Roggen mähen mit Sense und Harke

Sielhorster Dreschflegelgruppe: Feldarbeit weckt Erinnerungen

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Günter Schlüter (rechts, mit Sense) mähte die erste Reihe des RoggenS ab. Eine Arbeit, die er noch von früher kennt. 

Sielhorst - Was Mähdrescher heute in kürzester Zeit schaffen, kostete vor gar nicht allzu vielen Jahren noch viel Zeit und Muskelkraft. Um traditionelle Arbeitstechniken nicht in Vergessenheit geraten zu lassen, demonstrierte die Dreschflegelgruppe des Heimatvereins Sielhorst am Montagabend das Mähen von Roggen mit der Sense.

Die ersten Halme schnitt Günter Schlüter ab. Mit Schwung ließ der 82-Jährige das scharfe Sensenblatt über das Feld gleiten. Eine Aufgabe, die er bereits als 15-Jähriger übernommen hatte. „Das war damals alles genauso“, erzählte er von früher. Im Winter habe man das Getreide dann zusammen mit den Nachbarn gedroschen. Schlüter erinnert sich noch gut, wie später erst Mähbinder und dann Mähdrescher die landwirtschaftliche Arbeit zunehmend erleichterten.

Weitere Mitglieder der Dreschflegelgruppe harkten das Getreide nun bei der Demonstration zusammen. Zu einzelnen Garben band es unter anderem Gisela Kolkhorst. Routiniert nahm die 68-Jährige ein Bündel Getreidehalme nach dem anderen und knotete damit jeweils eine Garbe zusammen. Auch für sie eine Aufgabe, die sie von früher kennt. „Ich habe das als Kind schon gemacht“, berichtet sie. Damals, Anfang der 60er-Jahre, sei sie noch ein ganz junges Mädchen gewesen. Nach etwa 50 Jahren Pausen habe sie dann beim Heimatverein wieder mit dem Binden angefangen. „Das verlernt man nicht – wie Fahrradfahren“, hat Kolkhorst festgestellt.

Zur Erfrischung gibt es Brotwasser

Weitere Helfer stellten die Garben in Hocken – eine Hocke besteht aus 20 Garben – zum Trocknen zusammen. So arbeiteten viele Hände zusammen. Alte Arbeitskluften und Holzschuhe komplettierten das Bild.

Zur Erfrischung boten die Veranstalter neben den üblichen Getränken Brotwasser an. Für die jüngeren Generationen: Dabei handelt es sich um ein Getränk, für das Schwarzbrot mit Wasser vermengt wurde. Das Gemisch musste üblicherweise über Nacht ziehen und konnte mit Wasser und Zitrone verfeinert werden. Wenn an heißen Tagen gearbeitet wurde, wurde es am Feldrand in Kannen eingebuddelt. Dort blieb es schön kühl.

Das geerntete Getreide will die Dreschflegelgruppe auf Aktionstagen dreschen. Auf dem Kalender stehen unter anderem Vorführungen am Museumshof oder bei Mahl- und Backtagen. 

ks

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