Flüchtlinge und Rahdener sind eingeladen

Grillabend als Fundament aktiver Hilfe

„Rahden grillt“ heißt es am Donnerstag ab 19 Uhr an der Marktschänke. Die Aktion für und mit Flüchtlingen haben (v.l.) Janine Albrecht-Koch, Bernd und Anja Rieke sowie Andreas Kutsch auf die Beine gestellt. - Foto: Bokelmann

Rahden - Bernd und Anja Rieke wollen ein Zeichen setzen. Sie organisieren einen Grillabend für alle Rahdener. Ob Flüchtling, Migrant oder gebürtiger Rahdener – alle Nationalitäten und Altersgruppen sind zu dem geselligen Beisammensein eingeladen. Los geht es am Donnerstag, 9. Juni, um 19 Uhr in und an der Marktschänke.

Das Ehepaar bekommt bei der Organisation Unterstützung von Andreas Kutsch von der Marktschänke sowie Janine Albrecht-Koch, die sich auch in Espelkamp für die Flüchtlingshilfe engagiert. Zudem haben Riekes bereits einige Sponsoren gefunden, die es ermöglichen, dass ein Besuch beim Grillabend für alle auch finanziell drin ist. Ein großer Dank des Ehepaars geht an den Westfalen Hof, Feinkost Hofmann, Brauerei Barre, die Schützengilde Rahden, Allianz-Versicherung Döpke, sowie CDU und FDP, CVJM und weitere Gewerbetreibende. Die Stiftung „Standort: hier“ der Stadtsparkasse hat Hilfe zugesichert und will ein Konto einrichten. „Schließlich soll es noch mehr Aktionen für und mit Flüchtlingen geben“, sagt Bernd Rieke. Auch die Verwaltung und Bürgermeister Dr. Bert Honsel stehen hinter der Veranstaltung.

Rieke ist es wichtig, dass der Grillabend noch vor dem Stadtfest mit der Eröffnung am Freitagabend über die Bühne geht. Denn nach dem Vorfall auf dem Schützenfest (wir berichteten) herrsche große Unsicherheit, so Anja Rieke. Janine Albrecht-Koch ergänzt: „Es gibt immer noch viele Berührungsängste. Dabei kann man so viel voneinander lernen, wenn man sich zusammensetzt.“ Diese Möglichkeit bekommen alle Besucher, die zur Marktschänke kommen. Bei einem kühlen Getränk, Gegrilltem und Salat können Kontakte geknüpft werden.

Den Fastenmonat Ramadan haben die Organisatoren bedacht, erwidern sie auf entsprechend kritische Kommentare im Internet. Da aber nicht alle Flüchtlinge (praktizierende)Muslime seien, haben sie sich dennoch für den kurzfristigen Termin entschieden.

„Nur gemeinsam können wir was erreichen“, lautet das Motto von Bernd und Anja Rieke. Sie gehen offensiv auf die Rahdener zu und „bauen ein Fundament für eine Brücke des Miteinanders“, so Bernd Rieke. Er sehe es als Erfolg, wenn am Donnerstag auch nur wenige Gäste kommen und über das Schicksal der Flüchtlinge nachdenken. „Es reicht, wenn wenige anfangen, zu denken“, findet Rieke, der bemüht ist, bislang neutral eingestellte Personen davon zu überzeugen, der Situation etwas Positives abzugewinnen.

„Integration mit Leben füllen“, steckt für Anja Rieke als Ziel hinter dem Grillabend. Denn die 360 in Rahden lebenden Flüchtlinge müssten ins Leben einbezogen werden. Für Albrecht-Koch lautet das Stichwort „aktive Hilfe“, denn wenn die Bewohner der Stadt für das Schicksal der Flüchtlinge sensibilisiert werden, würden sie anders mit ihnen umgehen, meint sie.

Angefangen hatte alles, als Bernd und Anja Rieke die Facebook-Gruppe „Rahden hilft“ ins Leben riefen. Binnen weniger Tage sind der geschlossenen Gruppe mehr als 90 Personen beigetreten, die sich für die Flüchtlinge auf verschiedene Weise einsetzen wollen. 

abo

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