35 Gymnasiasten beschäftigen sich in einer AG mit Technik und Elektronik

Wenn das Jugendzimmer zum Roboter-Labor wird

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Jonas Werner (2.v.l.) und Nico Heitmann (r.) müssen beim Roboter-Fußball eingreifen. Das beobachten (v.l.) Frank Knefel, Gisela Eickhoff und Schulleiterin Ingrid von Mitzlaff gespannt.

Rahden - „Scheitern ist eine Erfahrung“, findet Frank Knefel. Gemeinsam mit Linda Wittenfeld leitet er die Robotik-AG am Rahdener Gymnasium und fährt mit den Schülern zu Wettbewerben, bei denen es nicht nur ums Gewinnen geht.

Im Vergleich tauschen die Gymnasiasten sich mit anderen über ihr Technik-Wissen aus und erhalten Tipps. Diese nehmen sie mit in den Unterricht und tüfteln an neuen Aufgaben.

Seit 2008 gibt es die Robotik-AG, die derzeit aus 35 Schülern aus den Klassen acht und neun sowie der Oberstufe besteht. Einmal in der Woche treffen sich die Gruppen. Dann arbeiten sie zwei Stunden an ihren Robotern – von der Planung über den 3D-Druck bis zur Programmierung nehmen sie alle Schritte selbst in die Hand, bis sie das Endprodukt ins Rennen schicken.

„Die Hürden sind hoch. Unsere Teams müssen qualifiziert sein“, sagt Knefel. Der Physik- und Informatik-Lehrer weiß aber, dass sich seine Gruppe nicht verstecken muss. Im Juli 2014 traten die Mädchen bei der Weltmeisterschaft des Robo-Cup-Dance-Wettbewerbs in Brasilien an und kamen ins Finale. Anfang November ging es für Lászlo Dirks, Nico Heitmann und Jonas Werner (Q2) nach Doha zur World-Robot-Olympiade (WRO). Rund anderthalb Jahre hatten sie dafür an der Technik gefeilt, damit sie im Fußball-Wettbewerb bestehen konnten. Auch wenn es nicht zum Sieg reichte, „wir haben viel über Zeitmanagement gelernt“, sagt Jonas Werner.

Auch in diesem Jahr wollen sich die Rahdener wieder auf regionaler (ZDI-Wettbewerb), nationaler (Robo-Cup-WM vom 30. Juni bis 4. Juli in Leipzig) und möglicherweise internationaler Ebene (WRO im November in Indien) messen. Unterstützt werden die Gymnasiasten von heimischen Firmen und Einzelpersonen sowie dem Förderverein der Schule, wodurch auch das Equipment stets gewachsen ist. Eine lange Kooperation besteht mit der Harting-Gruppe Espelkamp. „Wir sehen die Mensch-Maschine-Interaktion“, sagt Gisela Eickhoff, persönliche Referentin von Harting. „Je früher Schüler wissen, wie Technik funktioniert, umso weniger Angst haben sie vor dem Umgang damit.“

Robotik AG des Rahdener Gymnasiums

Eickhoff lobt das Engagement, das die Schüler bei der Arbeit mit den Robotern zeigen. „Wenn der Funke übergesprungen ist, investieren alle viel Zeit“, sagt sie. Denn auch in ihrer Freizeit programmieren, basteln und schrauben die Jungen und Mädchen an den Robotern, mit denen sie Fußball spielen, tanzen und Geschichten erzählen. „Dann verwandelt sich das Jugendzimmer in ein Roboter-Labor mit Löt- und Messgeräten“, weiß Knefel. Demnächst will das Gymnasium ein Selbstlernzentrum einrichten, damit die AG-Teilnehmer auch in Freistunden weiterarbeiten können.

Dass die AG nicht nur Jungen interessiert, beweisen die Mädchen in der Gruppe. „Wir können kreativ sein“, erklärt Julia Schilowski. Denn auch das Bühnenbild, das sie für die ZDI-Performance im Mai benötigen, werden sie selber gestalten. Mit ihren Robotern wollen die Achtklässlerinnen eine Geschichte erzählen und deutlich machen: „Wenn man an etwas glaubt, kann man alles schaffen.“ Diese Botschaft verpackt die Gruppe in die Geschichte um den Berufswunsch eines Astronauten, verrät Josefine Engel.

abo

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