Rahdener Rat votiert für gemeinsames Gerätehaus Varl/Sielhorst an Lemförder Straße

Große Mehrheit für Kleinendorfer Standort

Mark Steinvoord von der BBS Gefahrenabwehrplanung informierte über die gesetzlichen Ausrückzeiten.  - Foto: Russ

Rahden - Vor vier Jahren entschieden sich die Löschgruppen Varl und Sielhorst zum Zusammenschluss. Fast genauso lange wurde nach einem passenden Standort für ein gemeinsames Feuerwehrgerätehaus gesucht. „Wir sind an einem Punkt, an dem auch mal entschieden werden muss“, hatte Rahdens Wehrführer Mark Ruhnau unlängst gefordert. Genau das taten die Ratsmitglieder am Donnerstagabend. Gegen die Stimmen der Varler Werner Bredenkötter, Dagmar Nolte (beide CDU) und Günter Meyer (SPD) votierten sie für die Errichtung eines neuen Gerätehauses an der Lemförder Straße in Kleinendorf.

Es werde eine der schwersten Entscheidungen sein, die der Rat zu treffen hat, hatte Bürgermeister Dr. Bert Honsel vor der Abstimmung mit Blick auf die 13 Varler Wehrleute prognostiziert, die angekündigt hatten, die Feuerwehr zu verlassen, sollte das Votum für den Kleinendorfer Standort fallen. Honsel verstand die Ankündigung ausdrücklich nicht als Drohung und versprach, er werde alles tun, sie davon zu überzeugen nicht auszutreten. An seiner Prävenrenz für einen gemeinsamen Standort ließ er allerdings keinen Zweifel. Und auch zum Standort sieht er keine Alternative. „Wir können nichts anderes anbieten.“

Das Argument der Varler: Aus Kleinendorf ist der Bereich Varlheide etwa 1,5 Kilometer weiter entfernt und darum nicht mehr in der vorgegebenen Zeit zu erreichen. Das könnten sie nicht mittragen. Varlheide sei ein weißer Fleck, kritisierte auch Günter Meyer. Mark Steinvoord von der BBS Gefahrenabwehrplanung, der Auskunft über die Erreichbarkeit innerhalb der gesetzlichen Anfahrtszeit erteilte, relativierte Meyers Aussage. Jetzt erreiche die Löschgruppe Varlheide nur in der vorgeschriebenen Zeit von zehn Minuten, weil sie nicht warte, bis das Fahrzeug mit neun Mann voll besetzt sei. Wenn man im neuen Gerätehaus auch nicht die volle Besetzung abwarte, sei die Löschgruppe auch schneller als berechnet in Varlheide.

Steinvoord sieht in dem neuen Standort eher einen Vorteil. Weil durch die Zusammenlegung der Löschgruppen gerade tagsüber mehr Feuerwehrleute zur Verfügung stünden, könne das Löschfahrzeug schneller mit ausreichender Stärke ausrücken. „Man würde einen hervorragenden Standort mit viel Personal generieren“, so Steinvoord. Er innerte daran, dass das Problem der langen Anfahrtszeiten in den Randbereichen allen Flächengemeinden gemein ist.

Dennoch brach Günter Meyer eine Lanze für die Wehrleute. Die Kommunikation mit den Varler Kameraden habe sehr zu wünschen lassen, schoss Meyer gegen den früheren Bürgermeister Bernd Hachmann. Dessen Nachfolger Honsel nahm er ausdrücklich von der Kritik aus. „Man hat sie letztlich auf diesen Weg geführt.“ Auch Werner Bredenkötter warb um Verständnis für die Wehrleute. Vor vier Jahren sei man sich einig gewesen, dass beide Löschgruppen mit dem neuen Standort einverstanden sein müssen. „Wenn die Varler Kameraden mit dem Standort nicht zufrieden sind, sollte man das respektieren.“

Hans-Eckhard Meyer (FDP) kritisierte ebenfalls die schlechte Kommunikation mit der Löschgruppe, gab Verwaltung und Gutachter in der Frage der Standortwahl aber recht. Er werde zustimmen mit dem Wissen, dass es nicht nur Gewinner geben werde. „Es sind gut ausgebildete Kräfte, die austreten wollen“, gab er zu bedenken. Für nachrückende junge Menschen sei das Signal kontraproduktiv.

„Für uns ist wichtig, dass das Gerätehaus an einem optimalen Standort genau in der Mitte liegt“, sagte Bianca Winkelmann für die CDU. Ihre Fraktion würde es sehr bedauern, wenn die Wehrleute ihren Dienst quittierten, aber auch Winkelmann erinnerte an die lange Suche.

Für Friedrich Schepsmeiers (SPD) war es im Sinne der Sicherheit für Rahden insgesamt wichtig, jetzt zu einer Entscheidung zu kommen, da der Bau des Hauses auch noch einige Zeit in Anspruch nehmen wird. Mit Blick auf die Personalstärke warnte er davor, hinter die Entscheidung von 2012 zur Zusammenlegung zurückzufallen.

Auch für die FWG kommt die Sicherheit der Bevölkerung an erster Stelle. Es seien sich ja alle im Rat einig, dass sie den Standort an der Wagenfelder Straße, den sich die Löschgruppe Varl wünscht, bevorzugt hätten. „Das geht aber nunmal nicht“, so Gundel Schmidt-Tschech mit Blick auf das Veto der Bezirksregierung. Sie glaubr, dass sich die Situation entspannen wird, wenn sich die Varler an die Entscheidung pro Kleinen dorf gewöhnt haben.

Zustimmung erhält der neue Standort auch von der Rahdener Wehrführung, der Löschgruppe Sielhorst und Teilen der Löschgruppe Varl.

Zu Beginn hatte Bauamtsleiter Dieter Drunagel ausführlich alle acht ins Auge gefassten Standorte und die Gründe, warum sieben nicht realisierbar waren, erläutert (Bericht folgt).

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