VHS-Theater „Schatulle“ spielt im Bahnhof Rahden drei amüsante Einakter

„Er-goetz-licher“ Abend

„Frau Professor“ Nägler (Mitte) hat die Kinder gut abgerichtet. Szene aus „Erbschaft mit Hindernissen“. - Fotos: Kapries

Rahden - Von Ralf Kapries. Mit drei kleinen Einakter-Komödien frei nach Curt Goetz gestaltete das VHS-Laientheater „Schatulle“ am Wochenende unterhaltsame Theater-Abende. Die Premiere fand am Freitag im voll besetzten Saal der Bahnhofs großen Anklang beim Publikum.

Die drei Einakter „Erbschaft mit Hindernissen“, „Tante Klärchens Kommode“ und „Marie“ basieren auf den bekannten Goetz-Komödien „Die Tote Tante“, „Die Kommode“ und „Tobby“, und sind mit viel Liebe für das Original umgeschrieben worden. Um diese Einakter mit den vorhandenen Laienspielerinnen und -spielern auf die Bühne bringen zu können, haben die Regisseurinnen Edith Stöver und Friedlind Thane („Minischatulle“) sie an die Möglichkeiten des Ensembles angepasst.

Vierzehn Kinder der „Minischatulle“ standen neben den Erwachsenen auf der Bühne, was insbesondere der Aufführung von „Erbschaft mit Hindernissen“ einen besonderen Reiz verlieh. Sie wirkten nicht nur sehr natürlich, sondern waren auch gut zu verstehen. Inge Wehrmann gab die sittenstrenge Schwiegermutter Hermine, Witwe des Professors Nägler und auf dessen Nachfolge im Hause Nägler bedacht, mit viel Energie und Durchsetzungsvermögen.

Victor schmiedet Fluchtpläne für sich und seine Geliebte.

So viel Moral war selbst Michael Heise als Pastor Riesling zu viel. Sehr überzeugend wirkte auch Andrea Schiermeier als arbeitsame Hausfrau Marianne. „Wenn man nicht ab und zu das Wochenbett hätte, käme man gar nicht mehr zur Ruhe“, stöhnt die Ärmste, Mutter von 13 Kindern, die nach alt-römischer Gepflogenheit zum Teil schon durchnummeriert sind, lateinisch versteht sich.

Nach der Pause wurde das Programm mit „Tante Klärchens Kommode“, mit einer Paraderolle für Elke Klicker als Hausfrau Idchen Fröhlich, fortgesetzt. Ihr adäquat zur Seite stand Uwe Brettholle als Ehemann Balthasar („leicht, aber doch leger“) und nicht minder komisch Paul Mallinson als Intendant Bettingham.

Erst später kamen Angelika Carstensen und Christa Möller als ziemlich dreiste Tanten hinzu. Ihre Kostüme waren besonders hübsch geraten. Wie auch die anderen waren sie mit viel Liebe ausgesucht und gestaltet worden.

Dazu passt auch das Bühnenbild, das durch ein Klapp-Element an der Kulissen-Rückwand rasche Umbauten zuließ – die Wandlung zwischen den Stücken der zweiten Hälfte dauerte keine zwei Minuten. Sorgfältig waren die Möbel ausgesucht, stilecht und schnell austauschbar. Dann noch ein paar passende Bilder aufgehängt und schon war eine neue Spiel-Umgebung hergestellt.

Schon war man aus der bürgerlichen Stube ins Herrschaftshaus eines Pferde-Gestüts versetzt, in dem Britta Heimesaat als Elisabeths Freundin Beatrice schmarotzte und nebenher eine Liebschaft mit deren Ehemann Victor (Paul Mallinson) unterhielt. Doch Elisabeth ist nicht auf den Kopf gefallen und so charakterisierte sie auch Friedlind Thane in ihrer Rolle. Gemeinsam mit der aufmerksamen Haushälterin „Marie“ gelang es ihr, mit einem Schlag Beatrice und Victor von ihrem Anwesen zu vertreiben.

Neben den „Großen“ hatten die „Minis“ Lisa Dickschat, Maira Heidemann, Tom Schiermeier, Jana Hissung, Ida Lorenschat, Kira Sterz, Milan Domowez, Kai Sorenschat, Paula Strenge, Anna Kettler, Matteo Ketschik und Christian Eilmes ihren großen Tag. Neben den bisher genannten trugen auch Marius Karger, Christa Möller und Mareike van Assema mit ihrer Spielfreude und ihrem Einsatz zu dem rundum gelungenen Theaterabend bei.

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