Bürgerinitiative „Gegenwind Rahden Ost“ will mit 34 Mitgliedern weiter für Stellerloh und die Umgebung kämpfen

Gegenwind wird weiter wehen

+
Der Standort des Buswartehäuschens an der Straße Stellerloh ist den Mitgliedern der Bürgerinitiative ein Dorn im Auge.

Rahden - Vor etwas mehr als einem Jahr haben sich einige Einwohner aus Stellerloh und Umgebung zur Bürgerinitiative „Gegenwind Rahden Ost“ zusammengeschlossen. Ihr Ziel: Windkraftanlagen im Nuttelner Bruch verhindern. Mittlerweile ist das Gebiet aus den Planungen für die Ausweisung von Konzentrationszonen für Windenergie herausgefallen. Für die Bürgerinitiative ist das kein Grund, zu ruhen. Das machte Vorsitzender Siegfried Prote am Freitag bei der Jahreshauptversammlung von „Gegenwind Rahden Ost“ im Gasthaus Ulmenhof deutlich.

Prote erinnerte daran, dass nach wie vor Klagen gegen die geplante Änderung des Flächennutzungsplanes eingereicht werden könnten. Noch seien seinen Kenntnissen zufolge für Rahden keine Klagen eingegangen, doch ausschließen könne man derartige Rechtsschritte nicht. Es bestehe immer noch eine gewisse Unsicherheit. „Aus diesem Grund ist es so wichtig, dass wir in diese Richtung weiter machen“, so Prote.

Noch immer ärgert ihn der seiner Ansicht nach viel zu geringe Mindestabstand von „Monsterwindrädern“ zu Wohnbebauung. „Man kann darüber nur den Kopf schütteln“, sagte er und fügte hinzu: „Welch ein Irrsinn der Politik.“ Prote erinnerte unter anderem an die Unterschriftenaktion gegen Windräder im Nuttelner Bruch und die Gründung der Bürgerinitiative im März 2015. „Wir haben es einfach gemacht – das war die richtige Entscheidung“, findet der Vorsitzende. Er hob die kurzen Kommunikationswege innerhalb der Bürgerinitiative hervor. „Es gibt keine Endlosdiskussionen wie in der Politik“, lobte er.

Siegfried Prote führt den Mitgliedern auch vor Augen, dass es unter anderem den Störchen zu verdanken sei, dass der Nuttelner Bruch aus den Planungen für die Ausweisung von Windkraft-Konzentrationszonen gestrichen wurde. Er berichtete von dem Storchenhorst im Rahdener Industriegebiet, für den sich die Bürgerinitiative stark macht. Dort seien schon Störche gesehen worden.

Der Gegenwind wird nicht nur in Sachen Windkraftanlagen weiter wehen. „Viele Maßnahmen werden in den Rahdener Osten abgeschoben – und ich habe das Gefühl, das ist noch nicht vorbei“, sagte Prote mit Blick auf das Industriegebiet, die Mülldeponie, die Kläranlage, den Bauhof und große Funkmasten. Er machte bei der Jahreshauptversammlung auf neue „Baustellen“ aufmerksam. Er kritisierte den starken Durchgangsverkehr auf der Straße Stellerloh und die marode Fahrbahn. Außerdem machte er auf den seiner Ansicht nach „unmöglichen“ Standort der neuen Bushaltestelle an der Straße aufmerksam. „Eine abschüssige Straße führt direkt in die Bushaltestelle“, erklärte Prote das Problem. „Ich frage mich, wie so etwas zustande kommen kann.“ Der Standort des Wartehäuschens gefährde die Sicherheit der Schüler. Vor allem im Winter gerate man an der Kreuzung mit dem Auto schnell ins Rutschen und steuere im schlimmstmöglichen Fall direkt auf die Bushaltestelle zu, waren sich die Mitglieder der BI einig.

Prote betonte, dass die Initiative am Ball bleiben will. Neue Gesichter seien dabei gerne gesehen. Laut Kassierer Peter Niehus ist der Verein mit 18 Gründungsmitgliedern gestartet. Mittlerweile zählt „Gegenwind Rahden Ost“ 34 Mitglieder. Als Aktionen stehen ein Sommerfest und eine Müllsammelaktion an – denn ein Vereinsmitglied erinnerte daran, dass zwei junge Störche in Rahden im vergangenen Jahr elendig an Garn verendet seien.

Bei den Wahlen wurden alle Vorstandsmitglieder in ihren Ämtern bestätigt. Somit besteht die Chefetage nach wie vor neben dem ersten Vorsitzenden Siegfried Prote aus Olaf Ewald (stellvertretender Vorsitzender), Dietmar Jantzen (zweiter stellvertretender Vorsitzender), Peter Niehus (Kassierer), Sina Dunker (stellvertretende Kassiererin), Karin Jantzen (Schriftführerin) und Andre Haase (stellvertretender Schriftführer). Neue Kassenprüfer sind Michael Günther und Holger Krause.

ks

Das könnte Sie auch interessieren

Mehr zum Thema:

Werder auf dem Freimarkt

Werder auf dem Freimarkt

NRW: 700 Polizisten stürmen Hells-Angels-Wohnungen

NRW: 700 Polizisten stürmen Hells-Angels-Wohnungen

Bild von gewildertem Nashorn ist Wildlife-Foto des Jahres

Bild von gewildertem Nashorn ist Wildlife-Foto des Jahres

Xi Jinping träumt von China als Weltmacht

Xi Jinping träumt von China als Weltmacht

Kommentare