Fachtagung für Austausch über Sicherheitstechnik gibt Einblick in neue Systeme

Infos statt Panikmache

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Franz-Hermann Kopp (l.) und Manfred Krämer präsentieren bei der Fachtagung in Rahden die neuesten Möglichkeiten der Sicherheitstechnik wie ein DNA-Markierungsset, einen Schlüssel aus dem 3D-Drucker und ein Smartphone.

Rahden - Die Sicherheitsanforderungen steigen mit den Möglichkeiten der modernen Technik. Da waren sich die Vertreter einer Fachtagung zur Sicherheitstechnik in Rahden einig. Im Westfalenhof sprachen sie über Einbruchsschutz, Ortungssysteme, mechanische und elektrische Schließanlagen, Tresore sowie die Arbeit von Versicherungen und Polizeiberatern.

„Eine gute Nachbarschaft ist für den Einbruchsschutz wichtig“, stellt Franz-Hermann Kopp heraus. Der Sicherheitsberater aus Arnsberg weiß, dass ein aufmerksames Umfeld die beste Verteidigung ist. Aber auch ein Bewegungsmelder, der für reichlich Licht sorgt, schrecke Einbrecher ab.

„Mit kleinem Geld hat man schon viele Möglichkeiten, sich zu schützen und das Zuhause nachzurüsten“, so Kopp. Da reiche zur Not auch ein Holzbalken hinter der Schiebetür, so der Berater. Mehr Komfort bieten spezielle Fenstersicherungen und Rollläden oder individuelle DNA-Markierungen, die Eigentum kennzeichnen und seit etwa einem Jahr als ergänzende Methode zum Schutz empfohlen werden.

Kopp erinnert daran, dass das Verriegeln von Türen und Fenstern an erster Stelle stehen muss. „Erstmal geht es darum, ein schnelles Entwenden zu verhindern“, so sein Ratschlag. Schließlich würden Einbrecher die vermeintlichen Verstecke kennen. „Diebe gucken als erstes in Wäscheschubladen und Küchendosen nach Beute“, sagt Manfred Krämer, Sachverständiger für Schließsysteme. „Und es gibt in jedem Haus etwas zu holen“, so Sicherheitsberater Kopp: „Auch der Ausweis ist wertvoll und bringt Geld.“

Über die „traditionelle Sicherheit“ hinaus, beschäftigte die Teilnehmer der Fachtagung der Bereich der neuen Möglichkeiten, die Smartphones und 3D-Drucker bieten. Einerseits könnten neue Mechanismen über das Telefon aus weiter Entfernung gesteuert werden, zeigte Krämer als Sachverständiger für Schließsysteme einen Vorteil auf. Allerdings müsse der Benutzer einen genauen Blick auf die neuen Kanäle werfen und bedenken, dass diese oftmals von den Versicherungspolicen noch nicht abgedeckt werden.

So stellt Etem Kücükarslan von Elock eine Möglichkeit vor, wie mit dem Smartphone Datenbanken gesichert werden könnten und dies dann als Schlüssel genutzt werden kann. Das Unternehmen aus Deizisau bei Stuttgart hat ein Konzept entwickelt, das Kücükarslan zufolge sehr sicher ist. „Ein Quäntchen Unsicherheit bleibt immer“, erwidert darauf Kopp.

„Wir wollen keine Panik machen“, sagt er weiter. Aber die Sicherheitsberater müssten sich immer über die neuesten Methoden der Datenübertragung Gedanken machen. „Sicherheitslösungen müssen sich dem Markt anpassen“, erklärt Kopp. Abgesehen vom materiellen Verlust würden Anlagen dafür sorgen, dass ein Sicherheitsgefühl aufgebaut werden könnte.

Welches Sicherheitskonzept passt, können Privatpersonen und Firmen herausfinden, indem sie Sicherheitsberater vor Ort oder Polizeibeamten um Rat fragen, lautet der Konsens der Tagungsteilnehmer. Die Fachbetriebe für Sicherheitstechnik sollten zertifiziert sein, weist Manfred Krämer auf ein wichtiges Indiz ein, damit niemand auf ein „schwarzes Schaf hereinfällt, das einen übers Ohr haut“. „Haussicherung geht nur auf Vertrauensbasis“, unterstreicht Krämer.

abo

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