Auf dem Gelände von „Rila erleben“ entsteht ein neuer Themengarten

Ein bisschen Chile in Levern

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Während eines Chile-Aufenthalts im November und Dezember vergangenen Jahres prüfte Helmut Richter (r.) noch einmal die Maße der Objekte, die in seinem Themengarten nachgebaut werden sollen. Dazu gehören ein Glockenturm (rechts), eine Umfassungsmauer und ein von vier Säulen getragenes Dach (Mitte).

Levern - Von Katharina Schmidt. Das Bergdorf Parinacota liegt auf 4392 Metern Höhe im Norden von Chile. Es ist die Heimat von Ureinwohnern, ein nationales Denkmal – und das Vorbild für einen neuen Themengarten auf dem Gelände von „Rila erleben“ in Levern. Denn Parinacota hat den Geschäftsführer des Feinkost-Importeurs Rila, Helmut Richter, derart beeindruckt, dass er Teile des Dorfes nachbaut.

Unterhalb des Hochzeitsgartens von „Rila erleben“ soll eine Reproduktion des Glockenturms und der Umfassungsmauern der berühmten Kirche von Parinacota entstehen. Geplant ist auch der Nachbau eines kleinen, von vier Säulen getragenen Dachs mit einem Kreuz in der Mitte, das für Helmut Richter und seine Frau wie ein Altar anmutet. Im Original handelt es sich um Bauten aus dem 17. Jahrhundert. Sie wurden mit Lehm verputzt und mit Kalk weiß getüncht.

Richter verbindet viel mit Chile – sowohl geschäftlich als auch privat. Sein Sohn ist vor Jahren dorthin ausgewandert. „Ein Besuch bei ihm war damals die Initialzündung, im Norden der Atacama-Wüste, in den fruchtbaren Tälern, wo Oliven und Gemüse wachsen, eine Produktionsstätte zu gründen“, erinnert er sich. 1996 ging „Rila Chile“ dann in Betrieb. An dem Standort werden unter anderem Chilis für Pasten und Soßen angebaut und verarbeitet. Die Produktionsfirma ist zudem eine internationale Drehscheibe. Das Unternehmen führt Rohstoffe aus Indien und Thailand nach Chile ein und verarbeitet sie dort, bevor die Reise nach Levern weiter geht.

Jedes Jahr verbringen Helmut Richter und seine Frau einen Monat in Chile. „Bei unseren Besuchen haben wir Chile und die Nachbarländer Argentinien, Bolivien und Peru bereist“, erzählt er. Besonders beeindruckt habe sie die Altiplano-Hochebene und Parinacota. Die Kirche in dem Dorf sei ein „kulturhistorisches Highlight“, sagt er und berichtet von der Zwangschristianisierung der Ureinwohner durch spanische Eroberer, faszinierenden Fresken und Skulpturen heidnischen Charakters.

Vor vier Jahren hat der Geschäftsführer angefangen, für seinen Themengarten abgestorbene Kandelaber-Kakteen in Chile zu sammeln. So warten bereits einige bis zu 300 Jahre alte Exemplare auf ihre Verwendung. Steine aus der Gegend um Parinacota sollen zusätzlich südamerikanisches Flair nach Stemwede bringen. „Jedes Jahr fahre ich durch die Wüste und sammle Steine“, erzählt Richter.

Chilenische Steine sind auch die Grundlage für Elemente und Skulpturen, die den Glockenturm, die Mauer und das auf Säulen getragene Dach in Levern – getreu den südamerikanischen Originalbauten – zieren sollen. Eine Arbeit, für die sein Sohn einen jungen Steinmetz aus Chile ausfindig gemacht habe, berichtet Richter und ergänzt: „Die ersten Figuren liegen bereits bei Rila Chile.“

Um die Kopien perfekt zu machen, müssen die Umfassungsmauer und der Glockenturm mit Stroh bedeckt werden. Ein Strohdach-Spezialist habe den Auftrag ohne zu Zögern angenommen. „Bauunternehmen sind begeistert von der Idee“, so Richter. Seine Leidenschaft für Gartenanlagen kommt übrigens nicht von ungefähr: Bevor er in das Speditions- und Lebensmittelgeschäft eingestiegen ist, hat er als Landschaftsgärtner gearbeitet.

Ein Gang über das Gelände von „Rila erleben“ führt bereits durch Griechenland, Italien, Japan, Afrika, durch einen Hochzeitsgarten und ein Abenteuerland für Kinder. Die Gartenanlage im chilenischen Stil ist also nicht Richters erster Themengarten – aber der, in den er bisher am meisten Zeit gesteckt hat. Seit fünf Jahren arbeitet er an dem Projekt. Im Laufe des Sommers soll das Stückchen Chile in Levern eröffnet werden. „Sobald das Wetter es zulässt, fangen wir mit den Mauern an“, kündigt Helmut Richter an.

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