Kortenbruck und Eikenhorst vermitteln

Gerätehaus: Bedauern auf allen Seiten groß

Varl - „Die Frage nach dem Standort des neuen Feuerwehrgerätehauses hat in Varl in der letzten Zeit viele beschäftigt.

Es ist viel diskutiert und auch gestritten worden“, fasst Uli Eikenhorst, Vorsitzender von Union Varl und CDU-Ratsmiglied, die Situation in Varl zusammen. „Dass dann 13 Leute ihren Dienst quittiert haben, hat niemand gewollt. Schließlich brauchen wir eine starke Feuerwehr“, sagte Pfarrerin Gisela Kortenbruck. „Doch aus deren Sicht war es die einzige noch verbliebene Möglichkeit, auf sich und ihre Bedenken aufmerksam zu machen.“ Die Varler Vereinsgemeinschaft „Varl/Varlheide Kreativ“ habe die beiden nun beauftragt, Gespräche mit allen Beteiligten zu führen und zwischen ihnen zu vermitteln, erklärt Pfarrerin Kortenbruck in einer nach ihrer Aussage mit allen Beteiligten abgestimmten Pressemitteilung. Dabei sei es auch darum gegangen, falsch wiedergegebene und falsch verstandene Sachverhalte und Äußerungen aufzuklären.

„Wir haben viel miteinander geredet in den letzten Tagen, alle konnten ihren Standpunkt deutlich machen“, sagt Uli Eikenhorst. „Und wir haben festgestellt, dass eigentlich alle genug haben vom Streiten und Diskutieren.“

Auch Bürgermeister Bert Honsel hatte sich intensiv in die Diskussion eingebracht und in zahlreichen Gesprächen für Verständnis geworben. Er bringt auf den Punkt, was inzwischen auch von Vertretern der Varler Feuerwehr nicht mehr angezweifelt wird: „Die Standortfrage ist entschieden. Der Standort an der Lemförder Straße ist die einzig mögliche Lösung.“

Die ausgetretenen Feuerwehrleute wollten durch ihren Schritt ihre Besorgnis ausdrücken, dass aus ihrer Sicht weite Teile von Varl und Varlheide nicht innerhalb der gesetzlichen Hilfsfristen erreicht werden können.

Totale Absicherung ist zu teuer

Dass es Bereiche im gesamten Stadtgebiet gebe, die im Brandfall nicht innerhalb von zehn Minuten von einem voll besetzten Einsatzwagen erreicht werden könnten, sei der Schutzzielfestlegung im Brandschutzbedarfsplan der Stadt geschuldet. Eine totale Absicherung der Außenbereiche Rahdens könne „nur durch eine deutliche Erhöhung der Standortdichte und des Personalstammes erreicht werden. Der dafür notwendige finanzielle Aufwand stünde vor dem Hintergrund der dort geringen Einwohnerzahlen jedoch in keinem Verhältnis zu der zu erwartenden Einsatzhäufigkeit“, heißt es dazu im Brandschutzbedarfsplan.

„Dass im Ernstfall keine Menschen zu Schaden kommen, das ist doch für uns alle das erste Ziel“, stellt Gisela Kortenbruck fest. „Deshalb ist auch die Sorge der Feuerwehrleute verständlich. Schließlich setzen sie sich mit viel Leidenschaft und Engagement ein, damit im Ernstfall schnell Hilfe da ist.“ Darum wäre es ein großer Verlust, wenn die ausgetretenen Feuerwehrleute bei ihrem Entschluss blieben, so Kortenbruck weiter.

Funktionsstärke im Ernstfall entscheidend

„Wir haben auch mit der Wehrführung gesprochen und großes Bedauern gehört“, berichtet Eikenhorst. Wehrführer Mark Ruhnau habe ihm versichert, dass die Funktionsstärke der Feuerwehr im Ernstfall ganz entscheidend sei und dass deshalb jeder Einzelne gebraucht werde. Der Wehrführung liegt, wie Mark Ruhnau betonte, an einem guten Miteinander mit allen. Auch für die Wehrführung sei es schwer gewesen, es allen recht zu machen, und sie bedauere, wenn in den teils hitzigen Diskussionen nicht jedes Wort so verstanden worden sei, wie es gemeint gewesen sei.

Eine Idee, in Varlheide einen Außenstandort einzurichten, an dem ein Einsatzwagen untergebracht wird, um gegebenenfalls Wege zu verkürzen, fand laut Mitteilung zunächst viel Zustimmung bei den betroffenen Feuerwehrleuten. „Doch das geht leider nicht. Wir haben erfahren, dass es im Brandfall völlig unpraktikabel ist, wenn die Feuerwehrleute von mehreren Standorten einer Löschgruppe aus anfahren“, sagt Gisela Kortenbruck.

„In der Vergangenheit wurde viel geredet und geschrieben“, stellt Eikenhorst fest. „Leider sind nicht immer alle Informationen passend rübergekommen. Das hat für viele Missverständnisse gesorgt.“ Er hofft, dass durch die Bemühungen der letzten Tage manches davon nun ausgeräumt werden konnte. „Wir haben eigentlich bei jedem unserer Gespräche gespürt, wie groß das Bedauern auf allen Seiten ist über die jetzige Situation. Und dass eigentlich allen daran gelegen ist, endlich wieder miteinander normal umgehen zu können. Wir hoffen, dass das möglich wird, wenn alle ein Stück aufeinander zugehen und sich Mühe geben.“

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