370 Flüchtlinge bis Jahresende in Rahden

Enorme Anstrengungen und viel Geld nötig

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Mediengruppe Kreiszeitung

Rahden - 275 Flüchtlinge hat Rahden 2015 aufgenommen. Wenn am Dienstag die letzte Zuweisung des Jahres erfolgt, leben 370 Personen aus krisengefährdeten Gebieten in der Auestadt, berichtete Uwe Trentelmann am Donnerstagabend im Rat von einem „sehr anstrengenden Jahr“. Zwischen dem 24. Dezember und dem 3. Januar werde es zunächst keine Zuweisungen geben, danach sei aus Arnsberg eine „behutsame Wiederaufnahme“ angekündigt, so der Ordnungsamtleiter. „Ich hoffe, dass das Tempo des Zustroms abnimmt“, so Friedrich Schepsmeier (SPD).

Um die Unterbringung und Betreuung der Flüchtlinge zu bewältigen, genehmigte der Rat einstimmig überplanmäßige Ausgaben von 145000 Euro für das Haushaltsjahr 2015 sowie 200500 Euro für den Erwerb eines weiteren Gebäudes, das die Stadt als Unterbringungsmöglichkeit anmietet. Insgesamt liegen die Aufwendungen für die Leistungen im Sinne der Flüchtlingshilfe damit bei rund 1,2 Millionen Euro.

„Durch die Mittel von der Landesregierung liegen wir derzeit bei einem Deckungsgrad von 73 Prozent“, erläuterte Uwe Trentelmann zur finanziellen Lage. Auf den Vorschlag von Carsten Zimmermann (FWG), eine Landesaufnahmestelle in Rahden einzurichten, erwiderte Trentelmann: „Dann ist eine dezentrale Unterbringung nicht mehr möglich und die Zuweisungen wären auch nur kurzfristig ausgesetzt.“ In Lübbecke sehe man die negativen Auswirkungen, ergänzte Bürgermeister Dr. Bert Honsel. Das wünsche er sich nicht.

Honsel prognostizierte für das nächste Jahr mindestens 240 weitere Flüchtlinge. Damit sei Rahden bei 600 Flüchtlingen bis Ende 2016. „Unsere Kümmerer sind sehr belastet“, machte Zimmermann mit Blick auf die Zahlen aufmerksam. Die Politik müsse reagieren. „Der Bauhofbedarf wurde aufgestockt“, so Trentelmann. Zudem werde eine Sachbearbeiterstelle zu Beginn des Jahres ausgeschrieben. Bianca Winkelmann (CDU) erklärte, dass bisher gute Arbeit geleistet worden sei. „Das ist Kaffeesatz-Leserei. Wir wissen nicht, was nächstes Jahr passiert“, meinte die Fraktionsvorsitzende, dass Entscheidungen um das Thema Integrationslotsen nicht zielführend wären. Hans-Eckhard Meyer (FDP) wünschte sich indes mehr Planungssicherheit und regte seitens der Liberalen an, Aufgaben über eine Schnittstelle zu koordinieren.

abo

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