Hartes Urteil gegen 26-Jährigen

Ein Jahr Haft für Kopfnuss

Rahden - Von Marcel Jendrusch. Mit einem überraschend harten Urteil verließ gestern ein 26-jähriger Espelkamper das Rahdener Amtsgericht. Für eine Kopfnuss gegen einen 24-jährigen Rahdener auf dem Kleinendorfer Schützenfest im vergangenen Jahr (wir berichteten) handelte er sich eine Haftstrafe von einem Jahr und eine Schmerzensgeldzahlung in Höhe von 1800 Euro ein. Bis zur Urteilsverkündung hatte der Angeklagte den Vorwurf bestritten. Er hat noch die Möglichkeit, in Berufung zu gehen.

Die Kopfnuss blieb beim Opfer nicht ohne Folgen: Es trug einen Nasenbeinbruch davon. Die Nase musste im Krankenhaus operativ gerichtet werden.

Der 24-jährige Student war gestern erneut als Zeuge geladen, konnte jedoch auch nicht mehr sagen, als am ersten Verhandlungstermin. Zu bruchstückhaft waren seine Erinnerungen. Ob er noch unter Spätfolgen leide, fragte ihn Richter Hagenkötter. „Nein, die Nase sah schon immer so aus“, entgegnete der 24-Jährige.

Auch ein schon für den Mai-Termin geladener Zeuge, der damals nicht erschienen war, sagte aus. Er konnte zum Fortschritt der Verhandlung allerdings nichts beitragen. Der 33-jährige Espelkamper hatte laut Aussage entweder nichts gesehen oder erinnerte sich nicht mehr an Einzelheiten.

Eine neue Zeugin hingegen benannte den Angeklagten klar als Täter. Die 19-jährige Rahdenerin wollte sogar gehört haben wie die Nase des Opfers gebrochen war. „Ein absolut widerliches Geräusch.“ Der Angeklagte sei ihr schon vorher durch Pöbeleien aufgefallen, bemerkte die Auszubildende. „Er sah auch so aus, als ob er Stress gesucht hat.“

Ein ebenfalls als Zeuge geladener Security-Mitarbeiter bestätigte dem Richter, auf den Angeklagten aufmerksam gemacht worden zu sein. Er habe ihn daraufhin aus dem Zelt geholt. Bei einer Gegenüberstellung unter freiem Himmel habe das Opfer den Angeklagten aber nicht als Täter benennen können oder wollen. „Ich hatte schon den Eindruck, dass er ziemlich die Hosen voll hatte“, so der 53-jährige über den Rahdener. Zwar habe auch eine Bedienung ausgesagt, dass es sich beim Angeklagten um den Täter gehandelt habe, für einen Rausschmiss aus dem Zelt hätte das Opfer jedoch den Täter benennen müssen.

Richter: „Sie würden es

garantiert wieder tun“

Zur Anzeige und Anklage kam es Tage später, als das Opfer und seine Freunde den Espelkamper durch private Facebook-Nachforschungen ausmachen konnten.

Die Staatsanwaltschaft sah es als erwiesen an, dass der Angeklagte die Tat begangen hatte. Sie forderte sechs Monate Haft auf Bewährung und die Zahlung eines Schmerzensgeldes in Höhe von 500 Euro. Der Verteidiger forderte einen Freispruch. Die Aussagen der Zeugen seien lückenhaft, teilweise wirkten sie auf ihn wie abgesprochen. Auch habe es in den Befragungen der Zeugen durch die Polizei Fehler gegeben. Statt nach dem Aussehen des Täters zu fragen, habe man ihnen direkt eine Fotoauswahl mit verdächtigen Personen vorgelegt.

Richter Hagenkötter zog sich für knapp eine Stunde zur Urteilsfindung zurück. Zu einem harten Urteil gab es für ihn keine Alternative. Er hielt die Aussagen der Zeugin, des Sicherheitsmannes und der Bedienung aus der ersten Verhandlung für glaubwürdig.

Das hohe Strafmaß habe auch damit zu tun, dass der Angeklagte schon einmal wegen einer ähnlichen Körperverletzung verurteilt worden sei, so der Richter. Neun Monate Haft auf Bewährung lautete das damalige Urteil. Die Strafe ist abgegolten. „Sie haben aus der ersten Verurteilung absolut nichts gelernt“, befand Hagenkötter. „Würden Sie noch mal Bewährung bekommen, würden Sie es garantiert wieder tun.“

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