Feuerwehren Espelkamp und Rahden proben gemeinsam für den Ernstfall / Rahdener Firma stellt Fahrzeug zur Verfügung

Ausrangierter Bus als Versuchsobjekt

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An einem ausrangierten Bus der Rahdener Firma AMR übten die Feuerwehrleute den Ernstfall: Vor der Bergung der Insassen galt es, sich durch Fenster und Dach Zugang zum Innern zu verschaffen.

Rahden - Die Feuerwehr kommt längst nicht nur, wenn es brennt. Auch bei Verkehrsunfällen ist ihr Einsatz häufig gefragt, etwa wenn es darum geht, Menschen aus verunfallten Fahrzeugen zu befreien. Eine besondere Herausforderung stellt ein Unfall mit einem Bus dar. 40 Einsatzkräfte der Feuerwehren Rahden und Espelkamp probten kürzlich den Ernstfall.

Rahdens Wehrführer Mark Ruhnau und der stellvertretende Wehrführer und Ausbildungsbeauftragte der Stadt Espelkamp, Jörn Stratmann-Sablotny, begrüßten zu dem Sonderdienst Kameraden aus den Einheiten Espelkamp, Gestringen, Vehlage, Fabbenstedt, Rahden und Pr. Ströhen. Die Firma AMR Busverkehrsgesellschaft (Adolf Meier) aus Rahden bot den Feuerwehren die einmalige Gelegenheit an, an einem ausrangierten Bus zu üben.

Zunächst ging Rahdens stellvertretender Wehrleiter Carsten Kunter im Rahdener Gerätehaus in einem kurzen Vortrag auf verschiedene Fahrzeugtypen ein und erläuterte Aufbau sowie Rettungsöffnungen und Rettungsmöglichkeiten. Ein weiteres Thema war die Ordnung und Struktur der Einsatzstelle bei solch großen Einsätzen.

Nachdem die Theorie abgearbeitet war, fuhren die Einsatzkräfte zum Betriebshof der Firma AMR, wo neben der Geschäftsführung, Petra Laurenz und Heidrun Möll, auch Busfahrer und Werkstattmitarbeiter Bernd Tiemann auf sie warteten. Ihm sei es ein besonderes Anliegen gewesen, die Rettungskräfte in ihrer Ausbildung zu unterstützen, erklärt Feuerwehr-Pressesprecher Andreas Berg.

Für die praktische Ausbildung wurden zwei Gruppen gebildet. Die erste Gruppe ließ sich von Tiemann die verschiedenen Bus-Modelle erklären. Hier wurden Zugangsmöglichkeiten sowie die elektrische Versorgung und das Abstellen des Motors beziehungsweise die Unterbrechung der Kraftstoffzufuhr in Augenschein genommen. Den Feuerwehrmännern und -frauen wurde schnell klar, dass nicht jeder Bus gleich ist, und hier umfassendes Fachwissen erforderlich ist. Die zweite Gruppe bearbeitete einen auf der Seite liegenden Bus, in dem sich mehrere Personen befanden. Der Bus war im Inneren noch komplett ausgebaut, so dass die Einsatzkräfte mit den normalen Hindernissen zu kämpfen hatten.

Es galt, Haltestangen und Sitze zu entfernen, um verletzte Personen aus dem Bus zu befreien. Zunächst mussten allerdings Rettungsöffnungen geschaffen werden. Die Feuerwehrleute konnten durch das Dach oder durch eingeschlagene Scheiben ins Innere des Busses gelangen. Viel Blech musste entfernt werden, um die eigenen Kameraden aus dem Bus zu „retten“. Hierzu wurden Blechaufreißer sowie die Rettungsschere und der hydraulische Spreizer eingesetzt.

Alle Einsatzkräfte waren sich einig, dass sie einen solchen Einsatz nicht im Ernstfall erleben möchten, waren aber sehr froh, diese Form der Fortbildung erhalten zu haben. Jörg Mittag, Mark Ruhnau, Jörn Stratmann Sablotny und Carsten Kunter, die die praktischen Übungen begleitet hatten, dankten darum den AMR-Mitarbeitern für die Übungsmöglichkeit und die gute Betreuung. „Nur durch solche Übungen ist es der Feuerwehr möglich, sich auf diese Art von Einsätzen vorzubereiten“, erklärt Berg.

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