Juan Camilo aus Kolumbien ist seit März in Deutschland und sucht neue Gastfamilie

Gute Organisation und angenehmes Wetter

Bei Kerstin Lagemann und ihrem Mann Manfred in Lemförde hat Juan Camilo aus Kolumbien seine erste Unterkunft in Deutschland gefunden. Jetzt sucht er eine neue Familie, die ihm bis Januar die Möglichkeit bietet, die fremde Kultur kennenzulernen. - Foto: Bokelmann

Rahden / Lemförde - Nach dem Schulabschluss ein Jahr ins Ausland und Erfahrungen sammeln bevor eine berufliche Entscheidung ansteht – dieses Vorhaben schlummert in vielen Jugendlichen. Daher sind Auslandsaufenthalte beliebt und entsprechende Organisationen ständig auf der Suche nach Gastfamilien. So auch der Verein Experiment, der derzeit für zwei Austauschschüler, aus Ungarn und Kolumbien, Anschluss-Gastfamilien im Raum Rahden und Stemwede sucht.

Derzeit leben Juan Camilo aus Kolumbien und Rebeka aus Ungarn bei Familie Lagemann in Lemförde. Beide Teenager besuchen das Rahdener Gymnasium und haben dort erste Kontakte aufgebaut und Freundschaften geschlossen. „Daher wäre es schön, wenn die neue Familie im Einzugsbereich des Rahdener Gymnasiums wohnen würde“, wünscht sich Kerstin Lagemann.

Seit rund zehn Jahren nehmen sie und ihr Mann Manfred Schüler aus aller Welt bei sich auf. Die 16-jährige Rebeka ist das neuste und inzwischen zwölfte Austauschkind. Ihre drei Söhne haben selber einen längeren Auslandsaufenthalt über Experiment und gute Erfahrungen gemacht, so Lagemann.

Ruhig ist es seit dem Auszug von zwei der Söhne aber nicht im Haus. In Lemförde haben sich Belgier, Mongolen und Südamerikaner schon die Klinke in die Hand gegeben und die Gastfreundschaft der Familie genossen.

Aufgrund ihrer Erfahrung, weiß Kerstin Lagemann, dass Offenheit das wichtigste in einer Gastfamilie ist. „Interesse an fremden Kulturen sind von großem Vorteil“, sagt sie. Außerdem sei ein gutes Deutschverständnis erforderlich, damit die Austauschschüler die Sprache während ihres Aufenthalts vernünftig lernen. Eine Fremdsprache muss man nicht können. „Manchmal hilft es, wenn jemand im Haus Englisch spricht“, so Lagemann weiter.

Mit Juan Camilo sprechen die Mitglieder der Gastfamilie überwiegend Deutsch. Er ist im März nach Lemförde gekommen. Seitdem haben sich seine Deutschkenntnisse, die der 17-Jährige durch einen fünfmonatigen Vorbereitungskursus in Kolumbien erlangt hat, enorm verbessert. „Der Unterricht war nur zwei Mal in der Woche und nicht so effektiv“, berichtet der Kolumbianer. Erst jetzt würde er wirklich lernen, die Sprache zu verstehen, so Juan Camilo. „Die Fremdsprachen werden erst verinnerlicht, wenn es vor Ort nötig wird“, weiß Kerstin Lagemann, die sich auch als Integrationshelferin engagiert.

„Die Deutschen sind sehr organisiert“, hat Juan Camilo schon festgestellt, ebenso wie weitere Unterschiede zu seiner Heimat. Am besten gefällt ihm das Wetter: „Es ist hier nicht so warm“, freut sich Juan Camilo und läuft am liebsten in T-Shirt und Flip-Flops herum. „Auch im März haben ihn die Temperaturen nicht davon abgehalten“, erinnert sich Kerstin Lagemann mit einem Schmunzeln. Ein Mal in der Woche telefoniert Juan Camilo mit Freunden und Familie in Kolumbien. „Öfter sollte das auch nicht sein, sonst schaffen sie den Absprung nicht“, sagt Lagemann.

Warum er sich Deutschland für sein Austauschjahr ausgesucht hat? „Ich kann mir vorstellen, später zurückzukommen“, erzählt Juan Camilo. Der 17-Jährige hat in Kolumbien bereits seinen Schulabschluss gemacht und wollte vor der Uni noch „etwas von der Welt sehen und eine andere Kultur kennenlernen“.

"Er ist sehr hilfsbereit und packt überall mit an“

Jetzt besucht Juan Camilo das Rahdener Gymnasium, um mit Gleichaltrigen in Kontakt zu kommen. Gerne würde er auch seine Hobbys während des Aufenthalts in Deutschland fortführen. „Das ist aber nicht so einfach hier auf dem Land“, meint Juan Camilo, denn zuhause hat er sich für Kickboxen begeistert. Außerdem mag er Radfahren sowie Basketball und fotografiert gerne.

Kerstin und Manfred Lagemann stellen ihr Haus in Lemförde als sogenannte Willkommensfamilie zur Verfügung. „Wir nehmen kurzfristig Schüler auf, wenn noch keine passende Gastfamilie gefunden wurde oder es Probleme gibt“, erklärt Kerstin Lagemann, die zugleich als Betreuerin für den Experiment-Verein tätig ist. Das würde sie auch weiterhin für Juan Camilo bleiben, wenn er in die neue Gastfamilie wechselt. Diese wird ab Juli gesucht und sollte dem jungen Kolumbianer bis Januar einen Aufenthalt ermöglichen. Als Werbung für Juan Camilo verrät Kerstin Lagemann abschließend: „Er ist sehr hilfsbereit und packt überall mit an, wo er gebraucht wird.“

Die 16-jährige Ungarin Rebeka sucht bis Mitte Juli eine Gastfamilie im Einzugsgebiet des Rahdener Gymnasiums. Rebeka geht in ihrer Heimat auf ein deutsches Gymnasium. Ihr Herz schlägt besonders fürs Tanzen, aber auch Theater und Kino stehen auf der Liste ihrer Freizeitbeschäftigungen ganz oben. Zudem ist Rebeka sehr tierlieb und würde sich freuen, wenn sie reiten dürfte.

Wer sich als Gastfamilie anbieten möchte, kann über Telefon 0228/9572243 oder per E-Mail an mewes@experiment-ev.de mit Lena Mewes von Experiment Kontakt aufnehmen.

abo

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