Firma Meier Guss kritisiert CDU und SPD für Votum zur Samstagarbeit

„Thema wurde aufgebläht“

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Die Rahdener Firma Meier Guss fühlt sich von CDU und SPD nicht ausreichend unterstützt. Die Parteien weisen den Vorwurf zurück.

Rahden - Andere Städte seien deutlich wirtschaftsfreundlicher als Rahden, bemängelt die Firma Meier Guss, nachdem die Ratsmehrheit ihrem Antrag auf Anpassung der Betriebszeit (Samstagsarbeit) ihr Einvernehmen nur mit Einschränkungen erteilt hat. Ihre Kritik richtet sich jedoch nicht an alle Fraktionen. „Die Parteien FDP, FWG und die Grünen unterstützten uns in den letzten Monaten sehr gut“, sagt Geschäftsführer Andreas Rehmer. „Die mangelnde Unterstützung durch die großen Parteien SPD und CDU bedauern wir dagegen sehr.“ Die beiden angesprochenen Parteien weisen die Vorwürfe zurück.

Man fühle sich unangemessen behandelt und verstehe, warum andere Firmen Rahden verlassen hätten. „Es ist ungewöhnlich und überraschend, dass bestehende Firmen durch die großen Parteien nicht ausreichend unterstützt werden“, so Rehmer. CDU und SPD hätten sich wenig mit der Eisengießerei auseinandergesetzt und verstünden das Wirtschaftsmodell nicht.

Bei der Diskussion um die Samstagsabeit vermisse er ihren Beistand nicht zum ersten Mal. Rehmer verweist auf die „unberechtigte“ Umweltdiskussion im vergangenen Jahr. „Auch beim Thema Werkstraße bewerten die großen Parteien die Interessen der Anwohner bisher höher als die der Firma und Mitarbeiter und der Sicherheit“, meint er. Beispielhaft sei das Städte- und Gemeindebund-Gutachten, das die Firma als letzte bekommen habe.

Der Beschluss zur Samstagsarbeit sei kein tauglicher Kompromiss und stelle eine weitere Einschränkung dar. Die endgültige Entscheidung obliege aus gutem Grund der Bezirksregierung. Bezeichnend bei der Diskussion sei gewesen, dass die Einspruch einlegenden SPD-Mitglieder nicht gewusst hätten, dass der Samstag ein Werktag ist. „Solche Diskussionen sind für den Wirtschaftsstandort Rahden mehr als schädlich.“

Rehmer betonte, dass Meier Guss sich im eigenen Interesse bemühe, Samstagsarbeit möglichst gering zu halten. Dass man die Produktion am Standort Rahden nicht erweitern könne, sei klar. „Das Thema wurde durch die Politik unnötig aufgebläht“, findet er.

Sollte man samstags nur eingeschränkt arbeiten dürfen, müssten Umsätze bei Engpässen nach Limburg verlagert werden. Das würde Rahden durch Gewerbesteuerverluste zu spüren bekommen. „Den Rahdener Bürgern muss bewusst sein, dass dies negative Auswirkungen auf die gesamte Stadt hätte“, betont der Geschäftsführer. Man werde jedoch alles dafür tun, den Standort zu erhalten.

Als Reaktion auf die Kritik regt SPD-Fraktionssprecher Friedrich Schepsmeier ein klärendes Gespräch mit der Geschäftsleitung an. Das hätte man gerne schon zuvor geführt – jedoch habe die Verwaltungsspitze den Parteien die nötige Zeit versagt. Der Rat kenne den Originalantrag erst seit dem 4. Mai. Der Sachverhalt sei zuvor nur unvollständig dargestellt worden. Bauamtsleiter Dieter Drunagel sagte bei der jüngsten Ratssitzung, dass der Inhalt durch die Beschlussvorlage hinreichend bekannt gewesen sei.

„Die Kritik der Firma spricht irreführend von einer weiteren Einschränkung. Niemand im gesamten Rat ist gegen die gewünschte Flexibilität“, so Schepsmeier. Verwaltung, SPD und CDU strebten lediglich eine – bisher nie erreichte – Obergrenze von 20 Tagen an.

Zudem überrasche es, dass die SPD für das Zurückhalten des Gutachtens verantwortlich gemacht werde. Sie habe mit FDP, FWG und Grünen drängen müssen, es zu veröffentlichen. In dem Zusammenhang habe man mit Meier Guss gesprochen. Die Vorwürfe seien eine „harsche Leugnung jeder Gesprächs- und Entscheidungsbereitschaft“. „Unerfindlich“ sei, wieso die SPD für Firmen-Abwanderungen in Haftung genommen werde.

CDU-Fraktionschefin Bianca Winkelmann bedauert, dass die Firma einen falschen Eindruck von den Entscheidungen der CDU hat. „Wir sind lediglich bemüht, einen Kompromissvorschlag für Anlieger und Firma zu finden“, erklärt sie. Es habe mehrere Gespräche gegeben. „Da Meier versichert, dass keine generelle Samstagsarbeit geplant ist, und an der Aussage hegen wir überhaupt keinen Zweifel, warum ist dann eine Einschränkung auf 20 Tage nicht möglich? Warum wird mit solch massiver Kritik auf den Verwaltungsvorschlag reagiert?“, fragt sie. Die CDU wünsche die Rückkehr zu einer sachorientierten Diskussion.

FDP, FWG und Grüne hatten dafür plädiert, dem Antrag zur Samstagsarbeit das uneingeschränkte Einvernehmen zu erteilen.

ks

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