Erneute Arbeiten an der Marktstraße im September / Keine Kosten für die Stadt

Klappern soll bald enden

+
Einige Pflastersteine an der Marktsstraße stehen deutlich hoch. Die mangelhaften Arbeiten sollen laut Bauamtsleiter Dieter Drunagel und dem verantwortlichen Ingenieurbüro bald der Vergangenheit angehören.

Rahden - Eine 52000 Euro teure Lösung hat die Stadt Rahden für die lockeren Pflastersteine an der Marktstraße zusammen mit der Firma Dallmann aus Bramsche und dem Ingenieurbüro IPW aus Wallenhorst gefunden. Für die Verwaltung fallen allerdings keine Kosten an. Anfang September sollen die Steine in den drei betroffenen Bereichen hochgenommen und das Problem behoben werden. Darüber informierte Dieter Drunagel am Donnerstag im Bauausschuss.

Marius Sobkowiak vom Wallenhorster Planungsbüro schilderte in dessen Verlauf die Details, die dazu geführt hatten, dass bereits kurz nach der Sanierung der Marktstraße wieder Steine locker geworden waren. Vor dem Geschäft Braun-Busche, dem Kriegerdenkmal am Alten Markt und dem Deerberg-Haus klappert das Pflaster, teilweise stehen Steine sichtbar höher als die umliegenden Bereiche.

„Bei der Abnahme im August 2012 haben wir die Mängel gesehen“, so Sobkowiak. Aber auch die von der Firma Dallmann vorgenommenen Sanierungen im November 2013 hätten zu keiner Verbesserung geführt.

Eine nicht sickerfähige Betonschicht habe bereits beim Einbau die Grundlage für die lockeren Steine gelegt, hatte das Büro Wallenhorst bei weiteren Untersuchen festgestellt. Bei Regen würden einige Steine zu schwimmen beginnen, Wasser könne nicht abfließen und die Steine haben dadurch keinen Halt.

„Die Schäden werden immer schlimmer“, so der IPW-Gesellschafter. Schließlich würden immer wieder Autos und auch schwerere Fahrzeuge über die Marktstraße fahren. Daher regte Helmut Kummer (CDU) an, eine Belastungsgrenze einzurichten. Der Vorschlag verlief aber vorerst im Sand.

Vielmehr standen die Maßnahmen für die klappernden Marktstraße im Vordergrund, denn „wir brauchen eine funktionierende Straße“, unterstrich Drunagel. „Wir haben uns schon lächerlich genug gemacht“, meinte Friedrich Schepsmeier (SPD). Eine weitere Beeinträchtigung könne keiner mehr brauchen.

„Es kann mal was schief gehen“, zeigte Bianca Winkelmann (CDU) Verständnis für das für den Bau beauftragte Unternehmen. Jedoch hätten die Anlieger auch ein Recht auf eine vernünftige Straße, so die CDU-Fraktionsvorsitzende, die daran zweifelte, „dass im zweiten Anlauf alles klappt“. „Das Material ist immer nur so gut, wie man es verbaut“, beruhigte Sobkowiak, dass das nötige Know-How nun gegeben sei, um künftig alle Steine fest im Boden zu halten.

„Die erneuten Arbeiten an der Marktstraße fallen unter den Aspekt Gewährleistungsmangel“, erklärte Sobkowiak. Das heißt, dass die Stadt nach der Ausbesserung ab September weitere drei Jahre Sicherheit für die Marktstraße hat. Bislang hatte sich die Firma Dallmann geweigert, die Sanierungskosten zu übernehmen. Doch nun wurde eine einvernehmliche Lösung ausgehandelt: Die Stadt muss für die Sanierung kein Geld in die Hand nehmen. Den Betrag teilen sich die Firma Dallmann mit 80 Prozent und das Büro aus Wallenhorst mit 20 Prozent. Diese Abmachung hatten die IPW-Verantwortlichen aus Kulanzgründen ausgehandelt, um einen teuren Rechtsstreit abzuwenden. „Das hätte für alle Beteiligten einen enormen Aufwand bedeutet“, so Marius Sobkowiak.

Wenn der betroffene Bereich für zwei Wochen komplett gesperrt wird – das ist dem Ingenieurbüro zufolge nötig, werden die Pflastersteine hochgenommen, die Betonschicht entfernt und ersetzt und schließlich das Pflaster wieder aufgebracht, erklärte Sobkowiak.

abo

Das könnte Sie auch interessieren

Mehr zum Thema:

Württemberg-Cup in Ristedt

Württemberg-Cup in Ristedt

Jahrestag des Münchner Amoklaufs: "Ins Mark getroffen"

Jahrestag des Münchner Amoklaufs: "Ins Mark getroffen"

Eskalation: Palästinenser brechen Kontakt zu Israel ab

Eskalation: Palästinenser brechen Kontakt zu Israel ab

Bilder: Deutsche Frauen holen Sieg gegen Italien

Bilder: Deutsche Frauen holen Sieg gegen Italien

Kommentare