Unwettereinsatz bei Kolbus

Hagel verstopft Regenablauf und flutet Produktionshalle

Ruhe vor dem Sturm oder besser Unwetter: Eine Gewitterfront zog in der Nacht zu Freitag über Stemwede und Rahden hinweg. Am härtesten traf es die Firma Kolbus. - Foto: Bokelmann

Rahden/Stemwede - Von Anika Bokelmann. Zwar blitzte es in Rahden und Stemwede in der Nacht zu Freitag im Sekundentakt und stellenweise gab es bis zu 35 Liter Wasser auf den Quadratmeter, doch insgesamt sind die beiden Kommunen noch relativ glimpflich von der Gewitterfront davongekommen.

Die Mitglieder der freiwilligen Feuerwehr in Rahden mussten drei Mal ausrücken, berichtet Mark Ruhnau auf Nachfrage. Dem Rahdener Wehrführer zufolge war ein Einsatz bei der Firma Kolbus der größte Krisenherd. Dort hatten sich die Wassermassen einen Weg durch das Dach einer Halle gesucht und setzten so ein knapp 2.000 Quadratmeter großes Hochregallager des Buchbinderei-Maschinenherstellers unter Wasser. Laut Kolbus-Produktionsleiter Jörg Böker entstand dem Rahdener Unternehmen dadurch ein Schaden von rund 250.000 Euro. In der Halle lagern Stahl- und Metalleinzelteile, so Böker.

Derzeit gehen die Verantwortlichen bei Kolbus davon aus, dass sich im Dachablauf aufgrund des starken Hagels ein Rückstau gebildet hat, der letztlich die Verbindung der Rohre auseinanderzog. „Daraufhin hat sich das Dachablaufrohr gelöst und das Wasser ist von zwölf Meter Höhe direkt in die Halle gelaufen“, sagt Böker.

Noch in der Nacht versiegelten die Feuerwehrkräfte das Dach notdürftig, um weiteren Wassereintritt zu verhindern. AmFreitag waren die Mitarbeiter damit beschäftigt, die Halle trocken zu legen.

Außerdem wurden aus Wehe zwei vollgelaufene Keller von Privathaushalten gemeldet. Da die Löschgruppe aus Wehe nicht zeitgleich an beiden Einsatzorten helfen konnte, rückte die Löschgruppe aus Tonnenheide zur Hilfeleistung aus.

In Kleinendorf kippte zudem ein Fahnenmast um, der für das Schützenfest aufgestellt worden war. Im Internet vermeldete der Nutzer eines sozialen Netzwerks, dass ihm sein Hund bei dem Gewitter weggelaufen sei.

Für die Stemweder Wehr blieb es trotz Unwetterwarnungen ruhig: „Es hat zwar gewittert, aber feuerwehrtechnisch gab es nichts zu tun“, sagte Feuerwehrpressesprecher Torsten Fischer.

Aus anderen Gemeinden kamen schlechtetere Nachrichten: In Hüllhorst trat ein Bach über die Ufer. Schlamm und Geröll bestimmten im gesamten Mühlenkreis auch am Tag nach dem Unwetter das Bild auf mehreren Straßen, Kanalisationen mussten abgepumpt werden, da die Rohre nicht mehr gegen das Wasser ankamen.

Auch Bahnreisende bekamen die Auswirkungen des Unwetters zu spüren. So gab es auf der Strecke der Deutschen Bahn zwischen Osnabrück und Münster wegen Signalstörungen zahlreiche Verzögerungen im Fahrplan. Diese waren von auf die Oberleitungen gestürzten Bäumen verursacht worden.

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