Heimatverein zieht Antrag zurück

Ärger um Förderung

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Noch nicht in den Brunnen gefallen: In Sielhorst wird noch beraten, wie man mit der fehlenden Förderrichtlinie zur Dorferneuerung umgehen will.

Rahden - Eine behindertengerechte Toilettenanlage am Göpelhaus in Sielhorst, der Ausbau des Müllerhauses an der Tonnenheider Mühle und ein neuer Friedhofsvorplatz in Wehe – Projekte, die schon seit einiger Zeit geplant sind, aber aufgrund fehlender Fördermittel bislang nur auf dem Papier bestehen.

Denn die neue Förderrichtlinie für den bereits laufenden Zeitraum von 2014 bis 2020 zur Förderung der Dorferneuerung liegt noch nicht vor, weil das NRW-Umweltministerium die Details noch zusammenträgt. Für Dezember rechnen die Verantwortlichen von der Bezirksregierung mit einer Entscheidung. Doch selbst dann könnte es für die Region schwierig werden, da die Förderungen über eine landesweite Auswahlliste verteilt werden sollen, wenn man den Informationen glaubt, die Rahdens Bauamtsleiter Dieter Drunagel zuletzt vorlagen.

Wilfried Buschmann spricht von einer „Verzögerungstaktik“, denn seit mehr als zwei Jahren wartet er als Vorsitzender des Heimatvereins Tonnenheide auf den Bescheid der Bezirksregierung. Mit dem Fördergeld sollte der Ausbau des Dachgeschosses am Müllerhaus finanziert werden. Doch jetzt haben die Heimatfreunde keine Lust mehr zu warten: „Wir geben unser Projekt nicht auf und setzen auf die Unterstützung von kommunalen Vereinen und Gruppen“, erklärt Buschmann auf Nachfrage. Das heißt konkret, dass der Heimatverein das Projekt nun eigenständig in die Hand nehmen will.

Laut Buschmann soll noch in diesem Jahr mit dem Ausbau begonnen werden. Der Hauptgrund für diese Entscheidung liegt in der Genehmigung für den Ausbau. Diese liegt dem Heimatverein, der im Januar 2013 den Förderantrag gestellt hatte, vor und läuft im kommenden Jahr ab. Zwar könne das Projekt nun nicht sofort umgesetzt werden, aber „wir machen einen Schritt nach dem anderen“, so Buschmann.

Auch in Sielhorst macht man sich bereits Gedanken darüber, wie der Bau der Toilettenanlage ohne Förderung gestemmt werden kann. „Es läuft wohl darauf hinaus, dass wir sehen müssen, wie wir es selbst hinkriegen“, sagt Heimatvereinsvorsitzender Karl-Heinz Kopmann. Noch sei der Förderantrag nicht zurückgezogen, so ganz lange warten wolle man aber nicht mehr. Ihren Antrag haben die Sielhorster über die Stadt vor fast drei Jahren gestellt.

Im Gegensatz zu Tonnenheide und Sielhorst sehen sich die Mitglieder des Vereins „Wehe aktiv“ in der „privilegierten Lage, dass wir bereits ein Konzept haben“, sagt Vereinsvorsitzender Heinz Grundmann. Damit spielt er auf die Voraussetzung für Fördergeld an: Entweder muss jede Ortschaft ein Dorfinnenentwicklungskonzept (DIEK) erstellen, wie Wehe es bereits getan hat, oder die Stadt ein „Integriertes kommunales Entwicklungskonzept“ (IKEK) beschließen.

„Wir haben unsere Schularbeiten gemacht und müssen weiter abwarten“, erklärt Grundmann, dass der Antrag für die Maßnahmen am Friedhofsvorplatz soweit formuliert sei. Wenn die Richtlinien im Umweltministerium beschlossen werden, müssten nur noch Formulierungen angepasst werden. Daher will man in Wehe den Antrag bestehen lassen.

abo/mer

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