Familie Dullweber aus Levern hat ein Familienwappen von Heraldiker Batta

Erinnerung für die Nachwelt

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Christine und Wilhelm Dullweber sind stolz auf ihr Familienwappen, das die Besucher des Hauses in Levern direkt an der Haustür sowie im Garten entdecken.

Levern/Haldem - Von weit her sichtbar weht in einem Garten am Drosselweg in Levern eine blaue Fahne mit verschiedenen Symbolen. Die Flagge der Gemeinde Stemwede, mag der Betrachter bei einem flüchtigen Blick denken. Doch wer genau hinsieht, erkennt, dass der Wappenbesitzer ein anderer sein muss. Denn statt der Lilien sind Rosen sowie ein geschwungenes „D“ zu sehen. Seit Juli 2014 zeigt Familie Dullweber stolz ihr Familienwappen.

„Wir wollten unseren Zusammenhalt optisch sichtbar machen“, erklärt Wilhelm Dullweber zum Hintergrund des Familienwappens. Außerdem wolle er etwas für die Nachwelt festhalten, denn „wir sind an einem Punkt, an dem die Erinnerungen immer mehr verblassen“, so der 80-Jährige, der ebenso wie seine Frau aus ärmlichen Verhältnissen stammt.

Der Pastor im Ruhestand hat zusammen mit seiner Ehefrau Christine sowie den vier Söhnen „die Hälfte des Lebens in Stemwede verbracht“ und wollte daher die Farben der Gemeinde in seinem Wappen haben. Im Wappenmaler Jürgen Batta aus Haldem fand Dullweber einen fachkundigen Ansprechpartner, der in Absprache mit dem ehemaligen Pastor die ersten Entwürfe zusammenstellte.

Zwischen neun Vorschlägen Battas, die er zusammen mit seiner Frau Elke Melcher erstellt hatte, musste sich die Familie entscheiden. „Ein Wappen muss reifen“, sagt Batta und so sei es nicht verwunderlich, dass es bei Dullwebers ein halbes Jahr dauerte, bis der Entschluss feststand. „Unsere Auswahl haben wir bis heute nicht bereut“, sagt Christine Dullweber. Das solle auch so sein, meint Batta. Denn „das Endwerk soll zufrieden stellen und für immer sein“, so der Heraldiker, der sein Interesse für das außergewöhnliche Hobby vor rund 30 Jahren entdeckte, als er ein Wappen für sein Modellflugzeug suchte.

„Nach meinem ersten Buch über Heraldik habe ich mir nach und nach einen Fundus an Wappenmalereien angelegt“, erinnert sich Batta. „Inzwischen habe ich Professionalität entwickelt“, so der 53-Jährige, dessen Kunden aus dem gesamten Bundesgebiet kommen. Gerade in Bayern seien Wappen stark nachgefragt, weiß Batta, der via Telefon und Internet berät. Denn jeder ist berechtigt, ein Wappen zu führen.

Im Vorgespräch erkundigt sich der Wappenmaler über die Familie, deren Vorfahren und Wohnort sowie Lebensläufe, um das Zeichen persönlich zu gestalten. „Durch Selektion nähert man sich dann dem Ergebnis“, beschreibt Batta.

Dieses wird mittels Wappenbrief in einer Wappenrolle mit entsprechender Beschreibung eingetragen. Zum Wappen von Pastor i.R. Dullweber heißt es dort: „Tingierung und Dreiberg sind dem Stemweder Wappen entliehen“ – mit dem Dreiberg ist der Stemweder Berg gemeint.

Weiter steht in der Wappenrolle: „Die Nähnadel verweist auf den erlernten Beruf des Wappenstifters als Schneider, das Zeichen der Diakone auf seinen Werdegang.“ Auch der berufliche Weg von Christine Dullweber als Strumpfwirkerin spiegelt sich in Form eines silbernen Fadens im Wappen wider. Die vier Rosen, die sich auf dem blauen Untergrund befinden, stehen für die Söhne. Unterhalb des Schiffbrettchens befindet sich noch ein Spruchband mit der Devise „Glaube, Hoffnung, Liebe“.

Führungsberechtigt sind neben Wilhelm Dullweber als Stifter alle Nachkommen und Verwandte der Namenslinie. Sie dürfen kleine Änderungen vornehmen, wenn sie das Wappen für ihre Familien weiterführen. Die Söhne und Enkelkinder der Dullwebers tragen das Wappen mit Stolz. So gibt es neben der Fahne im Garten ein großes Schild am Hauseingang in Levern sowie kleine Anstecker und bald auch Gläser mit dem Dullweber-Wappen.

Wer weitere Informationen über die Wissenschaft der Wappen oder ein individuelles Geschenk haben möchte, kann sich an den Haldemer Jürgen Batta wenden.

www.heraldik-arts.de

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