Aktionstag an Ostern lockt zahlreiche Besucher zum Museumshof nach Rahden

Gäste werden zu Landwirten

Auf dem Kleinfeld am Lütken Hus drehte der Haflinger „Cartouche“ Runde um Runde. Neben seinem Besitzer Norbert Möller (l.) führten auch die Besucher des Aktionstages den einscharigen Pflug, wie hier Bernhard Wietelmann. - Foto: Bokelmann

Rahden - „Zum Glück übernimmt heute die Technik viel Arbeit“, war Bernhard Wietelmann froh über den Fortschritt, nachdem er sich an der Feldbestellung mit dem Pferd versucht hatte. Am Museumshof in Rahden versuchten sich die Gäste nämlich unter anderem als Landwirte auf dem kleinen Feld und lernten zudem Soleier kennen.

Zwei Bahnen hatte Wietelmann mit Haflinger „Cartouche“ von Norbert Möller aus Varl auf dem Feld gedreht und dabei den zuvor aufgebrachten Mist untergearbeitet. „Das habe ich früher bei meinen Großeltern auch gemacht“, erinnerte sich der Pr. Ströher. Er wusste auch um die Besonderheiten des Einschar-Pflugs, den Möller mit auf den Museumshof gebracht hatte. So sei eine genaue Vorarbeit nötig, damit der Mist durch das Vorgewinde in die Rillen gebracht werde, so Wietelmann. Zudem könne nicht jedes Pferd hinter einen Pflug gespannt werden, so der begeisterte Gast, der sich als Landwirt gar nicht so schlecht machte.

Zum ersten Aktionstag des Jahres kamen zahlreiche Besucher nach Rahden. Bereits bei der Zwischenbilanz war Lena Meyer als Museumshofleiterin zufrieden: „Wir haben schon gute 500 Besucher“, verkündete sie drei Stunden, nachdem das Museum seine Tore geöffnet hatte. Damit habe sie gar nicht gerechnet, so Meyer. Obwohl sie der Ansturm positiv stimmte, verschwieg Meyer nicht, dass es Ausfälle gegeben hatte. Aufgrund des Windes hatten einige Aussteller kurzfristig abgesagt oder Schäden vermeldet. „Die Hüpfburg haben wir extra befestigt“, so Meyer.

Und auch die Aussteller selber trafen einige Sicherheitsvorkehrungen und präsentierten unter anderem weniger Gegenstände, damit diese nicht über das weitläufige Gelände wehen konnten. Am frühen Nachmittag zeigte sich dann aber nochmal wieder die Sonne und so genossen die Besucher des Ostermarktes ihren Kaffee und die selbstgebackenen Kuchen von den Fördervereinsmitgliedern des Museusmshofs unter dem alten Baumbestand neben dem Haupthaus, bevor dann später doch wieder Regen einsetzte.

Zur Mittagszeit hatte unter anderem deftiger Eintopf für Stärkung gesorgt. Zudem drehte eine Kutsche Runde um Runde im Schatten der Burgruine, während andere Familien in den Häusern die alten Werkzeuge bestaunten.

Extra wegen der Soleier, die stets am Ostermontag auf dem Museumshof vorgestellt werden, war die achtjährige Emma mit ihrer Mutter aus Espelkamp gekommen. Zielstrebig steuerte das Mädchen den Stand an, wo Gerda Kolkhorst und Egon Rohlfing vom Förderverein des Museumshofs die Spezialität parat hieteln. „Wenn die Hühner zu viele Eier gelegt haben, musste man diese haltbar machen“, erklärte Kolkhorst Interessierten. Daher wurden die gekochten Eier für die Soleier-Herstellung mit einer angeknickten Schale für mindestens 24 Stunden in eine Salzlösung gelegt. Somit hielten sie sich etwa zehn Tage.

Wie die Verzehranleitung am Stand auf dem Museumshof verriet, sollte man Soleier mit Senf, Essig, Öl und Maggi reichen. „Vor allem müssen sie mit einem Mal in den Mund“, erklärte Kolkhorst und verteilte Kostproben, die durch die Spenden der Gäste ermöglicht wurden. Egon Rohlfing erinnerte sich zudem, dass die Soleier früher in nahezu jeder Gaststätte als Snack neben Frikadellen und Co. gereicht wurden. -  abo

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