Hauptausschuss diskutiert nach CDU-Antrag über mögliche Bestattungsformen

Friedhöfe besser auslasten und „Tote im Dorf lassen“

+
Die Rahdener Friedhofssatzung und die zugehörige Gebührensatzung müssen angepasst werden, wenn künftig Doppelurnengräber eingerichtet werden. Ob Baumbestattungen das Angebot der Friedhofskultur erweitern, wie es die CDU-Fraktion gefordert hatte, ist derzeit noch offen.

Rahden - „Die Toten im Dorf lassen“, bedeutet Friedrich Schepsmeier (SPD) zufolge der Antrag der CDU-Fraktion, der sich mit den Möglichkeiten der Bestattungen auf den Rahdener Friedhöfen beschäftigt. Die Christdemokraten möchten Baumbestattungen, ähnlich einem Friedwald, anbieten, um sich dem Wandel in der Bestattungskultur anzupassen. Damit soll sich nun ein fraktionsübergreifender Arbeitskreis beschäftigen. Die ebenfalls geforderten Doppel-urnengräber werden in einer Neuerung der Friedhofssatzung aufgenommen.

Das hat der Haupt- und Finanzausschusses am Donnerstag beschlossen. Einen Friedwald könne Rahden aufgrund fehlender Flächen nicht bieten, sagte Ralph Picker. Alternativ gebe es auf dem Rahdener Friedhof das Rasengrabfeld, auf dem Pflege und Gestaltung der Grabstätte für die Angehörigen entfalle. „In unmittelbarer Nähe sind bereits Bäume gepflanzt worden“, erinnerte der Kämmerer. Zudem hätten alle Friedhöfe pflegefreie Flächen.

Hermann Schmidt (CDU) glaubt, dass Baumbestattungen beispielsweise auf dem Friedhof in Tonnenheide möglich wären. „Die Flächen sind doch da und es kostet uns kein Geld“, sagte er. „Jetzt haben wir dort viele Grünflächen und der alte Baumbestand sorgt für ein parkähnliches Ambiente“, ergänzte CDU-Fraktionssprecherin Bianca Winkelmann. Friedrich Schepsmeier ist der Meinung, dass man überlegen muss, welche Friedhöfe sich für Baumbestattungen anbieten. „In Wehe wäre das möglich“, meinte er als Heimatvereinsvorsitzender.

Das zusätzliche Angebot sieht Winkelmann als „zeitgemäße Erweiterung“, die zur besseren Auslastung der Friedhofsflächen führen könnte. Das käme auch der finanziellen Situation entgegen, denn ausreichend Gebühren würden nur bei entsprechender Auslastung eingenommen. „Wir kommen mit dem Sterben nicht nach“, sagte Schepsmeier zu diesem Aspekt.

Derzeit würden Bestatter Urnen in andere Ortschaften tragen, weil sich die Bürger eine naturnahe Bestattung wünschten, die in Rahden nicht angeboten werde, berichtete Hermann Schmidt. „Aber es sollen alle Rahdener im Stadtgebiet beigesetzt werden“, unterstrich Winkelmann.

Ralph Picker hingegen sieht bei Umsetzung des Antrags die Gefahr, „dass wir uns verzetteln“. Nicht überall sei die Nachfrage so groß wie in Rahden und Kleinendorf, auch wenn „der Trend zur Urnenbestattung auch bei uns zugenommen hat“, hat Friedrich Schepmseier beobachtet.

„Wir müssen nicht auf jeden Zug aufspringen“, meinte Günter Meyer (SPD). Schließlich seien Bestattungen „ein sehr sensibles Thema“. „Wir sollten die bestehende Friedhofskultur achten“, so Meyer. Gundel Schmidt-Tschech (FWG) fügte hinzu: „Die Trauerarbeit ist für die Angehörigen sehr wichtig. Wenn die Pflege auch gering sein soll, ein Platz für Grabschmuck muss bleiben.“

Dass Rahden nicht alles anbieten könnte, sagte Thomas Möller (FDP) und erklärte weiter, dass er naturbelassene Friedhöfe nicht angemessen finde, da es „ohne Pflege verlassen aussieht“.

Schmidt-Tschech schlug vor, zunächst in einer Arbeitsgruppe ein Konzept zu erarbeiten und „in Ruhe zu überlegen, was passt“. Bürgermeister Bernd Hachmann legte daraufhin fest, dass jede Fraktion bis zur nächsten Ratssitzung am 25. Juni einen Vertreter für diese Arbeitsgruppe bestimmt. Für die Planungen sollen auch die jeweiligen Ortsheimatpfleger einbezogen werden, entschieden die Ausschussmitglieder.

Im Gegensatz zu Baumbestattungen sind aber pflegefreie Doppelurnengräber möglich, erklärte Ralph Picker. „Dazu wurden bereits Flächen auf dem Friedhof ausgewählt“, so der Kämmerer. Diese müssten jetzt hergerichtet und die Friedhofssatzung angepasst werden. Zum 1. Januar 2016 soll es für die Rahdenern möglich sein, in Urnen als Eheleute nebeneinander beigesetzt zu werden. Das bedeutet Picker zufolge, dass nach der ersten Beisetzung die nächste Grabstelle zunächst freibleibt.

abo

Das könnte Sie auch interessieren

Mehr zum Thema:

Chris Froome gewinnt zum vierten Mal die Tour de France

Chris Froome gewinnt zum vierten Mal die Tour de France

US-Golfstar Jordan Spieth gewinnt 146. British Open

US-Golfstar Jordan Spieth gewinnt 146. British Open

Green Circus auf dem Deichbrand Festival 2017

Green Circus auf dem Deichbrand Festival 2017

Holtebütteler Plattsnackers spielen „Chaos in’t Bestattungshuus“ 

Holtebütteler Plattsnackers spielen „Chaos in’t Bestattungshuus“ 

Kommentare