermietung und Verwaltung der Immenklause kümmert.

„Spatenstich“ für

Brücke im Sommer

Zum Thema Bahnbrücke informierte Abruszat im Wesentlichen über den geplanten Zeitrahmen. Beginnen sollen die Arbeiten an der Brücke „Im Ort“ spätestens im August/September mit einer Art Spatenstich, den man ja mit einer Festivität verbinden könnte, regte er an. Der Abbruch beginnt Mitte Oktober, die Sperrung wird voraussichtlich Anfang 2017 beginnen und im November enden. „Und das kann man ja auch wieder mit einer Feier verbinden“, so Abruszat, der offenbar gut über die Feierfreude der Drohner informiert ist.

Zur Frage des Bewuchses konnte er sagen, dass auf dem Erdwall in Richtung Norden der besseren Sicht wegen kleine Gewächse vorgesehen sind, Richtung Süden kleinere Gehölze. Für die Drohner unbefriedigend blieb die Antwort auf die Frage Gülkers nach der Einbeziehung der Brücke in den Winterdienst. Bei dem jüngsten Glatteis sei sie kaum befahrbar gewesen. Abruszat verwies auf das 650 Kilometer lange Straßennetz, das nicht komplett versorgt werden könne. Der Rat hatte 2010 entschieden, welche Strecken berücksichtigt werden. Wenn Änderungsbedarf bestehe, müsse der Beschluss angepasst werden. Bauleute hätten ihm übrigens gesagt, dass für eine längere Haltbarkeit auf Brücken möglichst wenig Salz verwendet werden sollte.

Bahnbrücke wichtig

für Drohne

Der Bürgermeister bekannte sich ausdrücklich zu der Bahnbrücke. Sie sei wichtig für den Ort, weshalb er auch seinerzeit im Regionalrat für eine Förderung votiert habe. Denn ohne diese Förderung, so Abruszat, wäre eine neue Brücke nicht finanzierbar gewesen. „Nach über 30 Jahren sind die Drohner aber auch wieder mal dran“, sagte ein Bürger, der wie viele andere in Drohne das Gefühl hat, ihre Ortschaft werde generell benachteiligt. „Wenn die Brücke in Levern stünde, hätte es weniger Diskussionen gegeben, ergänzte ein weiterer Zuhörer.

Bezüglich der Brücke „In den Wiesen“ konnte Abruszat den Drohnern keine Hoffnungen machen. „Das wäre unredlich.“ Sollte sich die Förderkulisse in den nächsten Jahren verbessern, könne man noch mal über eine Sanierung nachdenken, Stand jetzt sieht er aber keine Möglichkeit für den Erhalt. Der Rat hatte bekanntlich beschlossen, die baufällige Brücke solange stehen zu lassen, wie es die Sicherheit erlaubt, und sie dann abzureißen.

Günter Bohne warb dafür, in den Wiesen zumindest eine kleine Brücke für Fußgänger und Radfahrer zu erhalten, damit sie nicht den Umweg über das Dorf nehmen müssten. Das könne man aber dann klären, wenn die alte Brücke abgerissen werden müsse.

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