Wunschbaumaktion des Lions-Clubs startet 

Es fehlt an ganz fundamentalen Dingen

Dieter Gerecke (Bischof-Hermann-Kunst-Schule, v.l.), Justine Niemeyer und Anke Wichering (beide Volksbank Espelkamp), Oliver Speyer (Lions-Club), Anette Grewe und Hartmut Jork (beide Stadtsparkasse) hängten die ersten Wunschkarten an den Weihnachtsbaum.  - Foto: Russ

Rahden - Bewegend sind die Weihnachtswünsche der Schüler der Bischof-Hermann-Kunst-Schule in Espelkamp in jedem Jahr, denn auf den Karten, die jetzt bereits zum siebten Mal an den Wunschbäumen in der Stadtsparkasse Rahden und der Volksbank-Filiale in Espelkamp hängen, sucht man Playstation, Smartphone, Spielsachen und ähnlichen Schnickschnack vergebens. Es sind ganz fundamentale Dinge wie Winterjacken, warme Schuhe, Handschuhe oder Mützen, die sich die aus finanzschwachen Familien kommenden Kinder und Jugendlichen wünschen.

Der Wunsch eines Jugendlichen hat Initiator Dr. Oliver Speyer vom Lions-Club Rahden-Espelkamp dieses Mal ganz besonders ergriffen. Der Schüler vermisst seine Familie und wünscht sich, dass sie zu ihm gebracht wird. Diesen Wunsch können leider weder der Lions-Club noch die vielen Menschen erfüllen, die alljährlich eine Karte vom Wunschbaum in den beiden Geldinstituten holen und das passende Geschenk kurz vor Weihnachten in die Filiale bringen.

Von der Resonanz aus der Bevölkerung sind Speyer und Hartmut Jork, Direktor der Stadtsparkasse, jedes Mal wieder überwältigt. Vor sieben Jahren habe man sich nicht vorstellen können, dass die Aktion zu einer Tradition werden könnte. Dass sie es wurde, ist den Menschen zu verdanken, die in jedem Jahr ein großes Herz beweisen und ihnen völlig unbekannten Kindern und Jugendlichen einen Wunsch erfüllen. „Im vergangenen Jahr hat es gerade mal eine Woche gedauert, bis die Karten weg waren“, erinnert sich Jork. Viele Kunden hätten auch in diesem Jahr schon wieder gefragt, wann die Aktion beginnt.

Speyer hatte die Wunschbaumaktion ins Leben gerufen, weil ihm als Neumitglied im Lions-Club eine Weihnachtsaktion fehlte, die Menschen wirklich hilft. Ihm war es wichtig, dass man in dieser Hochzeit des Kommerz auch an die Menschen denkt, die materielle Probleme haben. Mit der Stadtsparkasse und der Volksbank habe der Lions-Club starke Partner gefunden, deren Geschäftsräume von vielen Menschen besucht würden. Dass viele inzwischen schon im Vorfeld fragen, wann die Wunschkarten kommen und sogar welche „vorbestellen“ wollen, ist für ihn mit das schönste Feedback, das er bekommen kann. Noch schöner sind natürlich die leuchtenden Augen der Kinder und Jugendlichen, wenn sie ihre Geschenke kurz vor Weihnachten überreicht bekommen.

Wer eine Wunschkarte abgeben darf, entscheiden die Lehrer der Bischof-Hermann-Kunst-Schule, die ihre Schüler und deren familiäre Verhältnisse am besten kennen. So ist sichergestellt, dass tatsächlich die Bedürftigsten berücksichtigt werden. „Es ist eine ganz sinnvolle Geschichte, für die wir sehr dankbar sind“, sagt Schulleiter Dieter Gerecke. Auch über die verlässliche Regelmäßigkeit ist er froh. Der Bedarf sei steigend, sagt Gerecke mit Blick auf die Flüchtlingskrise. Momentan leben in dem Internat 80 minderjährige unbegleitete Flüchtlinge. Unter den insgesamt 400 Menschen im Gebäude seien circa 50 Nationen vertreten.

An den Weihnachtsbäumen in der Stadtsparkasse Rahden und der Volksbank Espelkamp hängen ab sofort insgesamt 56 Wunschkarten. Wer einen Wunsch erfüllen möchte, sollte allerdings nicht einfach eine Karte vom Baum nehmen, sondern sich an die Mitarbeiter wenden. Auch Nichtkunden können sich selbstverständlich beteiligen. Die Geschenke müssen bis zum 14. Dezember in die jeweilige Filiale gebracht werden. Am 21. Dezember werden sie an die Schüler übergeben, bevor sich diese vielleicht mit einem kleinen Lächeln in die Weihnachtsferien begeben. 

mer

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