Bauern fordern mit Plakat-Aktion bessere Erzeugerpreise / Handel übt laut Landwirtschaftsverband Druck aus

Hermann Seeker: „Lebensmittel sind mehr wert“

Heimische Landwirte machen derzeit mit Plakaten darauf aufmerksam, dass immer mehr von ihnen aufgrund sinkender Erzeugerpreise rote Zahlen schreiben. - Foto: WLV

Minden-Lübbecke - 25 Cent für einen Liter Milch, 26 Cent von 200 Gramm Wurst, ein Cent von einem Brötchen – das, was Landwirte für Lebensmittel erhalten, wird immer weniger. Mit Plakaten machen Bauern im Kreis Minden-Lübbecke nun gegen das Verramschen von Lebensmitteln aufmerksam, berichtet der Westfälisch-Lippische Landwirtschaftsverband (WLV) in einer Pressemitteilung.

Während die Erzeugerpreise der Landwirte gesunken sind, haben sich die Ladenpreise demnach wenig verändert. „Die Spannen verbleiben bei den Vermarktern und vor allem bei dem Lebensmitteleinzelhandel“, kritisiert der Vorsitzende des Landwirtschaftlichen Kreisverbandes Minden-Lübbecke Hermann Seeker. Gleichzeitig würden immer mehr landwirtschaftliche Betriebe rote Zahlen schreiben.

Mit Plakaten weisen die Bauern-Familien deutschlandweit darauf hin, dass Schleuderpreise für Lebensmittel eine nachhaltige Landwirtschaft und eine heimische Lebensmittelerzeugung zu hohen Standards mittel- und langfristig gefährden. „Wir brauchen Preise, die allen Akteuren der Lebensmittelkette eine Perspektive und vor allem uns Landwirten ein Überleben ermöglicht“, untermauert Seeker. „Mit Erzeugerpreisen von 0,25 Euro für ein Liter Milch und 1,30 Euro für ein Kilogramm Schweinefleisch können wir nicht leben“, so der Vorsitzende. 2016 sei keine Trendwende in Sicht.

Der Lebensmitteleinzelhandel übt laut Mitteilung Preisdruck aus. Vier Unternehmen – Edeka, Rewe, Aldi und die Schwarz-Gruppe, also Lidl und Kaufland – würden sich 85 Prozent des Marktes teilen. Landwirte erhielten heute im Durchschnitt nur noch 22 Prozent von dem, was Verbraucher an der Ladenkasse ausgeben. Bei Brot und Co. seien es sogar nur noch fünf Prozent. Dabei stiegen die Lebensmittelpreise im Laden in den Jahren 2014 und 2015 sogar leicht am, so der Landwirtschaftsverband. „Niedrigere Agrarpreise schlagen damit kaum auf die Lebensmittelpreise durch“, bemerkt Hermann Seeker. Eine Situation, die sich durch die geplante Übernahme der Supermarktkette Kaiser‘s Tengelmann durch Edeka zu verschlimmern drohe.

Heimischen Bauern wollen dem WLV zufolge nachhaltig erzeugen. 77 Prozent der Verbraucher gäben an, großes Vertrauen in deutsche Lebensmittel zu haben. Aber ohne wirtschaftlichen Erfolg lasse sich das auf Dauer nicht machen. Deshalb fordert der Vorsitzende: „Lebensmittel sind mehr wert! Wir brauchen bessere Preise für uns Bauern!“

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