Haldemer Betreiber erfüllt gerichtliche Vorgaben

Biogasanlage darf vorerst in Betrieb gehen

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Die Biogasanlage der Bioenergie Schmedt GmbH und Co. KG darf dank einer Kaminerhöhung zumindest bis zur Hauptverhandlung in Betrieb gehen.

Haldem - Der Streit schwelt seit etwa fünf Jahren, in der kommenden Woche könnte er – zumindest juristisch – beigelegt werden. Das Oberverwaltungsgericht Münster soll am 12. August über die Betriebsgenehmigung für die Biogasanlage der Bioenergie Schmedt GmbH und Co. KG in Haldem entscheiden, gegen die sich mehrere Nachbarn wehren.

Seit 2011 beschäftigt der Streit zwischen Geschäftsführer Andre Schmedt und seinem Vater Friedhelm sowie den Nachbarn Karin und Klaus Schwingel die Gerichte. Eine Betriebsgenehmigung des Kreises als zuständiger Genehmigungsbehörde hatte das Mindener Verwaltungsgericht zunächst wieder kassiert. Die Geruchsemissionen aus Stallbetrieb und Biogasanlage seien zu hoch, lautete die Begründung. Als nächsthöhere Instanz wurde das Oberverwaltungsgericht Münster eingeschaltet.

Noch vor der Hauptverhandlung in der kommenden Woche entschied das Gericht am 22. Mai, dass die Familie Schmedt ihre Anlage zwischenzeitlich wieder betreiben darf, wenn zwei Bedingungen erfüllt werden, und zwar eine Kaminerhöhung am Technikgebäude und an den Stallanlagen. Mittlerweile habe der Betreiber diese Bedingungen umgesetzt, teilte Kreissprecherin Sabine Ohnesorge gestern auf Nachfrage unserer Zeitung mit. Mitarbeiter des Kreises hätten vor Ort die ordnungsgemäße Umsetzung der Vorgaben überprüft. „Die Kontrolle hat ergeben, dass die Voraussetzungen zum Wiederanfahren der Anlage vorliegen. Der Besitzer der Anlage ist informiert“, teilte Ohnesorge mit.

„Wirtschaftlichkeit geht vor private Interessen“, kommentierte Karin Schwingel die vorläufige Betriebsgenehmigung. Ob sie am 12. August vor Gericht Bestand hat, vermag die Haldemerin nicht einzuschätzen. „Ich war sehr zuversichtlich, weil es mit den Emissionsgrenzwerten sehr, sehr knapp ist.“ Inzwischen ist sie nicht mehr so sicher, will aber nichtsdestotrotz vor dem Münsteraner Gericht dafür kämpfen, dass die nur wenige hundert Meter von ihrem Grundstück entfernte Anlage nicht dauerhaft in Betrieb geht.

Die Betreiber der Anlage wollten sich gestern nicht zu der aktuellen Entwicklung äußern.

mer

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