Heute ist internationaler Tag des Baumes: Eiche in Wehe ist über 300 Jahre alt

Wuchsform als Retter

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Naturdenkmal: Die Stieleiche auf dem Weher Dorfgemeinschaftsplatz gehört zu den rund 20 Einzelbäumen oder Baumgruppen im Rahdener Stadtgebiet, die aufgrund ihrer besonderen Bedeutung unter Naturschutz gestellt worden sind. Eine Bank rund um den Baum lädt Radfahrer und Wanderer zum Verweilen ein – auch heute am Tag des Baumes.

Wehe - Schattenspender, Ort des Friedens, Lebensraum für Vögel und Insekten, Rohstofflieferant – Bäume spielen eine wichtige Rolle in der Kulturgeschichte der Menschen. Der heutige internationale Tag des Baumes rückt alle Bäume in den Mittelpunkt. Aufgrund ihrer besonderen Bedeutung sind im Rahdener Stadtgebiet rund 20 Einzelbäume oder Baumgruppen in der Liste der Naturdenkmäler des Kreises Minden-Lübbecke eingetragen. Zu ihnen gehört auch die imposante Stieleiche auf dem Dorfplatz in Wehe.

Es braucht etwa acht Ein-Meter-Schritte, um den beeindruckenden Baum mit der großen Krone und den weit ausladenden Ästen zu umrunden. Eine Ringeltaube gurrt in der Baumspitze. Ein Specht muss einige Meter tiefer am Werk gewesen sein. Seine Spuren sind noch zu erkennen. Ameisen bahnen sich ihren Weg über die kräftige Rinde. Flechten wachsen am Fuß des Eichbaums, der Kraft und Macht symbolisiert und gleichzeitig Sinnbild des Friedens, des Aufbaus und des Wachstums ist.

Eichen sind zwar äußerst langlebig, eine 1000-jährige Eiche, so wird es oft behauptet, sei der Baum aber nicht, sagt Heinrich Wiegmann. Der Weher Ortsheimatpfleger schätzt das Alter der Stieleiche auf 300 bis 350 Jahre. Ebenfalls uneinig sind sich Baumfreunde darüber, ob es sich um drei Stämme handelt, die zusammengewachsen sind, oder um einen Baum.

Wiegmann kann sich mit Verweis auf die knorrige Form vorstellen, dass es eine Kopfeiche gewesen sei. Das bei den Kopfschnitten anfallende Astwerk war zwar nicht als Bauholz oder wie bei den Kopfweiden zum Körbeflechten geeignet. Die Eichenrinde der Reiser wurde aber zum Gerben von Leder und zum Färben von Stoffen verwendet.

Wie dem auch sei, die knorrige Form wird dem Baum wahrscheinlich das Leben gerettet haben. Gerade gewachsene Eichenstämme waren aufgrund ihres hochwertigen Nutzholzes schon bei unseren Vorfahren gern verwendetes Material für Möbel, Fachwerkhäuser und Schiffe.

Für das gute Wachstum der Eiche in Wehe macht Heinrich Wiegmann die günstigen Bedingungen verantwortlich. „Der Baum hat neben einer Notkuhle gestanden“, erklärt er. So bezeichnete man damals einen Feuerlöschteich. Zu den weiteren Deutungen des Begriffs will sich der Ortsheimatpfleger nicht weiter auslassen. Er schmunzelt nur.

Ursprünglich hat die stattliche Eiche als Hofbaum ein landwirtschaftliches Anwesen im Weher Zentrum verziert, berichtet Heinrich Wiegmann weiter. Der Bauernhof ist längst verschwunden. Später haben Kinder unter dem Baum gespielt. Bis 1962 diente das Gelände als Schulhof und als Feldhandballplatz.

Heute wird der Ort rund um die Eiche als Dorfgemeinschaftsplatz genutzt. Das liebevoll von der Dorfgemeinschaft gepflegte Gelände lädt aber auch Radfahrer und Wanderer zum Verweilen ein. Dabei spendet die Eiche Schatten.

Um die hohe Bedeutung aller Bäume näherzubringen und im Bewusstsein zu halten, wird der internationale Tag des Baumes in Deutschland seit 1952 begangen. Verschiedenste Organisationen rufen seitdem Jahr für Jahr die Menschen dazu auf, einen Baum zu verschenken, zu pflanzen, zu begießen, zu schützen oder einfach den Lieblingsbaum zu besuchen.

SoR

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