Für Patienten in Lübbecke und Rahden ändert sich nichts

Führender Diabetes-Experte Dr. Nils Ewald erhält Professur

Kurzbesprechung mit dem leitenden Oberarzt, Dr. Andreas Hosp, (l.) und der Assistenzärztin Barbara Brinkmann. Prof. Dr. Nils Ewald (Mitte) bleibt ein Teamplayer in der Klinik für Innere Medizin im Krankenhaus Lübbecke-Rahden. - Foto: MKK

Lübbecke/Rahden - „Nein“, lautet die schnelle Antwort von Nils Ewald, wenn man ihn fragt, ob er schon immer Professor werden wollte. Seine akademische Laufbahn hat er laut Mitteilung der Mühlenkreiskliniken nie generalstabsmäßig geplant. Es seien stets die Gelegenheiten, Notwendigkeiten, Neigungen und persönliche und berufliche Lebenssituationen gewesen, die die sein wissenschaftliches Arbeiten immer wieder befeuert hätten.

Im September ist aus PD Dr. med. Nils Ewald Professor Ewald geworden. Doch was bedeutet das eigentlich? Wenn man dem frisch Ernannten glauben darf, bedeutet das vor allem eins: viel Arbeit. „Ganz ehrlich, sehr viele Menschen haben mir gratuliert und im nächsten Moment gebeichtet, dass sie den Unterschied zwischen dem PD, dem Privatdozenten und dem Professor gar nicht wüssten“, wird Ewald zitiert. Er hat also Übung im Erklären. 

Bevor er Direktor der Klinik für Innere Medizin am Krankenhaus Lübbecke-Rahden und Ärztlicher Direktor des gesamten Krankenhauses wurde, war er als Arzt und Oberarzt am Universitätsklinikum des Saarlandes und zuletzt am Universitätsklinikum Gießen tätig. Hier hatte er auch 2003 seine Doktorarbeit fertiggestellt, als kurz danach ein Oberarzt auf ihn zukam und fragte, ob er nicht Interesse hätte, eine weitere wissenschaftliche Arbeit für einen bevorstehenden Kongress zu erstellen. 

„Ich hatte Interesse und stieg ein. In dieser ersten Veröffentlichung ging es bereits um unterschiedliche Formen der Bauchspeicheldrüsenentzündung“, so Ewald. Es folgte Kongress auf Kongress und Veröffentlichung auf Veröffentlichung, die alle um ein Hauptthema kreisten: Die Wechselwirkung zwischen Diabetes, Bauchspeicheldrüsenentzündung und Fettstoffwechselstörung. „Das war für mich ein spannendes Thema, weil es zwischen den unterschiedlichen Fachgesellschaften umstritten ist, welcher Medizinexperte sich darum zu kümmern hat.“

Heute zählt Ewald laut Mühlenkreiskliniken zu den europaweit führenden Experten beim Diabetes mellitus Typ-III/c. Handelt es sich beim Typ-1-Diabetes um eine genetisch bedingte Störung der Immunabwehr, bei der die körpereigenen insulinproduzierenden Zellen zerstört werden, geht es beim Typ-2-Diabetes um eine Resistenz der blutzuckerverarbeitenden Zellen gegenüber dem Insulin. Diese Erkrankung tritt häufig im fortgeschrittenen Alter auf. Ewalds Spezialgebiet ähnelt eher dem Typ-1-Diabetes.

Bei Typ-III/c-Diabetikern wird die Krankheit durch eine Erkrankung der Bauchspeicheldrüse ausgelöst. Dies kann durch Entzündungen, Stoffwechselstörungen, genetische Störungen, Tumore oder auch durch die Entfernung des Organs geschehen. „Bei meinen Forschungsarbeiten war ich immer wieder im Labor aktiv, habe Medikamentenstudien gemacht und war natürlich immer wieder auf Kongressen“, berichtet der 39-Jährige. „Die positive Resonanz und das fehlende Wissen rund um das Thema haben mich dann immer wieder angespornt, hier weiter zu machen.“

Nach mehr als 20 Veröffentlichungen, Lehrtätigkeiten am Universitätsklinikum Gießen, guten Bewertungen von den Studierenden und der Betreuung von Doktoranden, hatte er 2011 alle Voraussetzungen für eine Habilitation und die Ernennung zum Privatdozenten erfüllt. Die Motivation am wissenschaftlichen Arbeiten war damit aber noch nicht erloschen. 

Es sei ungefähr noch einmal der gleiche Aufwand an Lehrtätigkeit und Wissenschaft gewesen, den Ewald betreiben musste, damit seine Kolleginnen und Kollegen aus dem Fachbereich Medizin an der Universität Gießen ihn für eine außerplanmäßige Professur vorschlagen konnten. Im Spätsommer verlieh der Präsident der Universität Dr. Ewald die Professur.

Ändert sich etwas für Ewalds Patienten am Krankenhaus Lübbecke-Rahden? „Nein“, erklärt der Professor. „Insgesamt eine Woche im Semester bin ich im Rahmen meiner Lehrtätigkeit in Gießen. Zudem besuchen mich Studierende aus Gießen regelmäßig für Praktika.“ Er bleibe der, als den man ihn hier im Mühlenkreis kenne, egal ob mit oder ohne Professorentitel.

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