Grundkurs Literatur feiert Premiere von „Drehtür ins Leben“ / Tragik und Komik

Zeitreise ins frühe Berlin

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Gelungene Premiere: Mit ihrem Theaterstück „Drehtür ins Leben“ ließen die Oberstufenschüler des Gymnasiums die Zuschauer in die 20er-Jahre eintauchen.

Rahden - Von Sonja Rohlfing. Auf eine Zeitreise in ein Luxushotel im alten Berlin nahmen die Rahdener Oberstufenschüler am Freitagabend die Zuschauer bei ihrem neusten Theaterstück mit. Mit „Drehtür ins Leben“ ließen sie das Publikum in der Aula der Schule in die Goldenen 1920er-Jahre eintauchen. Die Zeit war aber nicht nur glanzvoll, wie die Inszenierung der Schüler deutlich machte.

Als Grundlage verwendeten Regisseurin Renate Heeren und der Grundkurs Literatur der Q1 den Roman „Menschen im Hotel“ von Vicki Baum. In einem Berliner Luxushotel kreuzen sich darin die Wege unterschiedlicher Menschen. Im Mittelpunkt stehen die gealterte, schnell hysterisch werdende Primaballerina Elisaweta Gruschinskaja (Nele Verbarg), die nur noch in mäßig gefüllten Theatern tanzt, und der Baron (Roman Menke), ein verarmter Adeliger, der sich als Hoteldieb über Wasser hält.

Zu den Hotelgästen zählen auch der todkranke Otto Kringelein (Eva Reinke), Buchhalter aus der Mittelschicht, und Portier Erik (Ali Cevik), der sich um seine schwangere Frau sorgt – aber auch um seinen Arbeitsplatz sowie Flämmchen (Meike Beimstroh), die Stenotypistin, die von einer Karriere in Hollywood träumt. Um die Existenz seiner Firma zu retten, ist Generaldirektor Preysing (Henri Hoppe) zu Verhandlungen nach Berlin gereist.

Die Startänzerin Gruschinskaja überrascht schließlich den Baron, als dieser ihr Perlencollier aus ihrem Zimmer stehlen will. Beide verlieben sich ineinander. Sie will daraufhin wieder tanzen. Der Baron soll der Diva nach Wien folgen. Aber es kommt anders.

„Ein Leben endet, ein Leben beginnt. Es ist immer das Gleiche, die Drehtür schwingt“, philosophiert der verbitterte Dauermieter im Hotel, der durch eine Kriegsverletzung im Gesicht entstellte Doktor (Jonas Hörnschemeyer).

Passend haben die rund 25 Mitwirkenden auf der Bühne die Facetten vergangener Zeiten eingefangen. Demonstrierende Tellerwäscher sorgen für einen lauten, aufrüttelnden Auftakt. Schnell wechselnde Dialoge und die Mischung aus Tragik und Komik lassen die Spannungen der Zeit zwischen den beiden Weltkriegen spürbar werden. Filmsequenzen und neben die Bühne projizierte Zeitungsausschnitte verdichten die Handlung.

„Drehtür ins Leben“: Theaterpremiere in Rahden

Lea Bohnhorst am Klavier und die Band unter der Leitung von Ivan Geene begleiten die Schauspieler einfühlsam. Fast etwas wie Revue-Stimmung vermitteln Tanz (Choreografie Anna Nasirov), Chor- und Sologesang (Leitung Mechthild Bräkling). Mit einem aufwändigen Bühnenbild schaffen Manfred Smiatek und die Bühnenbild-AG einen passenden Rahmen.

Für die Zeit, die sie in das Projekt investiert hätten, bedankte sich Roman Menke im Namen der Akteure bei den Lehrern. „Wenn man so eine Aufführung sieht, glaubt man gar nicht, wie viel Arbeit, Überlegungen und Gedanken dahinter stecken“, schloss sich Schulleiterin Ingrid von Mitzlaff dem Dank an.

Erneut zu sehen gibt es „Drehtür ins Leben“ heute. Dienstag und Mittwoch, 1. bis 3. Juni. Die Aufführungen in der Aula beginnen jeweils um 19.30 Uhr. Karten sind im Sekretariat, der Schulbibliothek und in der Buchhandlung „Das Buch“ erhältlich. Jugendliche zahlen im Vorverkauf vier Euro, Erwachsene fünf. An der Abendkasse kosten die Karten jeweils 50 Cent mehr.

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