Trotz kühler Temperaturen besuchen am Deutschen Mühlentag Tausende die historischen Anlagen

Einblick in Müllerhandwerk und Bauernalltag

Auf dem Museumshof in Rahden war schon am frühen Nachmittag ordentlich was los. Zwischen den Bäumen der Hofanlage machten es sich die Besucher mit einem deftigen Steak oder einem frischen Rhabarberkuchen aus dem Steinofen gemütlich.  - Foto: Russ

Stemwede/Rahden - Manch ein Heimat- oder Mühlenvereinsvorsitzender mag am Sonntag wehmütig an Himmelfahrt zurückgedacht haben, als die Sonne heiß vom Himmel schien. Der Deutsche Mühlentag am Pfingstmontag drohte dagegen, ins Wasser zu fallen.

Joshua hatte den Dreh raus beim Produzieren von Seifenblasen.

Am Montag löste sich dann doch noch alles einigermaßen in Wohlgefallen auf. Mit der Nachmittagssonne, die die letzten Regenwolken vom Himmel vertrieb, verzogen sich auch die wetterbedingten Sorgenfalten von der Stirn der Organisatoren. Gleichzeitig füllten sich die Mühlengelände. Lena Meyer, Leiterin des Rahdener Museumshofs, strahlte schon am frühen Nachmittag. Schließlich hatten bis dahin schon mehr als 1 000 Besucher die Eingangsschranke passiert. Zumindest in der Sonne zeigten sich die Temperaturen recht frühlingshaft, aber echte Mühlefans haben sowieso dicke Pullover und warme Jacken dabei und machen es sich mit Sitzkissen auf den Holzbänken gemütlich. Außerdem lässt es sich bei einer guten Tasse Kaffee und einem leckeren Stück Butterkuchen gleich doppelt so lange im Freien aushalten.

Beim Aktionstag des Museumshofs mussten sich die Besucher allerdings beeilen, um ein frisches Stückchen Rhabarberkuchen zu ergattern. „Alles ausverkauft“ musste Bäcker Torsten Kuhlmann noch vor 15 Uhr verkünden. 18 Bleche hatte er nach und nach in den Steinofen geschoben. Innerhalb von nur zwei Stunden war alles weg.

Das Angebot auf dem Museumshof war wie immer sehr abwechslungsreich und hielt für jede Altersgruppe etwas parat. Die Kinder hatten beim Sägen, Waschen und Seifenblasen machen ihren Spaß oder sahen Schäfer Norbert Möller gespannt beim Scheren der etwas unwilligen Schafe zu, die Erwachsenen stöberten an den Ständen der Kunsthandwerker oder probierten selbst gemachte Marmeladen. Thematisch drehte sich natürlich alles darum, wie das Leben auf dem Bauernhof war, als man noch ohne die vielen elektronischen Helferlein zurecht kommen musste.

Einblick ins Müllerleben boten die Hobbymüller an der Weher und Oppenweher Bockwindmühle sowie der Gallerieholländerin in Levern. Der Wind reichte aus, um die besegelten Flügel der Mühlen rotieren zu lassen, und die Besucher konnten sich von den Fachmännern und -frauen die Arbeitsweise der historischen Mühlen erklären lassen.

Uwe Stothfang (links) von den Altmaschinenfreunden erläuterte den Besuchern in Levern das Sägegatter. - Foto: Mühlke

An vielen Orten war der Mühlentag von musikalischer Unterhaltung umrahmt. In Oppenwehe gaben sich die heimischen Mühlenmusikanten ein Stelldichein, auf dem Leverner Mühlengelände sorgte der örtliche Spielmannszug für stimmungsvolle Einlagen. Hier zeigten Hobbymüller neben dem Betrieb der Mühle auch das Holzsägegatter und informierten in der Altmaschinenhalle über historische Schätzchen aus der Landwirtschaft. Mit von der Partie waren auch einige Kunsthandwerker, die sich über reges Interesse an ihren Ständen freuten. Der Weher Heimatverein hatte bereits zum dritten Mal die Nachwuchsband „Village Beat“ aus der Nähe von Petershagen eingeladen. „Wir freuen uns immer wieder, junge Menschen hier zu haben, die auch die Älteren begeistern“, begrüßte Vereinsvorsitzender Friedrich Schepsmeier die jungen Musiker, die den warm eingemümmelten Besuchern mit jazzig angehauchtem Pop und Rock einheizten. Zwar blieb wegen der kühlen Temperaturen der ganz große Ansturm aus, die zunächst spärlich aufgestellten Tische und Bänke reichten dann aber doch nicht aus und Schepsmeier und Co. mussten nachlegen.

Unter den Flügeln der Tonnenheider Hochzeitsmühle erklangen die Seemannslieder des Shantychor Dümmersee, die irgendwie noch am bestens zum windig-kühlen Wetter passten. Der Chor hatte neben den bekannten Klassikern auch einige neue Lieder dabei. Altes Handwerk demonstrierten die Tonnenheider Strickeschläger und die Spinnfrauen.

Am Ende dürften alle Veranstalter mit dem Deutschen Mühlentag einigermaßen zufrieden sein, auch wenn er keine Besucherrekorde brachte.

mer/hm

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