Kirchenmusiker Christoph Hintermüller zieht alle Register der Rahdener Orgel

Ganzes Orchester in nur einem Instrument

Amerikanische Komponisten und ihre Orgelmusiken sind die Spezialität von Christoph Hintermüller . In der St. Johannis-Kirche in Rahden stellte er sein Können bei einem Konzert unter Beweis. - Foto: Bokelmann

Rahden - Von Anika Bokelmann. Zwar konnten die Konzertbesucher den Protagonisten des Abends nicht sehen, aber dafür umso besser seinem Spiel lauschen. Christoph Hintermüller entlockte der Hammer-Orgel in der Rahdener St. Johannis-Kirche verschiedene Töne und zog dabei alle Register.

Der 22-Jährige gastierte auf Einladung der Kirchengemeinde in Rahden und bot vor rund 30 Gästen verschiedene Kompositionen vor allem amerikanischer Musiker. Unter das Thema „Classic meets Modern – Ein Orgelkonzert für Jung und Alt“ hatte der Mainzer den Abend gestellt, den er mit der „Cathedral Suite“ von Gordon Young eröffnete. Sehr traditionelle Töne, die zum Teil sphärisch anmuteten, stimmten die Männer und Frauen in den Kirchenbänken etwa eine Viertelstunde lang auf das besinnliche Konzert ein.

Seine Musikwahl kommentierte Hintermüller von der Orgelempore herab und erhielt immer wieder belohnenden Applaus zwischen den Stücken. Das Repertoire des jungen Mannes, der in Mainz Kirchenmusik studiert und auch als Kirchenmusiker arbeitet, umfasste in Rahden neben Liebesliedern vor allem klassische Stücke. So erklang aus dem Praeludium von Johann Sebastian Bach die Fuga in D, allerdings in einer früheren und weniger bekannten Fassung.

Ebenso unbekannt dürften die Stücke von Robert Jones gewesen sein. Denn die Reflexionen auf „Ubi caritas“ und „Adoro te“, beides gregorianische Choräle, sind unveröffentlichte Werke des walisischen Komponisten und liegen nur wenigen Musikern in der handschriftlichen Version vor. Einer davon ist Christoph Hintermüller.

Der Kirchenmusiker interessierte sich eigenen Angaben zufolge bereits zu Grundschulzeiten für Keyboard- und Orgelmusik und so brachte er sich das Spiel auf dem Tasteninstrument autodidaktisch bei. Später erhielt er von verschiedenen Lehrern Unterricht, seit 2011 ist Hintermüller Kirchenmusiker des Pastoralverbundes Dortmund-Ost. Zudem leitet er seit mehreren Jahren verschiedene Kirchenchöre.

Einen Schwerpunkt legt Hintermüller auf angloamerikanische Musik. So mag es verwunderlich sein, dass dennoch eine Melodie von Joseph Haydn erklang. Auch wenn es sich um die Noten zur deutschen Nationalhymne handelte, so erklärte der Organist zu dem Stück des wenig bekannten Komponisten Daniel Berghout: „In Amerika werden häufiger sakrale Texte auf bekannte Melodien gelegt.“ Und so lautete der Titel des dargebotenen Werks auch „Glorious Things of Thee Are Spoken“.

Nach seinem Zwischenstopp in Rahden am Wochenende wird Christoph Hintermüller mit seinen Orgelkonzerten durch Norwegen touren. Außerdem steht in diesem Jahr im Rahmen seines Studiums ein Auslandssemester in Los Angeles an.

Auch Filmmusiken liegen Hintermüller am Herzen, was beim gekonnten Spiel seiner Orgeltranskription zur Titelmelodie von Herr der Ringe deutlich wurde. „Die Orgel ist einfach das beste Instrument, um ein komplettes Orchester zu intonieren“, erklärte er den Rahdener Gästen.

Doch die Kirchenmusik ist nicht das einzige Standbein des jungen Mainzers. Vor seinem Auftritt in der St. Johannis-Kirche berichtete er über seine selbstständige Arbeit als Hypnotiseur. „Zauberei hat mich schon als kleines Kind fasziniert“, so Hintermüller. Zudem arbeite er gerne auf mentaler Ebene mit den Menschen – obwohl das dem 22-Jährigen zufolge oft schwierig ist: „Gerade in Deutschland verlassen sich die Menschen am liebsten auf Fakten, die durch Studien belegt werden“, meint er mit einem Schmunzeln.

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