Frau gibt Drogenbesitz und Diebstahl zu

Drastischer Wandel im Leben der Angeklagten

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Mediengruppe Kreiszeitung

Rahden/Wehdem - Das Urteil des Rahdener Amtsgericht, 35 Tagessätze zu jeweils 15 Euro, akzeptierte eine 22-jährige Angeklagte und gab umgehend die beiden Vergehen zu, die ihr von der Staatsanwaltschaft zur Last gelegt wurden. Verstoß gegen das Betäubungsmittelgesetz und Diebstahl lautete der Vorwurf – bei beiden Taten handelte es sich jedoch um geringe Mengen beziehungsweise Sachwerte. „Es ist alles so gewesen. Ich kann die Taten nicht abstreiten“, zeigte sich die Frau geständig.

Im Mai vergangenen Jahres war die Angeklagte im Rahmen des Hai-in-den-Mai-Festivals in Wehdem in eine Polizeikontrolle geraten. Dabei stellten die Beamten 0,8 Gramm netto Marihuana in der Umhängetasche der jungen Frau sicher. „Das Auto ist uns aufgefallen, weil es abseits des Geländes stand“, berichtete eine 41-jährige Polizeibeamtin, die als Zeugin auftrat. Sie war beim Festival im Einsatz und hatte die Kontrolle vorgenommen, nachdem der auffällige Wagen zurück zum Gelände gefahren sei. „Vermutlich haben sie unser Polizeifahrzeug erkannt“, so die Zeugin.

Die Drogen, die die Angeklagte eigenen Aussagen zufolge zum Eigengebrauch bei sich getragen hatte, werden nun auf Antrag des Gerichts und mit dem Einvernehmen der 22-Jährigen vernichtet. „Ich brauche das nicht mehr“, erklärte sie Richter Hagenkötter – schließlich wolle sie ihrem Kind nicht schaden, betonte die Hochschwangere.

Im September 2014 geriet die heute 22-Jährige dann erneut mit dem Gesetz in Konflikt, als sie in einem Einzelhandelsgeschäft in Minden dabei erwischt wurde, wie sie drei Mascara-Flakons in ihre Tasche steckte und sie an der Kasse nicht zum Bezahlen vorlegte. Dabei hatte ein Detektiv die junge Frau beobachtet. Der 51-Jährige war nun als Zeuge in Rahden und bestätigte die Anklage der Staatsanwaltschaft.

„Das war eine blöde Sache“, urteilte die Angeklagte im Rückblick auf den Fall in Minden. Vor allem weil der Wert der Schminke lediglich 19,47 Euro betragen hatte. „Da habe ich noch Drogen konsumiert“, begründete sie ihren Diebstahl. Jetzt sei sie clean.

„Ich hoffe, dass sich ihre drastische Lebenswendung auch auf ihr Verhalten niederschlägt“, sagte die Staatsanwältin mit Blick auf die Schwangerschaft im Vorfeld ihres Plädoyers. Darin forderte sie für den Drogenbesitz 15, für den Diebstahl 20 Tagessätze in Höhe von je 15 Euro. „Sie sind geständig und der Schaden ist gering“, so die Begründung.

Richter Hagenkötter folgte dem Vorschlag und hatte „an Ihrem Geständnis keine Zweifel“. Auf die Möglichkeit einer Berufung verzichtete die Angeklagte, der Hagenkötter abschließend riet, „die Finger von den Drogen zu lassen“.

abo

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