Ulrich Mentemeier berichtet über seine Arbeit im Stadtarchiv

Im historischen Gedächtnis der Stadt ist noch Platz

Im Bahnhof in Rahden können Besucher auf die Stadt-, Vereins- und Familiengeschichten zurückgreifen. Ulrich Mentemeier öffnet einmal in der Woche das Stadtarchiv. - Foto: Bokelmann

Rahden - 130 Personen haben binnen einen Jahres das Rahdener Stadtarchiv besucht und damit die Zahlen aus den Vorjahren etwa konstant gehalten. Im Bahnhof waren sie in aller Regel auf der Suche nach Informationen über ihre Familiengeschichte, Vereinsgründungen und das historische Leben in Rahden, hieß es nun im Ausschuss für Soziales, Kultur und Tourismus der Stadt.

Seit 34 Jahren stehen den Besuchern die Dokumente zur Verfügung, über die Stadtarchivar Ulrich Mentemeier genau Buch führt, sie erweitert und digitalisiert. So werden aktuell die B- und C-Bestände in ein Archivprogramm aufgenommen und somit langfristig gespeichert, berichtete Mentemeier den Ausschussmitgliedern. Bei diesen Ordnern handelt es sich um die Archivalien der kommunalen Provenienz.

Zudem stehen für ihn Bestandsaufnahmen für die Landesinitiative Substanzerhalt auf der Liste seiner Aufgaben. „Derzeit müssen die Dokumente massenentsäuert werden“, sagte Mentemeier. Es befinden sich dafür momentan 165 Kilo Unterlagen im Amt des Landesverbands Westfalen-Lippe (LWL). In diesen sind Gegebenheiten aus den Jahren 1808 bis 1898 niedergeschrieben. Der Bestand aus dem Bereich B, in dem die Stadt auf die Zeit zwischen bis 1898 und 1937 zurückgreifen kann, habe die Entsäuerung schon hinter sich, so Mentemeier.

Im Berichtszeitraum habe er 68 telefonische Anfragen erhalten, so der Stadtarchivar. Daraufhin habe er sich den „umfangreichen Nachforschungen“ gewidmet, die sich in den meisten Fällen mit Erbenermittlungen befassten. Außerdem habe es einige Anfragen von Studenten gegeben, die sich im Rahmen ihrer Bachelor- und Masterarbeiten mit den historischen Dokumenten beschäftigen. Ferner profitiert der Arbeitskreis Jüdisches Leben in Rahden von der Anlaufstelle im Bahnhof. „Es ist eine gegenseitige Befruchtung“, verbildlichte Stadtheimatpfleger Claus-Dieter Brüning das Verhältnis der Geschichtsinteressierten untereinander.

Als weitere Aufgaben des Stadtarchivars nannte Mentemeier die Anfertigung von Kopien für das Standesamt sowie die Fortsetzung der Personenstandsregister.

„Besonders gefreut habe ich mich über neue Exponate“, sagte Ulrich Mentemeier und nannte die Liedertafel Rahden und die Realschule, die Unterlagen archiviert hätten. „Wenn demnächst die Schulen in Rahden auslaufen, würde ich mir wünschen, dass auch ans Stadtarchiv gedacht wird“, appellierte Mentemeier, an das historische Gedächtnis der Stadt zu denken. Auch private Nachlässe nehme er entgegen. Allerdings entscheide er, „was Sinn für die Geschichte macht und stelle nicht alles ins Archiv“.

„Für die nächsten Jahrzehnte habe ich noch ausreichens Platz“, stellte Mentemeier abschließend heraus. Weil immer mehr digital abgewickelt werde, könnte er weitere Unterlagen wie Rechnungen, Tagebücher und Aufzeichnungen unterbringen.

Das Stadtarchiv im Bahnhof hat dienstags in der Zeit von 9 bis 13 Uhr und zusätzlich jeden letzten Donnerstag im Monat von 17 bis 19 Uhr geöffnet. 

abo

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