Spiel des Tages: SSV Pr. Ströhen rettet sich 4:3-Sieg in Entscheidungsspiel

Freudentänze wie bei einer Meisterschaft

Michele Braunsberger im Zeikamp gegen Florian Kröger (Torschütze).  - Fotos: Pries

Schnathorst - Von Willi Pries. Erst schien die Nachspielzeit gar kein Ende nehmen zu wollen, aber als der Schiedsrichter dann endlich das Spiel abpfiff, entlud sich die Erleichterung der Pr. Ströher schlagartig. Erleichtert fielen sich die Spieler, Trainer und Anhänger des SSV Pr. Ströhen in die Arme. Mit dem 4:3 (3:2)-Sieg beim SV Schnathorst verhinderten die Nordkreisler den direkten Abstieg aus der Kreisliga A und erzwangen ein Entscheidungsspiel gegen den Konkurrenten SV Börninghausen, der zeitgleich mit 2:6 gegen Tengern II verlor.

„Man könnte ja fast meinen, wir hätten eine Meisterschaft gewonnen, wenn man die Freudentänze hier sieht“, lachte SSV-Spielertrainer Marcell Katt nach dem Abpfiff, um dann gleich wieder ernst zu werden. „Wir haben noch gar nichts erreicht, sondern erstmal nur die Entscheidung vertagt. Jetzt kommt es darauf an, was wir im Entscheidungsspiel zeigen“, so Katt. Sollte sein Team eine ähnlich engagierte Leistung zeigen wie beim Spiel in Schnathorst, dürfte der Klassenerhalt machbar sein.

„Heute haben wir toll gekämpft, das habe ich in der gesamten Saison noch nicht gesehen. Dabei war es heute fast schon zu spät, das hätte ich mir in einigen anderen Spielen schon gewünscht“, lobte und tadelte der Spielertrainer sein Team. Bei der Partie in Schnathorst wurde schnell klar, dass die Pr. Ströher die Entscheidung selbst in der Hand hatten. Die Nachricht vom Rückstand des Konkurrenten sickerte schnell durch und kurz nach dem Treffer zum 0:1 in Börninghausen ging auch der SSV in Führung. Florian Kröger nutzte ein Zuspiel von Marcell Katt zum Führungstreffer (11.).

Die Freude währte nur kurz, da Steffen Lohbach nur wenig später zum 1:1 ausglich (15.). Doch die Gäste gingen nur zwei Minuten später durch ihren Spielertrainer erneut in Führung. Als der Schiedsrichter nach einem eher harmlosen Rempler von Michele Braunsberger gegen Sven Kolwey auf den Elfmeterpunkt zeigte, schien alles für die Gäste zu laufen. Kapitän Tim Rewald verwandelte zum 1:3 (34.). Doch die Messe war noch nicht gelesen. Die Pr. Ströher bekamen kurz vor der Pause den Ball nicht aus der Gefahrenzone, Benedikt Ruschmeier nutzte eine Hereingabe zum 2:3 (41.).

Nach dem Seitenwechsel erhöhten die Gastgeber den Druck, und der SSV zeigte Nerven. Mit einer Kopfball-Bogenlampe beförderte Arne Merschel den Ball auf das Pr. Ströher Tor. Der heraus gelaufene SSV-Keeper Christoph Vatthauer machte beim Abwehrversuch keine glückliche Figur und das Leder zappelte zum 3:3 im Netz (51.). Beim Pr. Ströher Anhang und den Ersatzspielern an der Seitenlinie machte sich Entsetzen breit. Der zur Pause ausgewechselte Sven Kolwey schlug die Hände vors Gesicht, und der Vereinsvorsitzende Rolf Klasing konnte nur noch den Kopf schütteln. „Das macht mich völlig fertig“, so Klasing.

Aber der SSV schlug zurück. Nach einem Freistoß von Fabian Spreen war Marcell Katt mit dem Kopf zur Stelle und nickte zur erneuten Führung ein – 3:4 (53.). Doch die Schnathorster ließen nicht locker und schlugen immer wieder gefährliche Ecken und Freistöße in die Gefahrenzone. Den mitgereisten SSV-Anhängern stockte einige Male der Atem. Durch Rettungsaktionen auf der Linie und einige tolle Paraden von Vatthauer hielt die Führung zwar, wackelte aber bedenklich. Die Meldung, dass Börninghausen nur noch mit 2:3 hinten lag, sorgte an der Seitenlinie ebenfalls nicht für Entspannung.

Erst in der Schlussviertelstunde gelang es den Gästen, wieder etwas Ruhe ins Spiel zu bekommen. Mit einer Direktabnahme scheiterte Christian Spreen-Ledebur am Schnathorster Torhüter (75.). Ein Kopfballtor von Marcell Katt wurde wegen Abseits nicht gegeben (84.). Die Pr. Ströher sehnten den Schlusspfiff herbei. Nachdem Schiedsrichter Thomas Peters schon die Nachspielzeit von drei Minuten angezeigt hatte, startete auf der linken Seite Marcel Noltemeyer durch. Jan Kampe stoppte ihn mit einem taktischen Foul, und der Schnathorster revanchierte sich mit einem Schubser. Während Kampe Gelb sah, musste Noltemeyer mit Rot vom Feld.

Der anschließende Freistoß der Gastgeber landete bei Arne Merschel, der frei auf das Pr. Ströher Tor zulief. Torhüter Vatthauer warf sich aber mit vollem Einsatz dazwischen, konnte den Ball klären und sich nach dem Abpfiff die Glückwünsche seiner Mitspieler abholen. „Wir sind jetzt erstmal happy, dass wir das Entscheidungsspiel erreicht haben. Mal sehen wer dort das glücklichere Händchen hat“, so Coach Marcell Katt nach dem Schlusspfiff.

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